Dies ist eine Diskussion zu Umstrittener Polizei-Einsatz in den USA innerhalb des Forums Strafrecht / Strafprozeßrecht
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| Umstrittener Polizei-Einsatz in den USA (zartbesaitete sollten das Video eher nicht ansehen. Das Bild ist zwar schlecht und man erkennt die grausigen Details nicht. Es bleibt aber dabei, dass darauf zu sehen ist, wie ein Mensch erschossen wird) http://www.youtube.com/watch?v=bY5ioBvrYIg Ich werfe mal meine persönliche Meinung in den Raum: Der Kapuzenmann K ging in Angriffshaltung auf den Polizisten zu. Für Warnschüsse wäre eventuell keine Zeit geblieben. Zu überlegen wäre, ob hier der Hund zum Einsatz hätte kommen müssen. Allerdings sieht für mich eher so aus, dass das Risiko bestand, dass der Hund nicht rechtzeitig gekommen wäre. Der Elektroschocker hatte kurz vorher bereits versagt (er wischt sich im Video das Projektil aus dem Gesicht, als ob er gar nichts spürt), wäre also ebenfalls riskant. Schusswaffengebrauch war also gerechtfertigt. Aber gleich fünf mal in den Oberkörper?! Es wäre für einen ausgebildeten Polizisten sicherlich genug Zeit gewesen, auf die Beine zu zielen und zu schießen. Zu guter letzt dreht sich K deutlich erkennbar weg und bricht den (angedrohten) Angriff ab, als ihn noch fünf weitere Kugeln treffen. Diese schüsse sind meiner Ansicht nach überhaupt gar nicht mehr zu rechtfertigen. |
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| AW: Umstrittener Polizei-Einsatz in den USA Seh ich genauso. Notwehrexzess. Wie das in Amerika ist weiß ich leider nicht. |
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| AW: Umstrittener Polizei-Einsatz in den USA Im Buch eines FBI Agenten hab ich mal gelesen wie die trainiert werden "Du ziehst Deine Waffe nur um zu schießen, Du schießt nur um zu töten"
__________________ Zitat:
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| AW: Umstrittener Polizei-Einsatz in den USA Aus meiner persönlichen Sicht war ein Schusswaffengebrauch absolut gerechtfertigt. Schüsse in die Beine sind Quatsch, darauf sollte man sich niemals einlassen, wenn das eigene Leben in Gefahr ist - was der Fall ist, wenn jemand mit einem Brecheisen ausholt! Allerdings hätten auch ein oder zwei Schüsse gereicht. In aller Regel wird das Dublettenschießen gelehrt: Das bedeutet, dass man einen Schuss in die Körpermitte setzt (die ist am einfachsten zu treffen) und wenn der Angreifer seinen Angriff dann immer noch fortsetzt (kommt vor, wenn der Angreifer unter Drogen steht) einen gezielten Schuss in den Kopf. Nun muss man aber dazu sagen, dass solche Situationen auch für die Polizisten Stress und Angst bedeuten. Ich glaube gerade in den USA ist es schon fast Standard, dass der erste Schuss quasi das Startsignal für die anderen ist, die dann auch alle anfangen zu schießen. Dem entgegen zu halten ist aber die Ausbildung der Polizisten, die sowas eigentlich verhindern sollte. Ob das dem Angreifer geholfen hätte ist aber eine andere Frage: Auch der erste Treffer kann bereits tödlich sein. Das gilt im übrigen auch für Schüsse in Schulter, Arme und Beine! Wenn eine Arterie getroffen wurde, kann der Verletzte sehr schnell verbluten. Für die Polizisten wäre das nach deutschem Recht wohl ein Notwehrexzess. Das kann für einen deutschen Polizisten bitter ausgehen, wenn er nicht von seinen Kollegen gedeckt wird. Das kommt leider sogar bei vorsätzlichem Mord vor, wie der Fall Kurras zeigt. ![]() http://www.zeit.de/gesellschaft/zeit...-kurras-berlin
