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Polizeigewalt deutlich übertrieben!!!

Dies ist eine Diskussion zu Polizeigewalt deutlich übertrieben!!! innerhalb des Forums Polizeirecht

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Alt 11.09.2010, 06:24
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Polizeigewalt deutlich übertrieben!!!

Nehmen wir an dass auf einem Frühlingsfest ein Jugendlicher von Polizeibeamten gewaltsam behandelt wird.

Fiktiver Fall:

Der Jugendliche blutet im ganzen gesicht, da er in einem Festzelt von jemanden geschlagen wurde, dort haben die Türsteher ihn und nicht die andere Person herausgenommen obwohl ihnen auch klar war, wer was gemacht hat. Der Jugendliche hat später auf der Polizeiwache ein Alkoholgehalt von 1,9 Promille, deshalb hat er auch nicht verstanden, warum er aus dem Zelt geholt wurde und es kommt zu Diskussionen mit den Türstehern. Daraufhin nimmt ihn die Polizei mit auf die Wache um ihn dort zu beahlten bis die Eltern kommen.

Auf der Wache wird der Jugendliche mit beiden Händen an eine Bank gefesselt (rechts und links Handschellen) und darf nicht einmal auf das Klo gehen. Und ein paar Beamte die vorbeilaufen (30 Beamte sitzen in der Wache drin und machen garnichts) machen dann noch ein paar Kommentare zu dem Jugendlichen und es kommt zu wörtlichen Auseinandersetzungen.
Der Jugendliche blutet im ganzen Gesicht durch den Schlag den er bekommen hat im Zelt und durch das Behandeln der Beamten und Türsteher, die ihn auf den Boden drücken mit den Kopf u.ä.
Der Junge soll dann in die Zelle gebracht werden, da er ein paar Tage vorher schon einmal auf der Wache war und sein Vater kam genau in dem Moment zur Türe hinein als ein Polizeibeamter dem Jungen (der angeketten war mit beiden Händen) in den Bauch geschlagen hat, der Vater konnte alles sehen und wird im Polizeibericht als unbekannter Mann gehandelt.
DIeses mal will man ihn also in die Zelle bringen, da er das Blut das er mit der Hand aus seinem Gesicht genommen hatte an der Bank abgeschmiert hatte (zu der Zeit war eine Handschelle weg), dafür kommt ein Notartz der überprüfen soll ob alles okay ist. Der Notarzt redet kein Wort mit dem Jungen schaut ihn 2 sekunden an und sagt alles okay.
Die Beamten legen dem Jungen also nun Handschellen um damit die Hände auf dem Rücken sind und unverständlicher Weise werden dem Jungen auch noch Fußschellen rangemacht obwohl er ja in die Zelle LAUFEN muss?!
Die Beamten haben alle Sandhandschujhe angezogen, dann haben sie den Jungen zu 3. dann zu 2. gepackt. Ein Beamter zieht dabei immer an den Haaren des Jungen und zieht den Kopf nach hinten, der Junge war zu der Zeit schon in Tränen ausgebrochen, da die Schmerzen so hoch waren.

In der Zelle wird der Junge dann auf den Boden geworfen und ein Beamter setz sich auf ihn drauf während er die Hand- und Fußschellen wegmachte. Ein paar Minuten später wird der Junge wieder aus der Zelle geholt, da seine Eltern kamen, ihm wurden wieder Handschellen umgelegt und dann wurde er wieder auf aggresive weise in die Wache zurück gebracht, dort darf er seine Eltern erst nicht sehen ein paar Minuten und muss in einen extra Raum, der von 5 Beamten bewacht wird. An diesem Tag war ein Mann vom Jugendamt anwesend, der alles gesehen hat aber sich zu keinem Zeitpunkt für den Jungen einsetzte auch nicht, als er vom Jungen darum gebittet wurde. Auf dem Weg nach Hause ist der Junge dann zusammengebrochen und lag die Nacht dann im Krankenhaus, da die Verletztungen einfach zu extrem waren.


Folgende Fragen:

- Ist das Verhalten der polizeibeamten richtig? Immerhin handelt es sich um einen minderjährigen (17 Jahre).
- Ebenso ist das Verhalten vom Jungedamtmitarbeiter richtig? Der nur zuschaut und nichts sagt und hinterher nachdem der Junge telefonisch kontakt aufgenommen hat nur sagt, dass er nichts gesehen habe und die Polizisten alles richtig gemacht haben, aber er habe nicht gesehen wie man den Jungen in die Zelle gebracht hat er habe es nicht einmal mitbekommen, obwohl er im gleichen Raum war.

