Flug überbucht - Freiwillige für Verzicht wurden nicht gesucht - höhere Entschädigung?

Dieses Thema "Flug überbucht - Freiwillige für Verzicht wurden nicht gesucht - höhere Entschädigung? - Reiserecht" im Forum "Reiserecht" wurde erstellt von MobyHH, 24. Februar 2012.

  1. MobyHH

    MobyHH Neues Mitglied 24.02.2012, 01:12

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    Flug überbucht - Freiwillige für Verzicht wurden nicht gesucht - höhere Entschädigung?

    Moin, moin,

    Folgender Fall:
    Auf einem innerdeutschen Flug kam es zu einer Nichtbeförderung wegen Überbuchung.
    Nach EG-Richtlinie ist hierfür eine Entschädigung von 250 Euro bei unfreiwilliger Nichtbeförderung fällig.

    Die EG-Richtlinie fordert jedoch auch, dass zunächst Fluggäste zum freiwilligen Verzicht aufgefordert und entschädigt werden sollen. Dies ist in vorliegendem Fall nicht geschehen.

    Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass man einen höheren Entschädigungsanspruch hat, falls die Fluggesellschaft nicht zunächst nach Freiwilligen (Gäste die freiwillig auf Ihren Flug verzichten) gesucht hat.

    Leider finde ich die entsprechende Quelle nicht.

    Ist euch da irgendwas bekannt?
  2. AntoniaW

    AntoniaW Aktives Mitglied 24.02.2012, 08:04

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    AW: Flug überbucht - Freiwillige für Verzicht wurden nicht gesucht - höhere Entschädigung?

    Mir ist ganz ehrlich noch nicht einmal bekannt, dass Freiwillige die Ausgleichszahlung bekommen - dafür sind es ja Freiwillige. Allerdings haben sie und die Fluggesellschaft vertraglichen Freiraum: Umbuchungen, Zahlungen, Upgrades, alles ist möglich.

    Mir ist auch nicht bekannt, ob sich die Fluggesellschaft bei Überbuchung quasi öffentlich an alle oder nur an die noch nicht eingecheckten Passagiere wenden muss. Wenn sich dann in der 20 Personen starken Schlange vorm Check In schon die nächsten 10 Passagiere auf einen Deal einlassen, sind die letzten 10 womöglich raus aus dem Spiel und fliegen regulär mit als wäre nichts gewesen.
    klausschlesinge gefällt das.
  3. Cloakmaster

    Cloakmaster V.I.P. 24.02.2012, 21:28

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    AW: Flug überbucht - Freiwillige für Verzicht wurden nicht gesucht - höhere Entschädigung?

    Grundsätzlich ist die Airline verpflichtet, jeden gebuchten Passagier mitzunehmen. Wenn jetzt mehr gebucht sind, als Sitzplätze vorhanden, dann liegt es allein im Ermessen der Airline, wie sie das Problem löst - und da steht ein recht weiter Handlungsspielraum offen.
    Zusätzliche Rechte erwachsen dem Passagier erst, wenn er trotz korrekter Buchung und rechtzeitigem Erscheinen am Gate stehen bleibt.
  4. MobyHH

    MobyHH Neues Mitglied 24.02.2012, 22:17

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    AW: Flug überbucht - Freiwillige für Verzicht wurden nicht gesucht - höhere Entschädigung?

    Ich reformuliere die Frage nochmal.

    Die Entschädigungsleistungen für Fluggäste bei Überbuchung etc. sind in ja in der EU Verordnung Nr. 261/2004 geregelt.

    Dort heisst es in Artikel 7 zur Höhe der Ausgleichszahlung: Wird auf diesen Artikel Bezug genommen, so erhalten
    die Fluggäste Ausgleichszahlungen in folgender Höhe:
    a) 250 EUR bei allen Flügen über eine Entfernung von 1 500 km oder weniger.

    Das ist soweit klar.

    Wichtiger ist jedoch Artikel 4. der die Nichtbeförderung bei Überbuchung beschreibt und dann auf Artikel 7 verweist.

    In Artikel 4 Abs 1 heisst es:
    "Ist für ein ausführendes Luftfahrtunternehmen nach vernünftigem Ermessen absehbar, dass Fluggästen die Beförderung zu verweigern ist, so versucht es zunächst, Fluggäste gegen eine entsprechende Gegenleistung unter Bedingungen, die zwischen dem betreffenden Fluggast und dem ausführenden Luftfahrtunternehmen zu vereinbaren sind, zum freiwilligen Verzicht auf ihre Buchungen zu bewegen." und weiter unten in Abs. 3: "Wird Fluggästen gegen ihren Willen die Beförderung verweigert, so erbringt das ausführende Luftfahrtunternehmen diesen unverzüglich die Ausgleichsleistungen gemäß Artikel 7"

    Die Erfüllung der Regelungen in Artikel 4 Abs 1 stellen somit nach m.E. auch eine Art Voraussetzung dar, damit Artikel 7, bzw. die dort genannten Entschädigungsbeträge, überhaupt anwendbar sind.

