Auffahrunfall: 2 schaffen's noch, der nächste nicht

Dieses Thema "Auffahrunfall: 2 schaffen's noch, der nächste nicht - Straßenverkehrsrecht" im Forum "Straßenverkehrsrecht" wurde erstellt von DEYJKARK, 5. Januar 2010.

  1. DEYJKARK

    DEYJKARK Aktives Mitglied 05.01.2010, 22:18

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    Auffahrunfall: 2 schaffen's noch, der nächste nicht

    Hi Forumer,

    mal 'ne Idee:

    Eine Fahrzeugkolonne muß notbremsen, weil das 1. vorausfahrende Fahrzeug links abbiegt, ohne zu blinken - gar nicht nett. Das folgende Fahrzeug, vielleicht von einem jungen Karatekämpfer mit überdurchschnittlichen Reaktionsfähgikeiten gelenkt, kann rechtzeitig notbremsen. Ein dicht folgender Motorradfahrer kommt gerade noch rechts an diesem Fahrzeug des Karatekämpfers zum Stillstand.

    Aber ... den nächsten Motorradfahrer, der das 3. Fahrzeug dieser Kolonne lenkt, mit durchschnittlichen Reaktionsfähgikeiten, den erwischt's. Ups, schade aber auch! Platz zum Ausweichen gibt's nun auch nicht mehr, denn da steht ja schon sein motorradfahrender Kumpel. Pech gehabt - es rumst heftig. Und damit sich dieser "Stunt" für alle auch lohnt, tut allen irgendein Halswirbel schrecklich weh. Personenschaden, Verdienstausfall etc pp. - so etwas könnte ziemlich teuer werden.

    In einem ähnlich gelagerten Fall (Radfahrer brettert über Zebrastreifen, KFZ kann/muß notbremsen, nachfolgendes KFZ fährt auf) entscheidet das OLG Köln mit Urteil 16 U 56/00: 1/3 Schuld für Verursacher (Fahrradfahrer bzw in meiner Hypothese Linksabbieger), 2/3 Schuld für den Auffahrenden.

    Heißt: Nicht wer auffährt, den triftt vollständig die Schuld, sondern schuldhaftes Verhalten dritter ist gleichermaßen zu berücksichtigen.

    Oder was meint Ihr?

    Gruß
    DEYJKARK
  2. gärtner73

    gärtner73 Star Mitglied 05.01.2010, 22:34

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    AW: Auffahrunfall: 2 schaffen's noch, der nächste nicht

    Wer auffährt trägt jedenfalls einen Großteil der Schuld da er, offensichtlich, den Sicherheitsabstand nicht eingehalten hat.
    Einen Teil der Schuld wird wohl auch der Blinkverweigerer bekommen. Wie viel entscheidet das Gericht.

    MfG
    Carsten
  3. Humungus

    Humungus V.I.P. 06.01.2010, 05:15

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    AW: Auffahrunfall: 2 schaffen's noch, der nächste nicht

    Sagen wir mal lieber "normalerweise" anstatt "jedenfalls". In einigen Fällen kann die Mitschuld und die Mithaftung des Verursachers erheblich sein: http://www.streifler.de/quotentabelle-print178.html
    gärtner73 und charles0308 gefällt das.
  4. DEYJKARK

    DEYJKARK Aktives Mitglied 06.01.2010, 18:26

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    AW: Auffahrunfall: 2 schaffen's noch, der nächste nicht

    Hi,

    Das OLG Köln (Urteil siehe oben) sah das wie folgt:

    Der Beklagte ist verpflichtet, an die Klägerin den von ihr erstatteten, dem
    Versicherungsnehmer (VN) derKlägerin erwachsenen materiellen Unfallschaden
    wegen seines schuldhaften und unfallursächlichen gewichtigen Fehlverhaltens zu 1/3 zuerstatten.

    Der Senat ist anders als das Landgericht der Ansicht, dass die Kausalität des
    Fehlverhaltens des Beklagten, das eine Fahrzeugkolonne zumplötzlichen Abbremsen
    zwingt, für den Auffahrunfall des VN der Klägerin trotz des kollisionsfreien Anhaltens des dem VN unmittelbar vorausfahrenden Fahrzeugs des Zeugen H. fortwirkt und der haftungsrechtliche Zurechnungszusammenhang nicht ausscheidet.