- Was für Schritte kann man einleiten gegen die Beamten (von denenen auch jede Namen fehlen, da die nichts mitgeteilt haben) welche schritte gegen den Jugendamtmitarbeiter?

- Ist es ratsam da was dagegen zu machen, oder bringt das sowieso nichts?

- Besser eine Dienstaufsichtsbeschwerde oder Anzeige oder besser an die öffentlichkeit gehen?
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Alt 11.09.2010, 12:22
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AW: Polizeigewalt deutlich übertrieben!!!

Dienstaufsichtsbeschwerde oder Anzeige bei einer anderen Polizeidienststelle wird nichts bringen, denn eine Kraehe hackt der anderen bekanntlich kein Auge aus.

Ich wuerde den Vorfall direkt bei der Staatsanwaltschaft anzeigen, zur Sicherheit stellt man aber einen sog. Strafantrag, was innerhalb von drei Monaten geschehen muss.

Leider entwickelt sich in solchen Situationen eine Gruppendynamik, wenn das Opfer einen bestimmten Ruf weghat, so hier z.B. aggressiver jugendlicher Schlaeger. Dann machen die Kollegen eher mit, als dass sie sich untereinander von Uebergriffen gegen Buerger abhalten. Den Eindruck gewinne ich zumindest aus vielen Medienberichten und Amateurvideos.
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  #3 (permalink)  
Alt 11.09.2010, 13:33
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AW: Polizeigewalt deutlich übertrieben!!!

Zitat:
Zitat von Lichtboxer Beitrag anzeigen
Dienstaufsichtsbeschwerde oder Anzeige bei einer anderen Polizeidienststelle wird nichts bringen, denn eine Kraehe hackt der anderen bekanntlich kein Auge aus.
Naja, zumindest theoretisch müssen die die Anzeige aufnehmen und auch ermitteln.

Zitat:
Ich wuerde den Vorfall direkt bei der Staatsanwaltschaft anzeigen, zur Sicherheit stellt man aber einen sog. Strafantrag, was innerhalb von drei Monaten geschehen muss.
Die Staatsanwaltschaft ist zwar angeblich eine neutrale Behörde, aber in der Praxis habe ich daran erhebliche Zweifel. Sollte nicht der größte Teil der Ermittlungsarbeit vom Opfer selbst gemacht und ein Anwalt eingeschaltet werden befürchte ich eine Einstellung.

Das Opfer sollte möglichst detailliert und lückenlos aufschreiben, was wann wo und durch wen passiert ist und welche Zeugen es dafür jeweils gibt. Orts- und Zeitangaben nicht vergessen. Sollte z.B. die Uhrzeit nicht genau bekannt sein, kann auch ein Zeitraum oder eine ungefähre Angabe gemacht werden.

Die Verletzungen sollten möglichst zeitnah von einem Arzt dokumentiert werden. Da bietet sich natürlich ein Rechtsmediziner besonders an! In vielen Großstädten gibt es eine rechtsmedizinische Ambulanz für Gewaltopfer. Das wäre die richtige Anlaufstelle. So kann geklärt werden, ob eine Aussage (ob der Täter oder des Opfers) zu den Verletzungen passt.

Ein Fachanwalt sollte unbedingt aufgesucht werden. Alle Unterlagen sollten zu dem Termin mitgebracht werden. Zusammen mit dem Anwalt kann man das weitere Vorgehen beratschlagen. Z.B. Erstatten einer Anzeige, Adhäsionsklage etc.

Zitat:
Leider entwickelt sich in solchen Situationen eine Gruppendynamik, wenn das Opfer einen bestimmten Ruf weghat, so hier z.B. aggressiver jugendlicher Schlaeger. Dann machen die Kollegen eher mit, als dass sie sich untereinander von Uebergriffen gegen Buerger abhalten. Den Eindruck gewinne ich zumindest aus vielen Medienberichten und Amateurvideos.
Diesen Eindruck habe ich auch aus einem Polizeiforum. Die Meinungen sind teils erschreckend. Das betrifft natürlich nicht alle, aber einen nicht unerheblichen Teil.
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Alt 13.09.2010, 10:23
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AW: Polizeigewalt deutlich übertrieben!!!

hallo,

ich sehe hier eher ungemach auf den jugendlichen zukommen.

körperverletzung, widerstand gegen vollstreckungsbeamte und beleidigung.

sicher gibt es schwarze schafe unter polizisten, doch in diesem fall habe ich die "eingebung", dass der jugendliche alkoholmissbraucher nicht ganz unschuldig an seiner lage war.

lg
fistator
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  #5 (permalink)  
Alt 13.09.2010, 10:32
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AW: Polizeigewalt deutlich übertrieben!!!