__________________ Demokratie ist, wenn man sich aussuchen kann, wer einen verarscht. (Hagen Rether) |
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| AW: Umstrittener Polizei-Einsatz in den USA Zitat:
Zitat:
Streckt der erste Treffer den Angreifer nieder und geht erkennbar von ihm keine Gefahr mehr aus, wird kaum jemand noch weiterschießen. Passiert dies aber eben nicht, und ist der Angreifer noch weiter aktiv, egal in welche Richtung, dann wird er als imminente Gefahr wahrgenommen und solange bekämpft, bis er ausgeschaltet ist. Davon abgesehen sollte man die Wirkung von Schusswaffen auch nicht überschätzen. Menschen können mit mehreren Körpertreffern noch ausreichend lange kampffähig bleiben, um jede Menge Schaden anzurichten. In den 70er Jahren, als die deutsche Polizei noch die Walther PPK Kaliber 7,65mm als Standard-Waffe führte, versuchte einmal ein Polizeibeamter, einen Amokläufer zu stoppen. Er schoss das Magazin der PPK leer, alle 7 Schüsse trafen den Amokläufer. Er zeigte keine Wirkung, zu Boden ging er erst, als ein Bauarbeiter ihm eine Schaufel über den Kopf schlug. US Marine Staff Sergeant Anthony Viggiani führte 2004 die Soldaten seines Zuges in Afghanistan zweieinhalb Stunden lang in einem Feuergefecht in glühender Wüstenhitze und in einem Geröllgelände, bergauf - mit einem Oberschenkeldurchschuss, erhalten aus einer AK 47. (Bei der Verleihung des Navy Cross, der zweithöchsten Tapferkeitsauszeichnung, gefragt, ob ein solcher Oberschenkeldurchschuss denn nicht eine extrem schmerzhafte Verwundung sei, antwortete er: "It stings a little bit." Es brennt ein bißchen...) Ich denke, es gibt eine Grenze, jenseits der ein Gewalttäter einfach damit rechnen muß, getötet zu werden, weil ihn Polizeibeamte (oder wer auch sonst immer) für eine so gravierende Gefahr für das Leben anderer Menschen halten, daß ohne alle weitere "Experimente" das nachhaltige Ausschalten (sprich: die Tötung) als einzige vertretbare Reaktion erscheint. Und egal ob "Zivilist", Polizeibeamter oder US Navy Seal - jeder Mensch reagiert extrem, wenn er sich einer lebensbedrohenden Gefahr ausgesetzt sieht.
__________________ Es ist keinerlei Grund für die Annahme erkennbar, die Autoren der Verfassung hätten mit ihren Worten nicht das gemeint, was sie damit gesagt haben, sondern vielmehr das genaue Gegenteil davon. (Der US-Supreme Court in seiner Entscheidung zu den "Pentagon Papers"; New York Times Co. vs. United States, 403 U.S. 713, 1971) |
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| AW: Umstrittener Polizei-Einsatz in den USA Zitat:
Es kommt nicht darauf an, ob ein Polizist (oder Hells Angel oder wer auch immer) tatsächlich in Lebensgefahr ist. Es reicht völlig, daß er sich in Lebensgefahr fühlt. (Ein sehr lesenswerter Artikel zu diesem Thema.)