    Es steht außer Zweifel, dass den VN der Klägerin wegen des Auffahrens auf das vor
    ihm fahrende Fahrzeug im Wege des nicht erschütterten Anscheinsbeweises ein
    Unfallverschulden trifft (Verstoß gegen §4StVO -unzureichender Sicherheitsabstand, Unaufmerksamkeit oder unzulängliche Reaktion). Lediglich mit nicht vorausschaubarem, ruckartigem Anhalten braucht der nachfolgende
    Verkehrsteilnehmer nicht zurechnen.

    Na, und jetzt - da guckst Du?!

    Gruß
    DEYJKARK
  5. gärtner73

    gärtner73 Star Mitglied 06.01.2010, 22:08

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    AW: Auffahrunfall: 2 schaffen's noch, der nächste nicht

    Was guckst DU? Alder, bün isch kino oda was?

    2/3 würde ich durchaus als den größeren Teil der Schuld bezeichnen ;)

    MfG
    Carsten
  6. Humungus

    Humungus V.I.P. 06.01.2010, 23:05

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    AW: Auffahrunfall: 2 schaffen's noch, der nächste nicht

    Genau. Gärtner hatte recht.

    Im Übrigen würde ich Urteile im Verkehrsrecht stets nur mit großer Vorsicht verallgemeinern oder auf einen konkreten Fall beziehen. Da kommts bei der Schuldzu- und Verteilung auf jedes kleine Detail an.
  7. DEYJKARK

    DEYJKARK Aktives Mitglied 11.01.2010, 22:24

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    AW: Auffahrunfall: 2 schaffen's noch, der nächste nicht

    Hallo zusammen,

    für den fiktiven Fall hab' ich mal eine Skizze zusammengestellt. Bin mal gespannt, was Ihr zu dieser Situation sagt:

    Unfallskizze Auffahrunfall: 2 schaffen's noch, der nächste nicht

    Kann man den Fahrer des links abbiegenden, aber nicht blinkenden Fahrzeugs für die gefährliche Situation des nachfolgenden Verkehrs zu Verantowrtung ziehen und für 1/3-tel der Schäden verantwortlich machen?

    In diesem fiktiven Fall lägen 2 Zeugenaussagen, nämlich von Fahrer und Beifahrer des 2. PKW zu Ungunsten des Lenkers des 1. PKW vor.

    Gruß
    D.
  8. Humungus

    Humungus V.I.P. 11.01.2010, 22:43

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    AW: Auffahrunfall: 2 schaffen's noch, der nächste nicht

    Durchaus möglich. Aber die genaue Schuldzuteilung wird der Richter vornehmen. In dessen Kopf können wir nicht hineinsehen, und auch nicht in die Zukunft.
  9. gärtner73

    gärtner73 Star Mitglied 12.01.2010, 13:18

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    AW: Auffahrunfall: 2 schaffen's noch, der nächste nicht

    Zitat Humungus: 'Durchaus möglich. Aber die genaue Schuldzuteilung wird der Richter vornehmen.'


    So isses,

    interessant finde ich, dass das 2. Krad auf das 1. Fahrzeug aufgefahren ist.
    Somit stand dem Fahrer der eigene und der Sicherheitsabstand des 1. Krad zur Verfügung.
    Dies würde in meinen Augen die Schuld des Abbiegers nicht mindern aber die des Kradfahrers erhöhen.

    MfG
    Carsten
  10. Jesús Inquilino

    Jesús Inquilino Star Mitglied 12.01.2010, 13:43

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    AW: Auffahrunfall: 2 schaffen's noch, der nächste nicht

    Das lässt sich alles hören. Wo ich aber nachbohren würde ist die Unterstellung, es habe sich um eine "Notbremsung" gehandelt. Allein die Tatsache, dass der Linksabbieger nicht geblinkt hat, würde mir nicht ausreichen. Nach der schönen Skizze, die der Threadstarter nachträglich hier eingestellt hat, sieht es so aus, dass ein Linksabbiegen wohl möglich und auch zulässig ist. Wenn der Motorradfahrer dann als viertes Fahrzeug auf das dritte Fahrzeug fährt, ist nach meiner rechtlichen Wertung ein etwaiges Fehlverhalten des Linksabbiegers derart homöopathisch verdünnt, dass, wenn ich es zu entscheiden hätte, der Motorradfahrer zu 100 % haftet. Dies gilt insbesondere deshalb, weil des dem 2. und 3. Verkehrsteilnehmer noch gelungen ist, anzuhalten (Stichwort: "verkürzter Bremsweg"), dem Biker war also der Bremsweg nicht verkürzt.
  11. Humungus

