Dies ist eine Diskussion zu Jede Stimme zählt? Nichtwähler-Problem innerhalb des Forums Recht, Politik und Gesellschaft
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| Jede Stimme zählt? Nichtwähler-Problem Die 5%-Hürde verhindert, dass Parteien in den Bundestag einziehen, die weniger als 5% der Stimmen erreichen (Ausnahme: mehr als 3 Direktmandate). Damit soll eine "zu starke Zersplitterung" des Parlaments verhindert werden. Denn Parteien sollen nur in den BT gelangen, wenn ein "ausdrücklicher Wählerwillen" vorliegt. Nun, aus meiner Sicht liegt der "ausdrückliche Wählerwille" (des einzelnen Wählers) auch dann vor, wenn eine Partei nur 3 oder 4 % erreicht. Bezieht man den "ausdrücklichen Wählerwillen" dagegen auf die Gesamtheit der Stimmen, so muss man sich fragen, wieso der bei 5,5 % plötzlich vorliegen soll. Letztlich wird sich jede gebildete Regierungskoalition auf den "ausdrücklichen Wählerwillen" berufen, und sei die erforderliche Mehrheit noch so knapp. Apropos: 25-30 % Nichtwähler bleiben wohl bei dieser BTW völlig unberücksichtigt, obwohl sie in ihrer Gesamtheit die drittstärkste Kraft darstellen. Man darf sich fragen, warum die Zahl der Nichtwähler so hoch ist. Klar, es gibt Menschen, die einfach kein Interesse an der Politik haben. Viel größer scheint aber die Zahl derer zu sein, die mit Politik und Parteien unzufrieden sind. Einige davon bezeichnen sich inzwischen als "überzeugte Nichtwähler" und hoffen auf diese Weise ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen. Andere aber sparen sich den Gang zur Urne, weil die Partei der Wahl keine Chance hat die 5%-Hürde zu überwinden. Die Behauptung, dass jede Stimme zählen würde ist also glatt gelogen. Immerhin: eine Partei, die mind. 2% der Stimmen erhält, hat Aussicht auf Wahlkampfmittel. Gegen die massive Werbung der großen Parteien haben sie aber keine reelle Chance. Auch in den Medien fallen viele Parteien einfach unter den Tisch, weil sie (noch?) zu klein sind. Geteilter Meinung ist man offenbar bei der Piratenpartei, die ja immerhin ein starkes Wachstum verzeichnen kann: in einigen Umfragen zur Wahl ist sie vorhanden, in anderen wiederum nicht. In der weitaus erfolgreichsten TV-Sendung zur Wahl wird sie aber einfach unter den Teppich gekehrt: Stefan Raab berücksichtigt CDU, SPD, FDP, Grüne und die Linken, jedoch weder die Piraten noch die "sonstigen Parteien". Kein Wunder also, dass die Nichtwähler drittstärkste Kraft sind. Es zählt eben noch lange nicht jede Stimme, nur weil sie ausgezählt wird. |
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| AW: Jede Stimme zählt? Nichtwähler-Problem Zitat:
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Du kannst ruhig der Meinung sein, die 5-Prozent-Hürde hat natürlich auch eine gewisse Willkür.Zitat:
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Und das Gejammere über die Hürde kann ich nicht verstehen. Dei Grünen haben es auch geschafft. Man muss eben die notwendige Aktivität zeigen und seine Wähler motivieren. Aber bei den Piraten sitzen viele davon lieber hinter dem Rechner und spielen WOW oder Ego-Shooter.
__________________ Die Majorität der Dummen ist unüberwindbar und für alle Zeiten gesichert. Der Schrecken ihrer Tyrannei ist indessen gemildert durch Mangel an Konsequenz. Albert Einstein Bitte nicht auf PNs reagieren, die unbürokratisch Hilfe bei BtM- und Führerscheinproblemen anbieten! Diese grundsätzlich dem Admin melden. |
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| AW: Jede Stimme zählt? Nichtwähler-Problem Zitat:
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Das Bemühen der Parteien um die Nichtwähler finde ich geradezu drollig. Insbesondere bei den großen Volksparteien. Denn wer von diesen enttäuscht ist oder kein Interesse an der Politik hat, der wird sich auch nicht dadurch zur Urne bewegen lassen, dass - als Beispiel - MC Steinmeier einen Rap auf's Parkett legt. Völlig albern! Im Grunde können sich die großen Parteien doch freuen, wenn die Nichtwähler zu hause bleiben, zumindest soweit es sich um von den Volksparteien enttäuschte Wahlberechtigte handelt. Klar, insbesondere die SPD versucht natürlich die Sympathien ihrer Ex-Wähler zurückzugewinnen. Die Rechnung wird aber (höchstwahrscheinlich) nicht aufgehen. Ohnehin haben viele Menschen in der jüngeren Vergangenheit nur deshalb die SPD (oder die Grünen) gewählt, weil sie Schlimmeres (CDU) verhindern wollten. Da die SPD und die CDU sich de facto aber kaum noch unterscheiden (lassen wir das Wahlkampfgeplänkel mal beiseite) fällt dieser Grund weg. |
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| AW: Jede Stimme zählt? Nichtwähler-Problem Zitat:
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Die Unzufriedenheit und die Wahlmüdigkeit schädigen daher primär große Parteien, und besonders die SEPD, weil sie in den letzten Jahren besonders bemüht war, ihr Stammklientel zu vergrätzen. Das ist der Grund, warum hier besonders dazu aufgerufen wird, wählen zu gehen. Bis vor einigen Jahren gab es die Wahlkampfkostenerstattung ja auch nur für jede Wählerstimme. Als die Bonz...Parteien merkten, dass ihnen durch die steigende Zahl der Nichtwähler Mittel abflossen, haben sie das Gesetz schlicht geändert. Jetzt gibts Geld für jeden Wahlberechtigten.
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| AW: Jede Stimme zählt? Nichtwähler-Problem Zitat:
![]() Spaß muss sein. Deswegen hier ein kleiner Beitrag von Volker Pispers zum Thema Nichtwähler: http://www.youtube.com/watch?v=u0VSE...&feature=email Eigentlich ist es ja schön, dass wir so viele Last-Minute-Wähler haben. Denn so bleibt die Wahl bis zuletzt spannend. Und die Parteien bzw potentiellen Koalitionen können sich nicht auf einen 10%-Vorsprung ausruhen. Noch lustiger wird es bestimmt bei der nächsten BTW im Jahre 2013: vielleicht besteht dann ja eine Chance auf eine(n) grüne(n) Kanzler/-in. Wahrscheinlich teilen sich dann eine Frau und ein Mann dieses Amt. Herrlich, diese Vorstellung. Geändert von 2much (25.09.2009 um 15:49 Uhr). |
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