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Zu Guttenberg - Betrug?

Dies ist eine Diskussion zu Zu Guttenberg - Betrug? innerhalb des Forums Recht, Politik und Gesellschaft

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  #1 (permalink)  
Alt 24.02.2011, 19:08
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Zu Guttenberg - Betrug?

Unserem Verteidigungsminister wird wegen des Plagiatvorwurfs seiner Dissertation der Straftatbestand des Betruges vorgeworfen.

Ich frage mich: Wo ist eine eventuelle, fremde Vermögensschädigung, die die Norm auferlegt?

Das lässt sich natürlich auf jeden Täuschungsversuch übertragen und ist somit allgemein gemeint und nicht speziell auf Herrn zu Guttenberg bezogen.
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  #2 (permalink)  
Alt 24.02.2011, 21:05
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AW: Zu Guttenberg - Betrug?

Es ist richtig, daß man bei einer Täuschung im Sinne von 'Abschreiben' oder im Rahmen von Plagiatsvorwürfen mit dem Vorwurf des 'Betruges' im volksmundlichen Sinne konfrontiert wird.

Ein 'Betrug' im strafrechtlichen Sinne des § 263 StGB scheitert an der Vermögensschädigung.

Wenn ein fiktiver Doktorant eine Doktorarbeit schreibt, hat er in der Regel eine eidesstattliche Versicherung abzugeben, daß er verbotene Handlungen / verbotene Handwerkszeuge nicht bei seiner Doktorabreit eingesetzt hat. An der Uni Bayreuth ist dies eine ehrenwörtliche Erklärung. Somit besteht die Anfangsvermutung, man könne eine falsche eidesstattliche Versicherung abgegeben habe.
An der Uni Bayreuth hat man nur eine ehrenwörtliche Erklärung abzugeben (was immer dies auch sein soll). - An den Fall Barschel ('Ehrenwort') sei erinnert.
"Eine Universität oder auch eine einzelne Fakultät kann möglicherweise zuständig sein, eine eidesstattliche Versicherung z. B. darüber entgegenzunehmen, daß der Kandidat für die Erlangung des Doktorgrades die eingereichte Dissertation selbst verfaßt habe, wenn -- aber nur dann -- sich das aus den mit Gesetzeskraft versehenen Statuten der jeweiligen Universität ergibt (RGSt. 17, 208). Ebensowenig versteht es sich von selbst, daß der Rektor der Universität befugt ist, sich Angaben zum Zweck der Zulassung zum Studium z* B. über das Bestehen der Reifeprüfung an Eidesstatt versichern zu lassen." (Quelle: http://webcache.googleusercontent.co...=www.google.de )

Ich hoffe, ich habe die Quelle richtig angegeben .

Daher auch hier keine Strafbarkeit wegen der ehrenwörtlichen Erklärung an der Uni Bayreuth.

Weitere mögliche Straftaten könnten zu suchen sein, wenn man sich unberechtigterweise der Dienste des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundetages bedient. Mögliche Delikte: Untreue, Betrug zum Nachteil des Steuerzahlers, andere Amtsdelikte. Hier müßte man aber für die Beurteilung genauere Kenntnisse habe, ob und wie so etwas abgelaufen sein könnte.

Evtl. Urheberrechtliche Verstösse, die auf Antrag des Geschädigten/Berechtigten verfolgt werden.
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Geändert von klausschlesinge (25.02.2011 um 00:37 Uhr).
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  #3 (permalink)  
Alt 24.02.2011, 21:44
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AW: Zu Guttenberg - Betrug?

Zitat:
Zitat von klausschlesinge Beitrag anzeigen
Urheberrechtliche Verstösse, die auf Antrag des Geschädigten/Berechtigten verfolgt werden.
[Freiherrn-Modus]Ach, das regeln wir unter uns...unter Ehrenmännern...[/Freiherrn-Modus]
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  #4 (permalink)  
Alt 24.02.2011, 21:53
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AW: Zu Guttenberg - Betrug?

