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Was liegt hier vor???

Dies ist eine Diskussion zu Was liegt hier vor??? innerhalb des Forums Strafrecht / Strafprozeßrecht

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  #1 (permalink)  
Alt 27.08.2009, 16:17
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Question Was liegt hier vor???

Hallo,

ich habe eine Frage an alle Mitrechtler Wie würdet ihr folgende Fallkonstellation lösen?

A und B planen das Haus des C abzubrennen. A will dazu leicht entzündliche Materialien in den Keller des Hauses schaffen und das Stromkabel manipulieren. Anschließend soll B später durch die Betätigung des Lichtschalters das Feuer auslösen. Jedoch kommt es schon durch die Manipulation des Stromkabels durch A zum Kurzschluss und infolge dessen zum Brand. Als B zum Tatort kommt, um den Lichtschalter zu betätigen, brennt das Haus bereits lichterloh. Im Haus befindet sich ein Mensch, der um Hilfe ruft. B alamiert deshalb die Feuerwehr.
Wie haben sich A und B strafbar gemacht?

Bin für jede Hilfe und Anregung dankbar!

Ich sehe die Sache so, dass sich A nur wegen der vollendeten Brandstiftungsdelikte strafbar gemacht hat oder übersehe ich da einen Versuchstatbestand?
Bei B kann ich mich nicht zwischen (versuchter?) Mittäterschaft oder (versuchter) Beihilfe entscheiden.
Wie seht ihr das? Wo bringe ich Probleme unter?
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  #2 (permalink)  
Alt 27.08.2009, 16:52
V.I.P.
 
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AW: Was liegt hier vor???

Scheinbar war im Haus jemand?! Da sollte man vielleicht mal auf die Idee kommen, ob ein Tötungsdelikt oder Körperverletzungsdelikt anzuprüfen wäre.

Vielleicht ist hier auch eine Sachbeschädigung zu erkennen?! hmmm...
Zitat:
Wo bringe ich Probleme unter?
Täterschaft und Teilnahme. Da dürfte der Schwerpunkt liegen. Und die Probleme reichen bei weitem
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  #3 (permalink)  
Alt 27.08.2009, 17:21
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AW: Was liegt hier vor???

Danke für deine Antwort!
Scheinbar habe ich mich etwas missverständlich ausgedrückt, denn die Sachbeschädigung (§ 303, § 305 StGB) etc., was du ansprichst, sehe ich.
Mir mangelt es auch nicht daran, dass ich die Probleme nicht sehe, sondern schlimmer- ich weiß sie nicht richtig unterzubringen
C, der sich im Haus befindet, geschieht nichts, weil B ja die Feuerwehr anruft (der Sachverhalt geht eigentlich noch weiter).

Mein großes Problem ist A und B und wie sich B vor allem strafbar gemacht hat?
Kann mir da bitte jemand helfen bzw. eine konkrete Aussage machen?

Ist das (versuchte) Mittäterschaft? Was ist mit dem Tatplan bzw. dem Tatbeitrag?
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  #4 (permalink)  
Alt 27.08.2009, 17:29
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AW: Was liegt hier vor???

Hier kann B jederzeit sagen er ist durch zufall vorbei gekommen und hat die Hilfeschreie gehört.Eine mittelbare Täterschaft kann Ihm doch nicht nach gewiesen werden wenn von B keinerlei Spuren zu erkennen sind. Da kann A zehn mal sagen das sie die Sache gemeinsamm machen wollten. A könnte hier sogar noch wegen Mordes § 211 angeklagt werden.
__________________
Sorge dich nicht Lebe!
Alle von mir aufgeführten Aussagen sind nicht Rechtsverbindlich und ohne Gewähr.
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  #5 (permalink)  
Alt 27.08.2009, 17:37
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AW: Was liegt hier vor???