__________________ Es ist keinerlei Grund für die Annahme erkennbar, die Autoren der Verfassung hätten mit ihren Worten nicht das gemeint, was sie damit gesagt haben, sondern vielmehr das genaue Gegenteil davon. (Der US-Supreme Court in seiner Entscheidung zu den "Pentagon Papers"; New York Times Co. vs. United States, 403 U.S. 713, 1971) |
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| AW: Umstrittener Polizei-Einsatz in den USA Zitat:
Zitat:
Zitat:
In diesem Fall sehe ich aber keinen Hinweis auf weitere Angriffe. Allenfalls ist die theorethische Möglichkeit denkbar, aber so einfach kann man es sich doch nicht machen? (mal so nebenbei: wenn es reicht, dass ich mich ich in Lebensgefahr fühle und rückwärts vor einem potentiellen Angreifer (sagen wir er ist unbewaffnet)weglaufe mit defensiver Körpersprache (Hände schützend vor den eigenen Körper) und dabei laut rufe, dass er wegbleiben soll: ist das dann ein "gegenwärtiger Angriff" wenn er mir trotzdem nachläuft und immer näher kommt? Dürfte ich dann einen Überraschungsangriff starten, wenn er bis in Reichweite meiner Arme "nachrückt"? Bei meinem Verhalten müsste er ja auch damit rechnen, dass ich mich sehr bedroht fühle.) |
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| AW: Umstrittener Polizei-Einsatz in den USA Zitat:
Und selbst wenn das mit den Beinen Gesetz wäre, was es aber nicht ist: Mir ist mein Leben lieber als das Gesetz. Zitat:
Zitat:
Nicht böse gemeint, aber wirklich: Das ist Unsinn auf die Beine zu schießen. Das kann man machen, wenn jemand flieht - vielleicht. Aber nicht, wenn man mit einer Stange angegriffen wird. Und wie ich schon sagte: ein oder zwei Schüsse hätten ausgereicht!Zitat:
Zitat:
Zitat:
Man kann einfach nicht erwarten, dass man sich als Hänfling mit bloßen Händen gegen einen bewaffneten Rocker wehrt, der einen mit einer Eisenstange windelweich schlagen will. Hier steht auch noch etwas zum Thema Notwehr: http://www.juraforum.de/forum/blogs/...der-nicht.html
__________________ Demokratie ist, wenn man sich aussuchen kann, wer einen verarscht. (Hagen Rether) |
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| AW: Umstrittener Polizei-Einsatz in den USA Zitat:
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__________________ Es ist keinerlei Grund für die Annahme erkennbar, die Autoren der Verfassung hätten mit ihren Worten nicht das gemeint, was sie damit gesagt haben, sondern vielmehr das genaue Gegenteil davon. (Der US-Supreme Court in seiner Entscheidung zu den "Pentagon Papers"; New York Times Co. vs. United States, 403 U.S. 713, 1971) |
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| AW: Umstrittener Polizei-Einsatz in den USA Zitat:
Auf dem Schießplatz habe ich die Zeit zu gucken, ob und wohin ich die Scheibe getroffen habe. In der Realität der Todesgefahr endet der Angriff in dem Moment, wo der Angreifer bewegungslos am Boden liegt. Und keine Sekunde vorher. Es ist höchst bewundernswert, wenn ein Polizist oder Soldat die kühle Übersicht hat, sich sicher zu sein: "Der Treffer saß, der Getroffene wird spätestens zwei Meter vor mir zu Boden fallen und weder mich noch einen anderen noch verletzen." Verlangen kann man das nicht. Zitat:
Alles andere ist graue Theorie am Grünen Tisch. Zitat:
In der Realität überschwemmt das Adrenalin dann in einer Zehntelsekunde den Körper, und man verbraucht 50 Prozent der Reaktionsfähigkeit in der kurzen Zeit bis zur Reaktion für die Überlegung: "Warum, verflucht noch mal, zittern mir plötzlich so die Hände und die Knie?"
__________________ Es ist keinerlei Grund für die Annahme erkennbar, die Autoren der Verfassung hätten mit ihren Worten nicht das gemeint, was sie damit gesagt haben, sondern vielmehr das genaue Gegenteil davon. (Der US-Supreme Court in seiner Entscheidung zu den "Pentagon Papers"; New York Times Co. vs. United States, 403 U.S. 713, 1971) |
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