Diese Strafvorschriften aus dem UrhG sind sogar relative Antragsdelikte. Also eine Bejahung des öffentl. Interesses seitens der StA täte auch ausreichen.

Der Arbeitnehmer, der seinen Arbeitgeber über ein Zeugnis oder dergleichen täuscht (oder über ne Vorstrafe wegen Untreue, oder oder oder) begeht ja auch nen Eingehungsbetrug. Da ist die Verfügung ja dann der Abschluss des Arbeitsvertrages. Das passt aber auf den Fall hier nicht...
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  #5 (permalink)  
Alt 24.02.2011, 22:30
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AW: Zu Guttenberg - Betrug?

Bei dem Herrn zu Guttenberg kommt ja so einiges zusammen. Es geht längst nicht mehr nur um ein paar vergessene Fußnoten. Vielmehr habe er systematisch getäuscht. Wobei man sich angesichts der Faktenlage auch fragen muss, ob Guttenberg wirklich getäuscht oder vielmehr gekauft hat. Denn durch Guttenberg ist die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Uni Buyreuth um 750.000 € reicher geworden.

Zitat:
Zwischen 1999 und 2006 seien für einen neuen Lehrstuhl an der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth insgesamt 747 764,36 Euro überwiesen worden, bestätigte die Rhön-Klinikum AG dem Tagesspiegel. Guttenberg saß von 1996 bis 2002 im Aufsichtsrat der Rhön-Klinikum AG, seine Familie hielt dort bis 2002 ein dickes Aktienpaket. Der CSU-Politiker studierte von 1992 bis 1999 in Bayreuth Rechtswissenschaften und promovierte dort 2007 mit der Bestnote „summa cum laude“. Mit seiner Arbeit an der Dissertation begann er nach eigenen Angaben im Jahr 2000.

Die Rhön Klinikum AG, an der die familieneigene Beteiligungsgesellschaft derer zu Guttenberg über ihre Aktien beteiligt war, gehört neben der Techniker Krankenkasse zu den Stiftern des Lehrstuhls für Medizinmanagement, der bei der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät angesiedelt ist.
http://www.tagesspiegel.de/politik/7...h/3879402.html

Und auch die Tätigkeit in der familieneigenen Guttenberg GmbH darf in einem anderen Licht gesehen werden. Wieviel Jahresumsatz haben die gemacht? 25.000 €?

Da entpuppt sich der beliebteste Politiker also als Lügner und Betrüger (im moralischen Sinne selbstverständlich). Aber warum ist er eigentlich so beliebt im Volk? Immerhin 87% der BILD-Leser wollen, dass Gutti als Minister bleibt! Als ob 87% überhaupt wüssten, wer gerade Kanzlerin ist. Angeblich sollen Guttenberg oder Befürworter Facebook-"Stimmen" gekauft haben. Für viele der Leser ist BILD vermutlich die Hauptinformationsquelle neben dem Fernsehen (RTL).

Also durchaus ein Grund, das Verhältnis von dem Politiker, der in Afghanistan in einer Talkrunde war, einmal genauer zu beleuchten:
Zitat:
Der Politikberater und ehemalige "Bild am Sonntag"-Chefredakteur bezeichnet das Verhältnis von Guttenberg und der Springer-Bouelevardpresse als "Win-win-Situation". "Guttenberg hat sich selbst immer gut verkauft, und mit Guttenberg verkauft man gut", so Spreng in einem Interview mit dem Deutschlandradio. Hinzu komme, dass sich die "Bild" als Sprachrohr der Mehrheitsmeinung der Deutschen sehe und offenbar davon ausgehe, dass Guttenberg noch immer sehr beliebt sei. Zwischen dem Hause Guttenberg und der "Bild" gebe es enge Verbindungen. "Die 'Bild'-Zeitung ist Teil des Hauses zu Guttenberg oder zu Guttenberg ist Teil des Hauses 'Bild'", so Spreng in dem Interview.
http://www.tagesschau.de/inland/bund...mpagne100.html