Ja, das mag sein. Aber ich glaube ich muss das mehr mit Theorien abgrenzen. Das ist der Sachverhaltsbeginn meiner Hausarbeit und mich macht auch sehr stutzig daran, dass B noch die Feuerwehr ruft. Sie gibt dabei keine genauen Angaben durch, weil sie Angst hat, erkannt zu werden. Das klingt für mich sehr nach "Rücktritt" oder bei Brandstiftung nach tätiger Reue.
Mich stört an dem Sachverhalt so sehr, dass es anders läuft, als der Tatplan es vorsieht und der Tatbeitrag der B und was ich bei B genau prüfen/anprüfen soll und ob das bei A zwei Tathandlungen sind:
1.) versuchte Brandstiftung durch Manipulation des Stromkabels --> aber wo falle ich dann raus?
2.) Brandstiftung durch den Kurzschluss?
Mit den Körperverletzungsdelikten oder Totschlag/Mord habe ich keine Probleme.
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  #6 (permalink)  
Alt 27.08.2009, 17:52
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AW: Was liegt hier vor???

Zitat:
Hier kann B jederzeit sagen er ist durch zufall vorbei gekommen und hat die Hilfeschreie gehört.
Das interessiert keinen. Wenn es so im Sachverhalt steht, muss man es eben so hinnehmen.
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  #7 (permalink)  
Alt 27.08.2009, 18:23
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AW: Was liegt hier vor???

Ich poste mal den ganzen Sachverhalt. Vielleicht hat ja jemand Interesse daran?! Bin für jede Hilfe unendlich dankbar, denn ich schlage mich seit Tagen damit rum und drehe mich nur im Kreis bzw. komm nicht voran, weil ich nicht weiß wie. Bin echt verzweifelt...
Mein größtes Problem ist der Anfang:

