Behandlung Minderjähriger in Notaufnahme ohne Anwesenheit der Eltern

Dieses Thema "Behandlung Minderjähriger in Notaufnahme ohne Anwesenheit der Eltern - Medizinrecht" im Forum "Medizinrecht" wurde erstellt von aschneider, 5. April 2017.

  1. aschneider

    aschneider Boardneuling 05.04.2017, 14:14

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    Behandlung Minderjähriger in Notaufnahme ohne Anwesenheit der Eltern

    Ich hoffe mal, dass ich in diesem Unterforum richtig bin, es geht eher allgemein um die Aufsichtspflicht / Erziehungsbeauftragung.

    Folgendes Szenario: Der Jugendbetreuer einer Freiwilligen Feuerwehr hält eine Feuwerwehrübung für seine Jugendlichen ab. Während dieser Übung verletzt sich ein ordnungsgemäß mit Schutzkleidung bekleideter und auch korrekt bei der Feuerwehr als Mitglied geführter Jugendlicher (Alter 12-17 Jahre) und muss zur Abklärung eines eventuellen Knochenbruches ins nächstegelegene Krankenhaus. Die Eltern sind telefonisch nicht erreichbar. Nun wird dem Betreuer der Zutritt zur Notaufnahme verwehrt, während der Jugendliche darin versorgt wird, mit der Begründung, nur die Eltern / Erziehungsberechtigten dürfen zusammen mit dem Patienten hinein. Einem eventuellen Röntgenbild könnten laut Aussage der Klinik auch nur die Eltern zustimmen, welche immer noch nicht erreichbar sind bzw. noch länger brauchen, bis sie im Krankenhaus sind.

    Ist dieses Vorgehen der Klinik korrekt, oder wurde dem Betreuer seitens der Eltern die Erziehungsberechtigung für den Zeitraum der Feuerwehrveranstaltung übertragen? Klar ist wohl, dass im Falle einer lebensbedrohlichen Verletzung das Röntgen bzw. weitere Maßnahmen auch ohne die Eltern gemacht würden, aber muss der Betreuer in solch einem Fall nicht zwingend bei dem Minderjährigen bleiben, bis die Eltern eintreffen? Kann er in solchen Fällen (Röntgen, Gips, evtl. Tetanusimpfung) anstelle der Eltern für den Minderjährigen entscheiden?

    Vielen Dank und bitte um Verzeihung, wenn dieser Beitrag doch im falschen Unterforum gelandet sein sollte.
  2. TomRohwer

    TomRohwer V.I.P. 06.04.2017, 09:55

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    Ja.
    Nein. Die "Erziehungsberechtigung" wird nicht übertragen, und die wäre hier auch nicht relevant. Für die Zustimmung oder Verweigerung zu ärztlichen Behandlungen ist das Sorgerecht erforderlich. Das haben weder Lehrer in der Schule noch hier ein Jugendgruppenleiter o.ä. Der hat lediglich die Aufsichtspflicht. Nur im Rahmen von dieser darf er überhaupt etwas.
    Im Gegenteil - er darf es nicht, denn damit würde der Arzt gegen die ärztliche Schweigepflicht verstoßen. Die gilt grundsätzlich ja sogar den Eltern/Sorgeberechtigten gegenüber.

    Das wird man anders beurteilen, wenn der Jugendliche ausdrücklich wünscht, daß der Betreuer mit dabei ist. Dann wird sich der Arzt dem auch kaum verweigern.
    Ansonsten hat ggf. der Arzt bzw. das Krankenhaus solange die Aufsichtspflicht, wie der Jugendliche in seiner Obhut ist.

    Wenn Eile geboten ist und es nicht möglich ist, die Zustimmung der Sorgeberechtigten (Eltern) rechtzeitig einzuholen, kann der Arzt "im wohlverstandenen Interesse des Patienten" auch ohne diese Einwilligung tätig werden.
    Selbstverständlich nicht.
    Phil79 und bennelong gefällt das.
  3. Phil79

    Phil79 V.I.P. 06.04.2017, 10:56

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    Insofern der Minderjährige selbst einsichtsfähig ist (was bei 12-17 durchaus auf der Hand liegt; insbesondere bei 14-17) kann er auch selbst gefragt werden.
    bennelong gefällt das.
  4. aschneider

    aschneider Boardneuling 06.04.2017, 23:54

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    Vielen Dank für eure Antworten! Das heißt dass der Minderjährige in einem solchen Fall "auf sich allein gestellt" ist und ohne eine ihm/ihr bekannten Bezugsperson auskommen muss?

    Muss der Betreuer in einem solchen Fall dann trotzdem in der Notaufnahme warten, oder könnte er in der Zwischenzeit das Gelände verlassen, da die Aufspichtsplicht nun das Krankenhaus inne hat? Und das Krankenhaus z.B. anruft wenn der Jugendliche behandelt wurde?

    Natürlich alles gesetzt dem Falle, dass die Eltern im gesamten Zeitraum nicht erreicht werden können.
  5. TomRohwer

    TomRohwer V.I.P. 07.04.2017, 00:49

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    Nein. Durchaus nicht. Siehe mein Posting weiter oben.
    Das wird man von den Umständen im konkreten Einzelfall abhängig machen. Im Regelfall sind ja nicht so viele Betreuer dabei, daß auf jeden minderjährigen Teilnehmer ein Betreuer kommt.
  6. aschneider

    aschneider Boardneuling 07.04.2017, 01:00

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    Klar, wenn der Jugendliche wünscht, dass der Betreuer dabei ist, dann geht es wohl. Und auf Nummer Sicher ginge man natürlich, wenn man immer in der Nähe bliebe.

    Gibt es denn für ein solches Thema konkrete Beratungsstellen? Also z.B. den Versicherer (etwa DGUV)? Oder ist dieser nicht zuständig? In welchen Gesetzestexten kann man nachlesen? SGB und BGB?
  7. TomRohwer

    TomRohwer V.I.P. 08.04.2017, 22:53

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    Für "Jugendgruppenleiter" etc. gibt es ja Aus- und Fortbildungen. Deren Veranstalter sollten einigermaßen kompetent sein. Vor allem aber: der Dienstherr. Die FF gehört ja zu einer Gemeinde, die zu einem Landkreis, und der hat ein Rechtsamt, in dem Volljuristen sitzen.
    Versicherer machen m.E. keine Rechtsberatung.
    BGB und StGB. Das SGB hat damit nichts zu tun. BGB bez. des elterlichen Sorgerechts und der Vertretung des Kindes, StGB bez. der ärztlichen Schweigepflicht.

    Am Rande angemerkt: bei Klassenfahrten o.ä. geben die Sorgeberechtigten zusammen mit der Einwilligung in die Teilnahme m.W. auch gewisse, begrenzte Vollmachten für Notfälle. Die Teilnahme an Aktivitäten einer Jugendfeuerwehr braucht ebenso eine grundsätzliche Einverständniserklärung der Sorgeberechtigten, in der vernünftigerweise auch einiges in dieser Hinsicht geregelt sein sollte. Das generelle Verletzungsrisiko bei den Aktivitäten einer Jugendfeuerwehr dürfte ja dem diverser Sportarten entsprechen.
    Zuletzt bearbeitet: 8. April 2017
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