Der Mann wurde und wird also von den einzig wahren Massenmedien gehypt wie blöd, hat sich seinen Titel erschlichen oder vielleicht sogar erkauft und legt an sich selbst ganz andere Maßstäbe an, als an andere. Eine Luftnummer. Wenn man zusätzlich noch die Frau zu Guttenbergs betrachtet, die ja auch auf RTL2 eine Sendung hat ("Tatort Internet" - wie passend!) und dort falsche Behauptungen über die Rechtslage verbreitet, einhergehend mit Forderungen nach härteren Gesetzen, dann sollte man doch mal langsam nachdenklich werden. Insbesondere auch weil sie mit "Innocence in Danger" zu tun hat, die schon Ursula von der Leyen mit falschen Fakten versorgt haben, die diese ungeprüft übernommen hat.

Karl Theodor Freiherr zu Guttenberg hatte ja bekanntlich Ambitionen Bundeskanzler zu werden. Und vielleicht kann er es immer noch werden, wenn Gras über die Sache gewachsen ist? Die BILD ist ja bei ihm! Man stelle sich mal vor, was das für Auswirkungen hat. Man mag über Kohl, Schröder oder Merkel sicherlich Negatives berichten, aber man kann denen wohl nicht unterstellen derart getäuscht zu haben - nicht nur die Prüfer, sondern auch das Volk, selbst seine eigene Partei! Wie kommt das bei den Studenten an, wenn ein überführter Hochstapler Bundeskanzler wird? Klar, Guttenberg ist Minister und kein Rechtsanwalt. Aber als Fleischereifachverkäufer säße er sicher nicht auf dem Posten. Außerdem erlaube ich mir ein Jurastudium durchaus auch als mögliche Qualifikation für einen Politiker wahrzunehmen. Na, eine Diskussion über den allgemeinen Werteverfall brauchen wir dann jedenfalls nicht mehr zu führen.
Zitat:
Warum denkt eigentlich kein Mensch zur Zeit umgekehrt daran, dass ein Doktor, der am Ende einer wissenschaftlichen Ausbildung steht, die ernsthaft und eben nicht blödsinnig verfolgt wurde, etwas beitragen kann zu dem, was wir von Politikern verlangen? In der Wissenschaft geht es doch gerade um nichts anderes, als Probleme zu analysieren und zu lösen. An der Uni werden Leute ausgebildet, in dem man sie lehrt, unterschiedlichste Probleme mit möglichst vielen Lösungsideen zusammen zu bringen, um damit einen möglichst vollen Rucksack für den Ernstfall zu haben. Wer im Training nicht nur den linken Übersteiger übt, sondern auch den rechten und dazu zwei, drei andere Dribblings, der wird im entscheidenden Moment mehr Möglichkeiten haben, den Ball ins Tor zu tragen. Genauso ist es mit der Bewältigung von Problemen auch; wer schon viele Ideen mitbringt, dem fällt es leichter, in einer Situation rasch zu urteilen und zu handeln. Das Studium ist letztlich vor allem ein Training in Problemlösungskompetenz, sollte das zumindest sein. Wissenschaft, wenn sie forscht und entwickelt, ist Hochleistungssport: Es braucht jahrelanges Training, mitunter in einer Doktorarbeit absolviert, sein Denken zu schulen und zu entwickeln, bis Ideen punkten und andere überzeugen.
http://www.tagesspiegel.de/politik/m...l/3875184.html
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Geändert von 2much (24.02.2011 um 22:57 Uhr).
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  #6 (permalink)  
Alt 25.02.2011, 01:35
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AW: Zu Guttenberg - Betrug?

Dem widerspreche ich in vollem Umfang.

I. KTzG. war im Aufsichtsrat. Dieses ist ein Kontrollgremium, kein Exekutivgremium. Daher hatte er auch keinen direkten und schon gar nicht alleinigen Einfluss auf die Investition der Rhön AG.

