450€ - Urlaub/Lohnfortzahlung

Dieses Thema "450€ - Urlaub/Lohnfortzahlung | Seite 2 - Recht, Politik und Gesellschaft" im Forum "Recht, Politik und Gesellschaft" wurde erstellt von Katja 999, 2. April 2017.

  1. ElJogi

    ElJogi V.I.P. 10.04.2017, 00:47

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    für jemanden, der in einem Betriebsrat tätig war, ist das aber ziemlicher Unsinn.
    Für die Kündigung eines geringfügigen Beschäftigten gibt es zu Vollzeit oder Teilzeit Arbeitnehmern keinerlei Unterschied.

    Auch die Lohnnebenkosten sind für einen Minijobber höher, als bei einem normalen Arbeitnehmer im gleichen Einkommensbereich.
    Es gibt keinen Arbeitnehmeranteil.
    Ein Minijobber ist für Arbeitgeber teurer.

    Auch solche halbgaren Mythen von unqualifizierten Betriebsräten, wie sie in Deutschland häufig auftauchen, sorgen dafür, dass sich Minijobber schlecht beraten und irgendwie minderwertig fühlen.


    Die Vorteile für Arbeitgeber liegen darin, dass man sehr flexible Arbeitszeitmodelle durch die Besetzung mit mehreren Minijobbern realisieren kann.
    Zudem ist die Anzahl und Qualität der Bewerber in vielen Einsatzbereichen bei einer Ausschreibung als Mini Job weitaus größer.
    Viele normalerweise gut qualifizierte Arbeitnehmerinnen nehmen, zum Beispiel bei der Erziehung noch kleiner Kinder, gern einen Mini Job an, bei denen sie die einfache Tätigkeit und schlechtere Bezahlung hinnehmen, weil noch ein weiterer Hauptverdiener existiert und keine andere Möglichkeit zu finden ist.
    Die, vielleicht nicht wirklich notwendige , Qualifikation, erhält der Arbeitgeber so gratis.

    So hat der Arbeitgeber, beispielsweise eines Back-Shops, die Wahl, ob er zwei Minijobberinnen anstellt, die normalerweise Betriebswirte sind oder Industriekauffrau und rechnen können, oder im gleichen Lohnbereich einen Vollzeit Hauptschulabbrecher, bei dem die Kasse nicht stimmt.

    Das Problem für Vollzeit Arbeitsplätze liegt also darin, dass so viele Menschen weit unterhalb ihrer Qualifizierung und unterhalb ihres normalen Lohnniveaus bereit sind Minijobs auszuüben. Das liegt daran, dass es für diese Personen ein reiner Hinzuverdienst ist.

    Ich halte es daher für diskussionsfähig, ob Minijobs überhaupt für jeden offen sein sollten, auch wenn er auf diese absolut nicht angewiesen ist.
    Oder ob es bei Einzelpersonen und Paaren zusammengerechnet eine Einkommensgrenze geben sollte, ab welcher ein weiteren Mini Job nicht mehr beitragsfrei ist.
  2. *Jurafee*

    *Jurafee* Forum-Interessierte(r) 10.04.2017, 08:09

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    Hallo ElJogi,

    da stimme ich dir teilweise zu.

    Aber, ob ich qualifiziert bin oder nicht, kannst du nicht bewerten.

    Minijobber über nehmen oft (vor allem in Großbetrieben) die gleiche Arbeit wie der Angestellte vorher.
    Allerdings dann nicht im gleichen Lohnsegment sonder meist zum Mindestlohn.

    Daher kommt es, dass die Minijobber f. den AG preiswerter sind. Und obwohl die Pauschale der Lohnnebenkosten höher ist, kann diese voll als Betriebsausgaben steuerlich geltend gemacht werden, bringt also steuerliche Vorteile. Dies und die Verwaltung der Minijobs in der Minijobzentrale (verringerter Aufwand im eigenen Lohnbüro des AG) machen diese Jobmöglichkeit bei gleicher Leistung für den AG günstiger und bringt durch die Flexibilität der Einsätze viele Vorteile.

    Genau da liegt m.E. das Problem, sprichst aus AG Sicht.

    1. Es wird qualifizierten und gut ausgebildeten Menschen ermöglicht, NOCH mehr Geld zu verdienen. Dies allerdings mit den gleichen Tätigkeiten ihres normalen Berufes und in einem Lohniveau, das einem ungelernten Arbeiter gerecht wäre.

    2. Es würden sich auf eine Stellenausschreibung als Bürokaufmann\frau ja kaum Hauptschulabbrecher bewerben, aber es gibt auch reichlich gut qualifizierte AN, die arbeitslos sind und diese Stelle NICHT erhalten, weil sie durch zwei AN im unteren Lohnsegment des Minijobs besetzt ist.

    Und zuletzt:

    3. Hat auch ein Hauptschulabbrecher das Recht dem Staat nicht weiter auf der Tasche zu liegen und eine Vollzeitstelle zu erhalten, wenn seine Qualifikationen für die Stelle ausreichend sind.


    Vom Prinzip her hast du recht:
    Aber hier liegt wieder der Teufel im Detail.