A ist Knecht auf dem Gehöft des C. A verbindet eine heimliche Liebschaft
mit der nicht auf dem Hof lebenden B, der Tochter des C. A hat das Leben auf
dem Gehöft satt und erinnert sich daran, dass der bereits sehr alte C ihm einmal erzählt hat, er habe das Gehöft feuerversichert. Sollte es abbrennen, dann würde er die Versicherungssumme seiner Tochter übergeben. Er könne zwar den von seinen Eltern geerbten Hof niemals freiwillig aufgeben, wenn der Hof jedoch abbrenne, dann werde er sich im Seniorenheim zur Ruhe setzen. A beschließt dies auszunutzen und begibt sich zu der im Dorf lebenden B. Er spiegelt ihr vor, C habe ihn heimlich gebeten, den feuerversicherten Hof am Tag des Kirchweihfestes im Dorfe anzuzünden, damit B ein sorgenfreies Leben führen könne. Sie solle davon jedoch nichts erfahren, damit sie sich nicht unnötig Sorgen mache oder Einwände erhebe.
A schlägt vor, diesen Wunsch des C zu respektieren, zumal es so leichter sei, später gemeinsam von dem Geld zu leben. A kam mit B überein, dass er in der Nacht vor dem Kirchweihfest leicht entzündliche Materialien im Keller des Wohnhauses des Gehöfts anhäufen und ein Stromkabel so präparieren werde, dass die Materialien bei Betätigung des Lichtschalters Feuer fangen. Die Kellertüre werde er dann verschließen und den einzigen Schlüssel hierfür der B am nächsten Morgen auf dem Hof heimlich übergeben. Diese solle dann, nachdem C und A den Hof verlassen haben, die Türe aufschließen und den Lichtschalter betätigen. Wenn der Brand entfacht sei, solle sie schnell zum Kirchweihfest kommen, damit alles wie ein Unfall aussehe. Durch diese Vorgehensweise sei sichergestellt, dass niemand zu Schaden kommen könne.
Es kam jedoch alles anders. Infolge der Manipulation des Stromkabels kam es schon am frühen Morgen des Festtages zu einem Kurzschluss, der das Feuer entfachte. Als das Feuer bereits den gesamten Kellerraum sowie die zum Obergeschoss führende Treppe erfasst hatte, bemerkte der im Stall die Kühe versorgende A den Brand. Er erkannte, dass sich der im Dachgeschoss schlafende, gebrechliche C nicht mehr selbst würde retten können. Er nahm dies jedoch in Kauf, weil er befürchtete, die Herbeiholung der Feuerwehr könne sein eigenes Fehlverhalten an den Tag bringen und begab sich deshalb zum Frühschoppen in die
Dorfkneipe.
Als B nur kurz danach auf den Hof kam, brannte das Haus bereits lichterloh und sie
konnte den C im Dachgeschoss um Hilfe schreien hören. H wollte zunächst das Weite suchen, obwohl sie erkannte, dass C dann verbrennen würde. Dann entschloss sie sich jedoch, bei der Dorffeuerwehr anzurufen und dem dort wachhabenden Feuerwehrmann mitzuteilen, dass „es am Dorfrand brenne“. Aus Angst, der Feuerwehrmann könne sie vielleicht erkennen, erklärte die B trotz Nachfrage, genauere Angaben zum Brandort könne sie nicht machen, da sie „ortsfremd sei“. Anschließend legte sie auf und eilte von dannen. Die Feuerwehr traf nach längerer Suche gerade noch rechtzeitig ein und konnte C unverletzt aus den Flammen retten. Einer der Feuerwehrleute (F) erlitt jedoch eine schwere Rauchvergiftung, die nach wenigen Tagen zum Tod des F infolge Herzversagens führte. Der Tod mag auch dadurch mitbedingt gewesen sein, dass F bereits im Vorgriff aus das Kirchweihfest einige Gläser Schnaps zu sich genommen hatte und deshalb im Krankenhaus nicht optimal behandelt werden konnte.
A kehrte noch am Nachmittag des Brandtages zum Brandort zurück, um nicht unnötig Verdacht zu erregen. Die Feuerwehrleute waren bereits abgezogen, in unmittelbarer Nähe des abgebrannten Wohnhauses fand A aber neben einer abgelegten Jacke einer Feuerwehruniform eine Tasche, die offensichtlich dem an den Löscharbeiten beteiligten Feuerwehrmann Stefan Strahl (S) gehörte. A war sich nicht sicher, ob S die Tasche dort verloren oder zusammen mit der Jacke abgelegt und damit lediglich vergessen hatte. Er durchsuchte die Tasche und fand darin einen verschlossenen Briefumschlag, der offensichtlich eine größere Menge Geldscheine enthielt. Da der Briefumschlag von C mit der Aufschrift „Notgroschen“ versehen wurde, vermutete B, der wahren Sachlage entsprechend, dass der Feuerwehrmann den Umschlag bei den Löscharbeiten im Haus gefunden hatte und in der Hoffnung mitgenommen hatte, der Verlust würde G wegen des Brandes ohnehin nicht auffallen. A nahm den Umschlag, der 8.000 € enthielt, an sich und wollte das Geld auf sein Konto bei der dörflichen Stadtsparkasse einzahlen. Dabei wurde er allerdings von seinem Stammtischkollegen Paul Pratze (P), dem Dorfpolizisten, der an diesem Tag allerdings keinen Dienst hatte, beobachtet. P trat auf A zu, bevor das auf dem Banktresen liegende Geld als Einzahlung verbucht wurde und zog den B beiseite. Da A ihm noch 500 € wegen des letzten Skatabends schuldete und P vermutete, dass der an sich vermögenslose A das Geld nur gestohlen haben kann, drohte er ihm: „Wenn Du mir nicht, meine 500 € gibst, dann muss ich wegen des Bargeldes ermitteln und ich denke, das bringt Dich in den Knast“. Bereitwillig gibt A dem P 500 € von den Geldscheinen aus dem Umschlag und zahlt nur die restlichen 7.500 € auf sein Konto ein. C stellte, wie von A und B vorausgesehen, nur wenige Tage nach dem Brand Antrag auf Leistung der Versicherungssumme, die auch wenig später auf sein Konto überwiesen wurde.
Da C nicht wusste, wie es zu dem Brand gekommen war, überwies er den Betrag seiner Tochter B, die das Geld, wie geplant, mit A teilte.
Frage: Wie haben sich A, B und P strafbar gemacht?
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Alt 27.08.2009, 19:57
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AW: Was liegt hier vor???

Zitat:
Zitat von marcdsl
Das interessiert keinen. Wenn es so im Sachverhalt steht, muss man es eben so hinnehmen.
Das ist eine tolle Antwort. Vielleicht kannst du mal etwas genauer werden.
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