    Jetzt ist die Frage: Was geschieht, wenn - wie im vorliegenden Fall - Das Luftfahrtunternehmen bereits gegen Artikel 4 Abs 1 verstösst?
    Wie gesagt meine ich irgendwo gelesen zu haben, dass in einem solchen Fall den nichtbeförderten Fluggäasten eine höhere Ausgleichszahlung zustehen, als die in Artikel 7 genannten.

    Dazu suche ich eine Quelle.


    Zum Hintergrund / zur Erklärung:
    Ich bin nicht geldgeil, nur leider hat im vorliegenden Fall die Airline mehr als schlapig gearbeitet, weshalb ich sie eigentlich nicht mit der "normalen" Entschädigung davonkommen lassen möchte.
    Ich war im konkreten Fall bei einem innerdeutscvhen Flug eine Stunde vor Abflug am Gate. An den Nachbargates und in rufweite wurden andere Flüge zu einem dem Ziel nahegelegenen Ausweichflughafen abgefertigt, be dem noch Plätze frei waren.

    Da die Airline keine - wie sonst üblich - Durchsage zur Suche Freiwilliger machte, bin ich davon ausgegangen, dass die Sache "geklärt" ist. Auch auf Nachfragen am Schalter bekamen wir keine Antwort zur Buchungssituation. Dann schloss der Flug zum Ausweichflughafen, dann unserer, und auf einmal stand ein Kasper vor uns der trällerte," So, dann schauen wir jetzt mal, was wir mit Ihnen machen..."
    Bei irgendeiner Kenntnis der Buchungssituation hätte ich mich rechtzeitig um eine Alternative kümmern können, aber die haben uns voll verschaukelt. Zu erwähnen noch: es war natürlcih der letzte Flug dieses Tages, der zudem massiv (+10 Personen) überbucht war.

    Das ist für mich nicht mehr fahrlässig, sondern grob fahrlässig bzw. Vorsatz (insb. in Verbindung mit der Nebeltaktik, die uns letztendlich alle Möglichkeiten, die bestanden haben, genommen hat, und aufgrund derer ein gazer Tag verolren gegangen ist [wie gesagt, am Nachbargate gingen noch Flüge zu einem 100km entfernten Flughafen]):kotz:

    Und für diese Schlamperei möchte ich die Kollegen on AB extra blechen lassen. :mad:
  5. Cloakmaster

    Cloakmaster V.I.P. 27.02.2012, 17:01

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    AW: Flug überbucht - Freiwillige für Verzicht wurden nicht gesucht - höhere Entschädigung?

    Ich denke, ein Verstoss gegen Artikel 4 Abs. 1 ist sehr schwer nachzuweisen. Vielleicht wurden ja einige Passagiere auf den nahen "Ausweichflug" umgebucht, bis dieser voll war? Bereits damit wäre dem Artikel m.E. genüge getan.

    Wurde denn am Schalter konkret gefragt, ob der Flug überbucht ist, und ob Freiwillige gesucht werden? Wie genau lautete die Antwort?

    Bei einem innerdeutschen Flug ist es m.E. schwer möglich, einen ganzen Tag zu verlieren, wenn dieser ausfällt bzw überbucht ist, zumal die meisten Anbieter rein innerdeutscher Flüge Kooperationsabkommen mit der deutschen Bahn haben. Insbesondere solche Anbieter, welche mehrere innerdeutsche Flüge täglich und das zu unterschiedlichen Zielen in Deutschland im Programm haben.

    Mir wäre keine Regelung bekannt, nach der ein Unterlassen des Ausgleichsangebotes eine noch höhere Entschädigung nach sich zöge.

    Eine Klage gegen die Airline auf eine höhere Entschädigung halte ich für ziemlich aussichtslos.
  6. klausschlesinge

    klausschlesinge V.I.P. 04.03.2012, 12:15

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    AW: Flug überbucht - Freiwillige für Verzicht wurden nicht gesucht - höhere Entschädigung?

    Und hier wird der Sachverhalt ganz konkret, was bei juraforum verboten ist! - Auch Antworten sind dann verboten, denn diese könnten eine unerlaubte Rechtsberatung darstellen.

    :fr
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