    Humungus V.I.P. 12.01.2010, 14:03

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    AW: Auffahrunfall: 2 schaffen's noch, der nächste nicht

    Stimmt eigentlich, wenn man darüber nachdenkt: der vierte Mann hat ja zu dem Linksabbieger einen ziemlichen Abstand und konnte somit viel eher als die anderen sehen, was im bläute. Und wenn die anderen es geschafft haben, er aber nicht, war er wohl entweder schneller oder enger als die anderen unterwegs.
  12. DEYJKARK

    DEYJKARK Aktives Mitglied 12.01.2010, 14:28

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    AW: Auffahrunfall: 2 schaffen's noch, der nächste nicht

    Nun wären wir also wieder bei besagtem OLG Köln Urteil 16 U 56/00: OLG Köln 16 U 56/00

    Ich zitiere (ich weiß schon, jeder Fall liegt anders, aber es lohnt sich weiter zu lesen):

    Der Senat ist anders als das Landgericht der Ansicht, dass die Kausalität des Fehlverhaltens des Beklagten (Anmerk: ein Fahrradfahrer, der eine Straße kreuzt) das eine Fahrzeugkolonne zum plötzlichen Abbremsen zwingt, für den Auffahrunfall des VN der Klägerin (2. PKW, der aufgefahren ist) trotz des kollisionsfreien Anhaltens des dem VN unmittelbar vorausfahrenden Fahrzeugs des Zeugen H. fortwirkt und der haftungsrechtliche Zurechnungszusammenhang nicht ausscheidet.

    Für die Haftung eines Schädigers ist es ohne Belang, ob er den Schaden unvermittelt und selbst bewirkt hat oder ob dieser im Wege der Kettenreaktion eingetreten ist oder ob den Geschädigten eine Mitschuld trifft. In solchen Fällen ist die Zurechnungsfrage und dabei vor allem die Adäquanz des Zusammenhangs sorgfältig zu prüfen. Der "Filter der Adäquanz" ist heute allgemein als Ausgrenzung derjenigen Kausalverläufe anerkannt, die dem Verantwortlichen billigerweise rechtlich nicht mehr zugerechnet werden können.

    Adäquat ist eine Bedingung dann, wenn das Ereignis im allgemeinen und nicht nur
    unter besonders eigenartigen, unwahrscheinlichen und nach dem gewöhnlichen
    Verlauf der Dinge außer Betracht zu lassenden Umständen geeignet ist, einen Erfolg dieser Art herbeizuführen (vgl. BGH MDR 1995, 268). Der haftungsrechtliche
    Zurechnungszusammenhang entfällt (früher "Unterbrechung des Kausalzusammenhangs" BGH NJW 82, 573) anerkanntermaßen daher immer dann,
    wenn der weitere Schaden durch ein völlig ungewöhnliches und unsachgemäßes
    Verhalten des Dritten ausgelöst worden ist, da unter solchen Voraussetzungen
    zwischen den beiden Schadensbeiträgen bei wertender Betrachtung nur ein
    äußerlicher, gleichsam "zufälliger" Zusammenhang besteht und dem Erstschädiger
    ein Einstehenmüssen auch für diese Folgen deshalb billigerweise nicht mehr
    zugemutet werden kann, also das schädliche Verhalten bloßer äußerer Anlaß für das
    Verhalten des Dritten gewesen ist (vgl. beispielsweise BGH MDR 2000, 263 mwN;
    Jagusch/Hentschel (35.Aufl.) Straßenverkehrsrecht E 110 mwN).

    Nochmals zu den genauen - fiktiven - Umständen:

    Fahrzeugkolonne verläßt geschlossene Ortschaft. Ca. 2 KM außerhalb der Ortschaft in einem geschw.begrenzten Bereich (50 KM) biegt der vorausfahrende PKW ohne zu blinken links auf einen von Weitem nicht zu erkennenden, von Bäumen umwachsenen privaten Parkplatz eines Waldgasthofs ab.

