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Google Street View

Dies ist eine Diskussion zu Google Street View innerhalb des Forums Recht, Politik und Gesellschaft

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  #1 (permalink)  
Alt 27.02.2010, 11:38
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Google Street View

Der Suchmaschinenkonzern lässt bekanntlich die Straßen abfahren und -filmen um die Bilder dann öffentlich ins Netz zu stellen. Dagegen wehrt man sich in Deutschland. Allerdings verstehe ich nicht ganz, warum eigentlich. Personen und Kennzeichen werden m.W. unkenntlich gemacht. In Deutschland gilt die "Panorama-Freiheit" (in dem Zusammenhang wäre interessant, wie die Sache in Frankreich aussieht). Freilich kann die Politik über gesetzliche Einschränkungen nachdenken.

Völlig dreist erscheint mir dagegen der Versuch einiger Kommunen, Geld für das Abfotografieren ihrer Straßenzüge zu nehmen. Nicht, dass Google nicht das nötige Kleingeld hätte. Aber sollte man da nicht eher eine einheitliche Lösung finden?

Wo seht ihr mögliche Einwände gegen das Projekt? Wo seht ihr dagegen kein Problem?
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  #2 (permalink)  
Alt 27.02.2010, 12:53
V.I.P.
 
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AW: Google Street View

Das ganze wird im Gegensatz zu privaten Fotos veröfentlicht.
Daher halte ich ein gewisses Mindestmaß an Datenschutz schon für notwendig
(wie z. B. verpixelung von Kennzeichen).

Für Städte, die für das Filmen Geld wollen, sehe ich keinerlei rechtliche Grundlagen.
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  #3 (permalink)  
Alt 27.02.2010, 13:03
V.I.P.
 
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AW: Google Street View

Zitat:
Zitat von Tourix
Das ganze wird im Gegensatz zu privaten Fotos veröfentlicht.
Daher halte ich ein gewisses Mindestmaß an Datenschutz schon für notwendig
(wie z. B. verpixelung von Kennzeichen).
Das wird aber ja gemacht.

Und demnach stellt es kein Problem dar, Straßenzüge zu fotografieren und zu veröffentlichen:
Zitat:
§ 59 UrhG – Werke an öffentlichen Plätzen

(1) Zulässig ist, Werke, die sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden, mit Mitteln der Malerei oder Grafik, durch Lichtbild oder durch Film zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich wiederzugeben. Bei Bauwerken erstrecken sich diese Befugnisse nur auf die äußere Ansicht.
Zitat:
Für Städte, die für das Filmen Geld wollen, sehe ich keinerlei rechtliche Grundlagen.
Soweit ich das mitgekriegt habe, bedient man sich da juristischer Tricks, wie z.B. der Einstufung des Google-Street-View-Mobils als Sonderfahrzeug. Nicht für das Filmen an sich wollen die Kommunen Geld, aber es läuft letztlich darauf hinaus.
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  #4 (permalink)  
Alt 27.02.2010, 15:02
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AW: Google Street View

ME dreht sich die ganze Sache doch wohl eher um die Rechte der abgelichteten Personen- also hier das Recht der informationellen Selbstbestimmung. Da ist auch mit der Schranke der Panoramafreiheit nix zu machen, da das UrhG ja eben nur geistiges Eigentum schützt.
Durch das Verpixeln mag das ja vll. ok sein, aber allein schon die Möglichkeit, was google mit den ganzen Daten machen könnte, lässt einem doch sicherlich Bauchschmerzen verursachen.
Das Gemeinden Kapital daraus schlagen wollen finde ich nicht weiter tragisch. Sollen si doch machen. Nur fällt mir dazu auch keine Grundlage ein. Straßensondernutzung kommt aber recht gut.
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  #5 (permalink)  
Alt 27.02.2010, 15:20
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AW: Google Street View

Zitat:
Zitat von Brati
Durch das Verpixeln mag das ja vll. ok sein, aber allein schon die Möglichkeit, was google mit den ganzen Daten machen könnte, lässt einem doch sicherlich Bauchschmerzen verursachen.
Was genau meinst du?

Prinzipiell sehe ich das auch nicht unbedingt positiv, wenn ein kommerzielles Unternehmen derartig viele Daten sammelt. Hier soll es aber ja nur um Street View gehen. Außerdem darf man nicht vergessen, dass der Staat oder die Kommunen diese Aufgaben weder erfüllen können. Dank Google haben wir heute ein Geoinformationssystem, das für jedermann kostenlos zugänglich ist.
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  #6 (permalink)  
Alt 27.02.2010, 15:49
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AW: Google Street View