    Ich habe schon einmal darauf hingewiesen, dass Beide AN (steuerpflichtig UND Minijob) größten Teils die gleichen Rechte haben. So auch im Kündigungsrecht.
    ABER viele Minijobber nehmen ihre Rechte nicht wahr oder kennen sie erst gar nicht (eben weil unqualifizierte BRmitglieder nicht ihren Job machen).

    So verläuft eine Kündigung meist (nicht immer) fristlos und keiner wehrt sich.
    Oft sogar nur mündlich bei Kleinbetrieben und Privatleuten.

    Und sollte es doch Gegenwehr geben, ist es oft so, dass Abfindungen angeboten werden um einen Rechtsstreit zu verhindern. Und diese fallen durch die meist relativ kurze Verweildauer im Betrieb und den geringen Stundenlöhnen extrem niedrig aus.


    Die Reglementierung dieser Jobs sollte nicht über die AN laufen sondern über Voraussetzungen an den AG, die er erst nachweisen muss.
    Vor allem in Hinblick darauf, warum der AG die vorherige steuerpflichtige Beschäftigung nun in mehrere Minijobs auflösen muß.

    ElJogi,
    wenn man jemanden als unqualifiziert bezeichnen will, sollte man selber erstmal schauen, ob man selber reale Erfahrungen hat und sein Wissen nicht nur aus Büchern und Google holt.

    Papier ist geduldig, Rechte und Pflichten stehen auf Papier ... und für jedes Papier gibt es eine Schublade, in der es verschwinden kann.
    Bis sich jemand traut mal in die übervollen Schubladen zu schauen.

    LG
    *Jurafee*
  3. WeisWas

    WeisWas Aktives Mitglied 10.04.2017, 10:07

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    Die Lohnnebenkosten der Festangestellten können genauso als Betriebsausgaben verbucht werden und bringen steuerliche Vorteile. Macht also keinen Unterschied.

    Das ist schlicht falsch. Da verringert sich überhaupt kein Aufwand im eigenen Lohnbüro.
    Alle Daten werden beim AG erfaßt und dann lediglich an die Minijobzentrale gemeldet. Für die Abrechnungen und alles, was damit zusammenhängt, ist der AG verantwortlich. Woher sonst soll die Minijobzentrale monatliche Stundenzahlen, Krankheits- und/oder Urlaubstage, Beginn, Ende der Beschäftigung ... wissen?
    Lohnabrechnungen für Minijobber sind - weil meistens nach Stunden abgerechnet wird - zeitaufwändiger und damit teurer als die für Mitarbeiter mit Festgehalt.

    Jetzt bin ich aber platt. Du willst ernsthaft sagen, ein qualifizierter und gut ausgebildeter Arbeitnehmer stellt sich in die Bäckerei, um bei Mindestlohn NOCH mehr Geld zu verdienen? Was für ein Unsinn. Diese Leute würden NIE freiwillig für so wenig Geld arbeiten.

    Genau, am besten noch mehr Vorschriften ...

    Guck mal über den Tellerrand Deines Großunternehmens hinaus:

    Du kaufst bestimmt mal ein beim kleinen Bäcker, Metzger, Wirt, Schneider, Schreibwarenverkäufer, Buchhändler ... Und diesen Unternehmern willst Du immer neue Vorschriften aufs Auge drücken? Die können diese doch gar nicht überblicken geschweige denn erfüllen. Mit dem Effekt, dass sie dann lieber die Öffnungszeiten verkürzen und gar keine Minijobs zur Verfügung stellen.
    Wie erklärst Du das der Hausfrau, die dadurch ihren Minijob verliert?
  4. ElJogi

    ElJogi V.I.P. 10.04.2017, 12:28

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    Na, du machst das Bild ja deutlicher.

    Die Kostenbetrachtung ist und bleibt völliger Unsinn.
    Personalkosten sind immer Betriebsausgaben. Man spart gar nichts bei einem Mini-Jobber. Und Steuern schon erst recht nicht. Auch Förderumlagen und Maßnahmen-Budgets sind nicht anwendbar.

    Und ich habe gerade im unteren Lohnsegment schon derart viele Menschen beschäftigt, dass du auch einfach hinnehmen darfst, dass Mini-Jobber formell teurer sind.

    Gedankenspielchen, wie mit diesen angeblich umgegangen wird, als institutionell gegeben darzustellen, wird wohl nichts bringen.

    Man kann den Einsatz im industriellen Umfeld bei "richtigen" Jobs auch nicht mit den Beschäftigungen hinter Ladentheken und der Gastronomie gleichsetzen.
    Hier sind die großen Abweichungen von der Rechtsnorm zu finden.


    Einig sind wir uns, dass sehr viele Menschen einen Mini-Job verrichten, um mit dem Hinzuverdienst einfach ein "Extra" zu verdienen, auf das sie nicht angewiesen sind.

    Der größere Feind der Vollzeitjobs ist eher der Teilzeitjob und weniger der Minijob. Es gibt Branchen, die praktisch nur noch Teilzeit anbieten.
    bennelong gefällt das.
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