II. Warum müssen Politiker unfehlbar sein? Ein Minister muss ein "Showman" sein, die Arbeit machen doch gewiss andere. Er hat nun also eine Straftat begangen. Statistisch gesehen begeht jeder Deutsche einmal im Leben eine Straftat, sodass er näher am Volk ist als der ein oder andere vermeintliche Vorzeigepolitiker.

Hätte sich Schröder die Kontakte zu Gazprom auch ohne Kanzlerdasein aufbauen können? Oder was ist mit Herrn Fischer, der Beamte geschlagen und getreten hat?

Ich möchte gar nicht wissen, wer im Bundestag nicht auch "Leichen im Keller" hat.

Aus diesem Grund finde ich diesen Sachverhalt eher peinlich, als schockierend.
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  #7 (permalink)  
Alt 25.02.2011, 06:20
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AW: Zu Guttenberg - Betrug?

Zitat:
Zitat von F. Dahler Beitrag anzeigen
I. KTzG. war im Aufsichtsrat. Dieses ist ein Kontrollgremium, kein Exekutivgremium. Daher hatte er auch keinen direkten und schon gar nicht alleinigen Einfluss auf die Investition der Rhön AG.
Ach, und eine Familie, die über 25 Prozent Anteile besitzt, hat nichts zu sagen? Dass ich nicht lache. Seine offizielle Position sagt nichts darüber aus, was hinter den Kulissen geschieht. Sag mal, wieviel Geld hat Rhön anderen juristischen Fakultäten gezahlt? Nichts? Hm....

Übrigens sieht man hier auch seine reichhaltige berufliche Erfahrung: NULL!

Zu Rhön ist übrigens zu sagen, dass die auch in die andere Richtung schmieren. Der mediengeile Karl Lauterbach sitzt ebenso im Aufsichtsrat und kassiert dafür jährlich hohe fünfstellige (2009: 59.000 €) Honorare. Ein Lobbyist!

Und wenn wir gerade darüber rätseln, warum die BILD in Nibelungentreue fest zu unserem Potemkinschen Dorf steht: http://www.tagesschau.de/inland/bund...mpagne100.html

So eine Werbekampagne wird meiner Einschätzung nach mindestens 20 Millionen Euro in die Kassen der BILD spülen (erinnert sich jemand noch an die Bundeswehrwerbung in den 70/80ern? "Eine starke Truppe"? Die war ziemlich intensiv und teuer). Trennung von Redaktion und Anzeigenverkauf? HA!

Zitat:
II. Warum müssen Politiker unfehlbar sein? Ein Minister muss ein "Showman" sein, die Arbeit machen doch gewiss andere.
Soweit sind wir also schon gekommen, dass führende Politiker als Schauspieler akzeptiert werden sollten? Ja, bin ich denn im falschen Film?

Im Übrigen hat gerade Guttenberg so getan, als wäre er anders als all die anderen Politnutten: ehrlich, aufrichtig, kompetent. Davon ist nichts geblieben. Rein gar nichts.

Zitat:
Er hat nun also eine Straftat begangen. Statistisch gesehen begeht jeder Deutsche einmal im Leben eine Straftat, sodass er näher am Volk ist als der ein oder andere vermeintliche Vorzeigepolitiker.
Jetzt wirds unterirdisch. Vielleicht willst Du auch noch sagen, dass wir in Zukunft nur noch verurteilte Straftäter ins Parlament schicken sollten, und Alkoholiker, weil die ja "näher am Volk" sind.

Zitat:
Aus diesem Grund finde ich diesen Sachverhalt eher peinlich, als schockierend.
Ja, aus irgendeinem Grund wird dem Lackel vieles verziehen. Die Leute haben wohl schlicht aufgehört, Maßstäbe zu verlangen, wenns um Politik geht.

