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| Wie findet man den passenden Anwalt? Veröffentlichungen Die Qualität von juristischen Schriftsätzen oder Aufsätzen wie sie in einschlägigen Zeitschriften oder neuerdings auch auf Anwaltshomepages zu finden sind, vermag ein Nichtjurist wohl nur sehr schwer einzuschätzen. Schafft es ein Anwalt bei einem Beitrag für seine Mandanten allerdings komplexe und schwierige Rechtssachverhalte für Jederman verständlich darzustellen, wird ihm dies sicher auch im Rahmen von Mandantengesprächen gelingen. Eine kontinuierliche Veröffentlichung von juristischen Beiträgen zu bestimmten und aktuellen Themen zeigt nicht selten, dass sich der Anwalt auf dem neusten Stand der Rechtsprechung befindet. Mastertitel Ein Auslandsstudium (in der Regel wird ein einjähriges Masterstudium mit dem Titel "LL.M." absolviert) zeigt neben der sprachlichen Kompetenz in einer Fremdsprache die Fähigkeit des Anwalts, sich gut in fremden Kulturen zurecht finden zu können. Solch eine Zusatzqualifikation kann vor allem für Mandanten nützlich sein, die ein grenzübergreifendes Rechtsproblem haben oder eine kompetente Beratung in einer bestimmten Korrespondenzsprache wünschen. Doktortitel Was sagt ein Doktortitel aus? Promovieren darf in der Regel nach den meisten Promotionsordnungen in Deutschland nur ein Jurist, der ein überdurchschnittlich gutes Examen abgelegt hat. Eine Doktorarbeit (Dauer: ca. 2-5 Jahre) beschäftigt sich zumeist mit juristischen Grenzproblemen, die bisher noch kein anderer Jurist bearbeitet hat. Die Probleme stammen nicht selten aus einem ganz bestimmten Fachgebiet wie z.B. Umweltrecht. Für Mandanten, die z.B. ein juristisches Gutachten zu einem Problem im Umweltrecht benötigen, wird der promovierte Umweltrechtler daher sicher die richtige Wahl sein. Fachanwaltstitel Immer häufiger hört man den Satz: "Geh doch zum Fachanwalt!". Was ist eigentlich ein Fachanwalt? Als angehender Fachanwalt muss man einen theoretischen Fachanwalts-Lehrgang (120 bis 180 Zeitstunden abhängig vom Rechtsgebiet) absolvieren sowie die praktische Erfahrung im betreffenden Rechtsgebiet durch die selbständige Bearbeitung einer bestimmten Anzahl von Fällen innerhalb der letzten drei Jahre nachweisen. Außerdem muss ein Fachanwalt sich ständig fortbilden. Die Verleihung des Fachanwaltstitels wird dann durch die Rechtsanwaltskammer vorgenommen. Fachanwalt kann man für folgende 14 Rechtsgebiete werden: Arbeitsrecht, Bau- und Architektenrecht, Erbrecht, Familienrecht, Insolvenzrecht, Medizinrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Sozialrecht, Steuerrecht, Strafrecht, Transport- und Speditionsrecht, Verkehrsrecht, Versicherungsrecht und Verwaltungsrecht. Einem Mandanten, der allerdings ein Problem mit seiner Online-Versteigerung hat oder eine allgemeine Rechtsberatung sucht, steht gar kein Fachanwalt zur Seite. Von daher gibt es auch einige Stimmen unter den Juristen, die die komplette Freigabe der Fachanwaltstitel für alle Rechtsgebiete fordern. Tätigkeits- und Interessenschwerpunkte Immer wieder sieht man in Anwaltsverzeichnissen oder auf Anwaltshomepages die Bezeichnungen Tätigkeits- bzw. Interessenschwerpunkte. Was bedeuten diese? Ein Anwalt darf nicht mehr als fünf Schwerpunkte insgesamt benennen, davon höchstens drei Tätigkeitsschwerpunkte. Interessenschwerpunkte darf nur benennen, wer besondere Kenntnisse auf dem benannten Gebiet nachweisen kann, die im Studium, durch vorherige Berufstätigkeit, durch Veröffentlichungen oder in sonstiger Weise erworben wurden. Tätigkeitsschwerpunkte darf nur benennen, wer zusätzlich auf dem benannten Gebiet nach der Zulassung als Rechtsanwalt seit mindestens zwei Jahren in erheblichem Umfang tätig gewesen ist. Einen Anhaltspunkt, welche Rechtsgebiete der potentielle Anwalt bevorzugt, bieten diese Schwerpunkte. Generell ist eine Spezialisierung von Vorteil, da der Anwalt in dem betreffenden Rechtsgebiet in der Regel dann nachhaltig Erfahrungen und Wissen gesammelt hat. Ob man daraus den Umkehrschluss ziehen sollte, dass der auf ein bestimmtes Rechtsgebiet spezialisierte Anwalt in einem anderen Rechtsgebiet nicht so versiert ist, kann man sicher nicht verallgemeinern. Von der Theorie her ist die juristische Ausbildung darauf ausgelegt, dass sich jeder Jurist in jedes Rechtsgebiet einarbeiten können sollte. Dass hier jeder Jurist im Laufe seiner Karriere bestimmte Vorlieben entwickelt, ist wohl nachvollziehbar. Wichtige Softskills des Anwalts Neben einer guten Qualifikation braucht es für einen guten Anwalt sicher noch weiterer Eigenschaften. Ein Anwalt muss die Probleme des Mandanten lösen, ihm zuhören und rechtlichen Beistand leisten. Ohne ein gutes persönliches und emotionales Verhältnis ist die Bewältigung oft sehr intimer Sachverhalte und Probleme nicht möglich. Als Mandant sollte man daher versuchen, sich auch über die diese sog. Softskills des Anwalts ein Bild zu machen. Mit Softskills ("weiche Fähigkeiten") bezeichnet man den Umgang mit Menschen und Entscheidungen sowie die emotionale Intelligenz. Man könnte sich daher folgende Fragen stellen: Fühle ich mich verstanden und gut aufgehoben? Ist mir der Anwalt sympathisch? Hat er Kampfgeist? All dies lernt man als Anwalt nicht unbedingt an der Uni oder im Fachanwaltslehrgang, obwohl ein zügiges Studium und eine Promotion durchaus für Kampfgeist und Durchhaltevermögen stehen können. Am besten versucht man sich Informationen über die Softskills durch die Art und Weise der Selbstdarstellung auf der Homepage der Kanzlei und durch einen persönlichen Anruf bei der Kanzlei zu verschaffen. So kann man sich unter Umständen sogar schon im Vorfeld des Mandats durch ein persönliches Gespräch mit dem Rechtsanwalt ein Bild von ihm machen. Fragebeispiele an den Anwalt: Welche Kosten fallen für eine Erstberatung bei dem Fall an? Haben Sie schon Erfahrungen in dem betroffenen Rechtsgebiet oder bei vergleichbaren Sachverhalten gesammelt? Wieviele Fälle haben Sie aus diesem Gebiet schon bearbeitet? Man besten vergleicht man die Antworten von verschiedenen Kanzleien und Anwälten und vereinbart dann mit seinem Favoriten einen persönlichen Termin. (se) |
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