"Dank der Entwicklung der Atombombe haben wir heute Kernkraftwerke." Das eine hat ja mit dem anderen nix zu tun.
Ich meine, es ist ja bis jetz scheinbar nicht verboten was google da macht. Trotzdem hat man damit Bauchschmerzen (ein früherer AG-Leiter würde sagen "da juckt mir der Verfassungswirbel"). Das ist jetzt die eine Sache.
Die andere Sache ist die, dass die Kommune an dem Erfolg googles partizipieren wollen und aus einem "Jedermannrecht", wie wild Fotos zu schießen, eine juristische Besonderheit machen wollen.
Ich persönlich sehe das Problem eben darin, dass google diese extreme Menge an Daten (und das sind ja sicherlich sehr empfindliche Daten- z.B. wer aufm Straßenstrich gerade mit seinem KFZ parkt) sammelt. Die Verpixelung kommt ja erst später. Die Gefahr eines Missbrauchs oder anderen schlimmen Dingen ist da ja verdammt hoch.
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  #7 (permalink)  
Alt 27.02.2010, 16:01
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AW: Google Street View

Zitat:
Zitat von Brati
"Dank der Entwicklung der Atombombe haben wir heute Kernkraftwerke." Das eine hat ja mit dem anderen nix zu tun.
Falls das ein Vergleich sein soll, er hinkt gewaltig.

Zitat:
Ich meine, es ist ja bis jetz scheinbar nicht verboten was google da macht. Trotzdem hat man damit Bauchschmerzen
Also ich habe keine Bauchschmerzen deswegen. Im Gegenteil, ich finde es wesentlich problematischer, wie seitens öffentlicher Stellen oder auch seitens anderer Konzerne mit Daten umgegangen wird. Ich sag' nur ELENA, SWIFT (der Deal ist ja gottlob geplatzt), Telekom. Dazu kommt freilich noch, was das Ausland mit unseren Daten anstellt, inbesondere die USA (Echolon, etc).

Zitat:
Zitat von Brati
Ich persönlich sehe das Problem eben darin, dass google diese extreme Menge an Daten (und das sind ja sicherlich sehr empfindliche Daten- z.B. wer aufm Straßenstrich gerade mit seinem KFZ parkt) sammelt. Die Verpixelung kommt ja erst später. Die Gefahr eines Missbrauchs oder anderen schlimmen Dingen ist da ja verdammt hoch.
Sehe ich nicht so. Das wäre doch wesentlich komplizierter als den Straßenstrich selbst auf konventionelle zu beobachten. Im Vergleich zu unserem wissbegierigem Staat erscheint mir Google vergleichsweise harmlos. Zudem ist Google durchaus gesprächs- und kompromissbereit.
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  #8 (permalink)  
Alt 27.02.2010, 16:17
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AW: Google Street View

Zitat:
Zitat von 2much
Dank Google haben wir heute ein Geoinformationssystem, das für jedermann kostenlos zugänglich ist.
Dank Hitler haben wir heute Autobahnen, die für jedermann kostenlos zugänglich sind. Ist der Vergleich besser? Keine Angst, beides war ja nicht vollends ernst gemeint und sollte eher rhetorischem Zwecke dienen.
Eigentlich hab ich mich mit dem Thema noch nicht sonderlich befasst. Aber schau, du hast eingangs die Frage gestellt, wo man Einwände sieht und ich seh die eben dort.
Das google nicht Staat ist und das Staaten mitunter viel krasser Dinge abziehen können wir hier ja auch außen vor lassen.
Wie war denn eigentlich der Meinungsstand bei der LKW-Maut auf deutschen Autobahnen, vll. kann man da Argumentationsmuster verwerten?
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  #9 (permalink)  
Alt 27.02.2010, 16:45
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AW: Google Street View

Aus meiner Sicht überwiegen die Vorteile. Die Aufregung um Street View kann ich nicht nachvollziehen. Insbesondere was die angeblichen Einschränkungen der Privatsphäre angeht, da ja eben Personen und Kennzeichen unkenntlich gemacht werden.

Hier ein paar Links:

http://www.zdnet.de/technik_blog_fue...41528106-1.htm
http://www.heise.de/newsticker/meldu...ut-940392.html
http://www.big-screen.de/deutsch/pag...ew-waechst.php
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  #10 (permalink)  
Alt 28.02.2010, 15:25
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AW: Google Street View

Auch der BITKOM-Präsident teilt meine Meinung:

Zitat:
Geht es in Deutschland um das Internet, so passt in den Augen von August-Wilhelm Scheer etwas nicht zusammen. Einerseits durchlöchert der Staat mit Vorratsdatenspeicherung und Online-Durchsuchungen die Privatsphäre der Bürger, sagte er laut einem Artikel von 'Spiegel'.

Zugleich warne die Verbraucherschutzministerin vor den Angeboten des Internetkonzerns Google, weil diese angeblich die Privatsphäre verletzen. Scheer ist der Meinung, dass die Ministerin als "Scharfmacherin gegen das Internet" agiert.
http://winfuture.de/news,53835.html

Es entspricht absolut meinem Eindruck, dass die Politik (nicht nur Aigner) gegen das Internet hetzt. Und das völlig ohne Grund, wenn man mal von der Absicht aus den Ängsten der Wähler Kapital zu schlagen absieht.

Die Forderung nach einem Internet-Ministers teile ich indes nicht. Sachverstand und logisches Denken sowie minimale kognitive Fähigkeiten sind völlig ausreichend. Nur mangelt es da bekanntermaßen in der Politik. Ebenso wie an einer demokratischen Gesinnung, die ja auch immer mehr Mangelware zu werden scheint.
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