Übrigens, sehr lesenswert: http://www.spiegel.de/politik/deutsc...747445,00.html
Zitat:
Zitat von SPIEGEL
Denn das Ergebnis der Abstimmung auf den Online-Seiten passt so gar nicht zum Stimmungsbild, das das Mutterblatt vermitteln will. Auf Bild.de haben mittlerweile fast 640.000 User (Stand Donnerstag 13.30 Uhr) per Mausklick darüber abgestimmt, ob Guttenberg als Minister noch tragbar ist. Das Ergebnis ist auch hier eindeutig: 55 Prozent wollen, dass er zurücktritt. Nur 36 Prozent befinden: "Er macht seinen Job gut." Die Werte blieben in den letzten Stunden unverändert.
Fragt sich, wer hier wo manipuliert.
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Geändert von Humungus (25.02.2011 um 07:02 Uhr).
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  #8 (permalink)  
Alt 25.02.2011, 07:55
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AW: Zu Guttenberg - Betrug?

Zitat:
Zitat von F. Dahler Beitrag anzeigen
Dem widerspreche ich in vollem Umfang.

I. KTzG. war im Aufsichtsrat. Dieses ist ein Kontrollgremium, kein Exekutivgremium. Daher hatte er auch keinen direkten und schon gar nicht alleinigen Einfluss auf die Investition der Rhön AG.
Du hast Recht, es ist bestimmt nur eine rein zufällige Koinzidenz, dass die 3/4 Millionen zu der Zeit geflossen sind, als KTFzG gerade seine Doktorarbeit "geschrieben hat".

Zitat:
II. Warum müssen Politiker unfehlbar sein? Ein Minister muss ein "Showman" sein, die Arbeit machen doch gewiss andere.
Bei Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg ganz bestimmt! Er ist ja schon mal dabei erwischt worden, wie er als damaliger Wirtschaftsminister einen Gesetzesentwurf hat schreiben lassen. Nein, nicht von seinen Leuten im Ministerium, sondern von einer Kanzlei! Da muss man sich schon fragen, was er überhaupt selbst kann, außer große Reden schwingen. Der Typ ist kein Showman, sondern ein Blender.

Zitat:
Er hat nun also eine Straftat begangen. Statistisch gesehen begeht jeder Deutsche einmal im Leben eine Straftat, sodass er näher am Volk ist als der ein oder andere vermeintliche Vorzeigepolitiker.
Ich bin aus einem anderen Holz geschnitzt, soviel steht fest. Außerdem handelt es sich nicht um einen geläuterten Ex-Kriminellen, sondern um einen Täter, den man gerade überführt hat. Er hat nicht von sich aus irgendwas gestanden. Im Gegenteil, bis heute hat er stets nur das zugegeben, was er zugeben musste. Ein Normalbürger würde bestimmt keine milde Strafe kriegen, wenn er nur scheibchenweise mit der Wahrheit rausrückt und sein Wissen nicht freiwillig offenbart. Aber schön, dass Kriminelle so eine Lobby in Deutschland haben! Über 80 %, Hut ab (ok, ist bestimmt gekauft)! Vielleicht sollten wir ja ein Casting im Knast veranstalten um den nächsten Bundeskanzler vom Volk abstimmen zu lassen? Was für ein Kandidat wäre dem durch die BILD vertretenem Volk denn am liebsten? Ein Dauerkiffer und Kleindealer? Einen Dieb? Einen Filesharer? Einem Steuerhinterzieher? Warum schaffen wir die Knäste nicht ab und schreiben Bundestag dran?

Also ehrlich, wie kriminelle Machenschaften verteidigt und verharmlost werden, nur weil der Betroffene zu Guttenberg heißt, das ist wirklich nicht mehr feierlich!

Zitat:
Hätte sich Schröder die Kontakte zu Gazprom auch ohne Kanzlerdasein aufbauen können? Oder was ist mit Herrn Fischer, der Beamte geschlagen und getreten hat?
Gazprom-Gerd ist schon ein starkes Stück, aber man muss ja nicht jeden Betrüger (im moralischen Sinne) zum Kanzler machen, oder? Schon gar nicht, wenn man es schon vorher weiß.