    Der nächste folgende PKW kann gerade noch erfolgreich Notbremsen.

    Die vermutlich zu dicht folgenden KRäder, versetzt hintereinander fahrend, kommen durch diese Notbremsung in Bedrängnis: Das 1. KRad kann nur noch rechts am 2. PKW durch ein überraschendes Manöver ausweichen. Wäre dort kein Platz verblieben, wäre der Fahrer des 1. KRad's schwer verunfallt.

    Für das 2. KRad ist der verbleibende Notbremsweg nun nicht mehr ausreichend. Das KRad kommt zwischen 2. PKW und 1. KRad zum Sturz.


    Freue mich auf Eure Meinungen!
  13. Van Nille

    Van Nille V.I.P. 12.01.2010, 14:34

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    AW: Auffahrunfall: 2 schaffen's noch, der nächste nicht

    Dabei sollte aber nicht übersehen werden dass Motorräder in der Gruppe eben nicht wie Autos hintereinander fahren, sondern eher versetzt, wobei der Sicherheitsabstand durch die geringere Breite der Motorräder abenfalsl eingehalten werden kann. (Der zweite Motorradfahrer fährt ja nicht hinter dem ersten und muss zu diesem den Sicherheitsabstand einhalten, sondern fährt hier eigentlich ebenfalls hinter dem PKW.)

    Dummerweise hat ausgerechnet der zweite Motorradfahrer nun innerhalb kürzester Zeit die komplexeste Aufgabe zu lösen.

    Situation für den Autofahrer: Vor ihm ordnet sich ein Auto links ein und bremst unerwartet bis zum Stillstand ab. Einfache Reaktion: Vollbremsung! Ein Aufprall wird hier in aller Regel in Kauf genommen.

    Situation für den ersten Motorradfahrer: Aus unklaren Gründen legt das Fahrzeug vor ihm eine Vollbremsung hin. Er muss auch voll bremsen, das Motorrad stabil halten und einen Fluchtweg suchen um einen Aufprall zu vermeiden. Dieser bietet sich rechts an.

    Situation für den zweiten Motorradfahrer: Aus unklaren Gründen legt das Fahrzeug vor ihm eine Vollbremsung hin. Das versetzt vor ihm fahrende Motorrad legt ebenfalls eine Vollbremsung hin. Der Fahrer des zweiten Motorrades muss nun ebenfalls voll bremsen und dabei sowohl eine Berührung mit dem anderen Motorrad vermeiden, wie auch mit dem Auto. Die Flucht nach links verbietet sich wegen möglichen Gegenverkehrs...
  14. gärtner73

    gärtner73 Star Mitglied 12.01.2010, 17:03

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    AW: Auffahrunfall: 2 schaffen's noch, der nächste nicht

    Dazu hätte ich mal ne Frage.
    Handelte es sich bei dem 2. PKW um einen 'normalen' PKW, über den ein Motorradfahrer hinweg sehen kann oder um ein SUV oder Kleinbus?


    MfG
    Carsten
  15. DEYJKARK

    DEYJKARK Aktives Mitglied 12.01.2010, 17:36

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    AW: Auffahrunfall: 2 schaffen's noch, der nächste nicht

    Van Nille: Vielen Dank für die Interpretation. In Baden-Württemberg wird meist zu einem Unfall mit KRad-Beteiligung ein Motorrad-Polizist hinzugerufen, da dieser die Situation anders interpretieren kann als seine 4-rädrigen Kollegen. Deine Interpretation geht in diese Richtung!

    Gärtner73: Bei den beiden vorausfahrenden Fahrzeugen handelte es sich m.E. um einen Kleinwagen (=1. PKW) und ein Mittelklasse-Fahrzeug (=2. PKW). Vermutlich konnte man über das 2. PKW hinweg sehen, aber ich denke, dass die Bremslichter des 1 PKW nicht zu sehen waren.

    An dieser Stelle war die - fiktive - Straße schmal, es gab entgegenkommenden Verkehr, rechts eine steil ansteigende Böschung. Das Ganze fand im Mai morgens um 10 Uhr statt, es war sehr sonnig, die Fahrbahn trocken und sauber.

    Gruß
    D.

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