Zitat:
Ich möchte gar nicht wissen, wer im Bundestag nicht auch "Leichen im Keller" hat.
Ach, erzähl doch nichts. Die suchen ständig bei ihren Widersachern, ob da eine Leiche im Keller ist. Der Unterschied ist: bei KTFzG ist man fündig geworden! Und noch viel besser: man findet immer mehr! Egal, wohin man schaut! Lebenslauf? Vermutlich getürkt! Doktortitel? Erschlichen! Korruption? Sehr wahrscheinlich!

Mich würde inzwischen auch nicht mehr wundern, wenn sich Guttenberg und seine Frau als Scientology-Marionetten entpuppen. Vielleicht kennen sich die Guttenbergs und die Cruises (Tom Cruise ist bekennender Scientologe) ja tatsächlich nur und unterhalten sich niemals über Religion. Nur ist diese Zurückhaltung von einem fanatischen Scientologen wie Cruise sicherlich nicht zu erwarten. Und was man von Guttenberg erwarten kann, haben wir ja gesehen. Besser man guckt noch mal richtig nach, ob da nicht noch zwei, dreihundert Leichen im Keller sind!


Und wie soll man die Guttenberg'sche Doppelmoral den Soldaten und Studenten der Bundeswehr erklären?
Zitat:
Erste Kritik am Verteidigungsminister wird nun auch in der Bundeswehr laut. "Es kann doch nicht sein, dass jemand, der für zwei Bundeswehruniversitäten verantwortlich ist, bei denen jedem Prüfling der Kopf abgerissen würde bei einem ähnlichen Vorfall, einfach mal nebenbei seinen Doktor zurückgibt und glaubt, damit wäre die Sache ausgestanden", zitierte die Berliner Zeitung ranghohe Kreise der Truppe, die die Vorgänge mit wachsendem Unbehagen betrachten würde.
http://www.zeit.de/politik/deutschla...eige-bundestag
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  #9 (permalink)  
Alt 25.02.2011, 08:52
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AW: Zu Guttenberg - Betrug?

Zitat:
Warum müssen Politiker unfehlbar sein?
Weil sie, vorallem wenn sie so hochrangig sind, in der Öffentlichkeit als Teil des gesetzgebenden Organs Vorbildfunktion haben.

Zitat:
Statistisch gesehen begeht jeder Deutsche einmal im Leben eine Straftat, sodass er näher am Volk ist als der ein oder andere vermeintliche Vorzeigepolitiker.
... das liegt wohl vielleicht daran, dass so mancher BZR- Auszug mehrere Seiten lang ist....

Seit wann hat das Begehen von Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten etwas mit Volksnähe zu tun? So gesagt könnt' man fast glauben es gehörte zum guten Ton.

Die Frage des Rücktritts interessiert mich in diesem Zusammenhang ebensowenig wie die strafrechtliche Relevanz seines Handelns.

Fakt bleibt für mich dennoch, dass er seinen Berufstand als Jurist beflekt hat. Wer Jura studiert hat, weiß dass seitenweises schöndes Abschreiben oder das Verkaufen von fremden Ideen als die eigenen in einer Hausarbeit, Seminararbeit oder Doktorarbeit nicht versehentlich passieren. Schon dem 1. Semstler wird eingebläut, dass ein solches Vorgehen bittere Konsequenzen bei der Bewertung nach sich ziehen wird.


Nachdem sich zu Gutenberg bislang erfolgreich als integerer Saubermann präsentiert hat, ist das Schmücken mit fremden Federn um so enttäuschender.

Zitat:
Ich möchte gar nicht wissen, wer im Bundestag nicht auch "Leichen im Keller" hat.
und dann will man dem Volk die Politikverdrossenheit zu Vorwurf machen?
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  #10 (permalink)  
Alt 25.02.2011, 09:33
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Zitat:
Zitat von 2much Beitrag anzeigen
Er ist ja schon mal dabei erwischt worden, wie er als damaliger Wirtschaftsminister einen Gesetzesentwurf hat schreiben lassen. Nein, nicht von seinen Leuten im Ministerium, sondern von einer Kanzlei!
Jaaaa, aber er hat es zugegeben, als es nicht mehr zu verleugnen war. Ist das nicht ein Vorbild für unsere Jugend?

Im Übrigen wird im Verteidigungsministerium gemunkelt, die Arbeit bleibe liegen. Eine Reform der Versorgungszahlungen für Kriegsgefallene und -geschädigte, die längst fertig sein sollte, gammelt. Die Bundeswehrreform kommt auch nicht voran.

Außer schönen Reden: nix!
Zitat:
Im Gegenteil, bis heute hat er stets nur das zugegeben, was er zugeben musste.
2much, das ist doch abstrus...
Zitat:
Also ehrlich, wie kriminelle Machenschaften verteidigt und verharmlost werden, nur weil der Betroffene zu Guttenberg heißt, das ist wirklich nicht mehr feierlich!
Man sollte sich immer fragen: warum geschieht das?

Zitat:
Gazprom-Gerd ist schon ein starkes Stück, aber man muss ja nicht jeden Betrüger (im moralischen Sinne) zum Kanzler machen, oder? Schon gar nicht, wenn man es schon vorher weiß.
Gazprom-Gerd, Pipeline-Joschka, Pharma-Andrea und wie sie alle heißen: die haben auch abkassiert - aber nach ihrer Politkarriere. Hätten sie die Connections vorher genutzt, wärs das gewesen.

Zitat:
Und noch viel besser: man findet immer mehr! Egal, wohin man schaut! Lebenslauf? Vermutlich getürkt! Doktortitel? Erschlichen! Korruption? Sehr wahrscheinlich!
Viel mehr wird man nicht mehr finden, weil nicht mehr da ist. Vielleicht noch, dass der gute Mann, den die Oberfranken so anbeten, kaum in Oberfranken gelebt hat.

Zitat:
Mich würde inzwischen auch nicht mehr wundern, wenn sich Guttenberg und seine Frau als Scientology-Marionetten entpuppen. Vielleicht kennen sich die Guttenbergs und die Cruises (Tom Cruise ist bekennender Scientologe) ja tatsächlich nur und unterhalten sich niemals über Religion.
Pssst. Das wurde bislang außer in der Bunten noch nicht thematisiert. Und irgendwie herrscht seitdem Schweigen über die Freundschaft der Guttenbergs zu den Cruises.
Zitat:
Zitat von siobhan
Wer Jura studiert hat, weiß dass seitenweises schöndes Abschreiben oder das Verkaufen von fremden Ideen als die eigenen in einer Hausarbeit, Seminararbeit oder Doktorarbeit nicht versehentlich passieren. Schon dem 1. Semstler wird eingebläut, dass ein solches Vorgehen bittere Konsequenzen bei der Bewertung nach sich ziehen wird.
Nicht nur als Jurist weiß man das. Außerdem weiß man, dass eine Arbeit, die kaum eigene Leistungsn enthält, sondern größtenteils aus Kopien besteht, zurückgewiesen wird. Wer selbst die Einleitung kopiert, dessen Ziel ist keine eigene Erbringung.
Zitat:
Zitat von siobhan
und dann will man dem Volk die Politikverdrossenheit zu Vorwurf machen?
Das ist der Gag: das Volk soll dann politikinteressiert sein, wenn es den Politikern und den Medien gefällt. Sonst: stillhalten!
__________________
Die Majorität der Dummen ist unüberwindbar und für alle Zeiten gesichert. Der Schrecken ihrer Tyrannei ist indessen gemildert durch Mangel an Konsequenz.
Albert Einstein

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