Zitat:
Zitat von fistator Beitrag anzeigen
doch in diesem fall habe ich die "eingebung", dass der jugendliche alkoholmissbraucher nicht ganz unschuldig an seiner lage war.
Das ist zu vermuten
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  #6 (permalink)  
Alt 13.09.2010, 23:57
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AW: Polizeigewalt deutlich übertrieben!!!

Na ja, auch ich habe nicht überlesen, dass der Jugendliche schon mal vor ein paar Tagen auf der Wache war, wahrscheinlich nicht grundlos.

Aber selbst den schwersten Straftäter darf die Polizei nicht so behandeln wie im Sachverhalt beschrieben.

Von daher ist es egal, ob und ggf. was der Jugendliche angestellt hat.
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Alt 14.09.2010, 07:51
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AW: Polizeigewalt deutlich übertrieben!!!

Letzlich weiß man nie, ob jemand sich etwas nur ausgedacht hat, völlig übertreibt oder ob sich ein Sachverhalt wirklich so abgespielt hat. Es gibt Spezialisten, die ihren Kopf gegen eine Wand hämmern und dann behaupten man hätte ihn geschlagen. Umgekehrt ist auch nicht jeder Polizist ein Engel.

Dass Zeugen (Jugendamt, Notarzt) nichts unternommen haben kann auch daran liegen, dass die Ereignisse hier übertrieben geschildert wurden.
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  #8 (permalink)  
Alt 14.09.2010, 08:10
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Zitat:
Zitat von 2much Beitrag anzeigen
Dass Zeugen (Jugendamt, Notarzt) nichts unternommen haben kann auch daran liegen, dass die Ereignisse hier übertrieben geschildert wurden.
Äääh, wer kann sich Eltern vorstellen, die sehen, dass ihr Sohn ziemlich zusammengeschlagen wird und die daraufhin nicht die Wache auseinandernehmen?
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Die Majorität der Dummen ist unüberwindbar und für alle Zeiten gesichert. Der Schrecken ihrer Tyrannei ist indessen gemildert durch Mangel an Konsequenz.
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Bitte nicht auf PNs reagieren, die unbürokratisch Hilfe bei BtM- und Führerscheinproblemen anbieten! Diese grundsätzlich dem Admin melden.
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Alt 14.09.2010, 12:30
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AW: Polizeigewalt deutlich übertrieben!!!

Zitat:
Zitat von Humungus Beitrag anzeigen
Äääh, wer kann sich Eltern vorstellen, die sehen, dass ihr Sohn ziemlich zusammengeschlagen wird und die daraufhin nicht die Wache auseinandernehmen?
na das kann ich mir aber gut vorstellen. es gibt so viele leute, die einfach angst vor so einer "autorität" haben, dass sie es eben nicht wagen irgendwas zu sagen oder sogar einen lauten zu machen, auch wenn ihr kind zusammengeschlagen wird.

menschen, die selber auch nie vor autoritäten beschützt worden sind, die haben das selber ja auch nie erfahren, dass das überhaupt möglich und erlaubt ist und die wissen oft gar nicht, dass man sich bei ungerechter, falscher und gewalttätiger behandlung sogar gegen autoritäten beschweren und zur wehr setzen darf.

und dann wenn sie dann sich doch mal trauen zumindest über ihre rechte sich zu informieren, dann wird noch deswegen gelästert, weil sie sich nicht sofort "die wache auseinander genommen" haben... das kann ja wohl auch nicht sein.

wenn sie aber die wache auseinander genommen hätten, dann würde sicher gesagt: "na klar, da sind ja schon die eltern auch gewalttätig - dann is ja kein wunder..." oder so was.

aber es ist nun mal nicht richitg und nicht erlaubt, wenn eine polizei unnötige gewalt anwendet. und da ist es auch egal ob da ein besoffener junge sitzt oder ein schwerverbrecher. menschen haben das recht auf eine menschenwürdige behandlung. immer, alle!
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Alt 14.09.2010, 14:05
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AW: Polizeigewalt deutlich übertrieben!!!

Früher war es der Regelfall, dass Eltern Autoritäten und selbst dem Nachbarn mehr Glauben schenkten als dem eigenen Sprössling. Heute ist es eher umgekehrt. In aller Regel sind es die Polizisten, die Lehrer oder sonst irgendjemand, der für das Fehlverhalten des Sprösslings verantwortlich gemacht wird - oft ohne es zu sein. Aber der Regelfall ist ja nicht immer gegeben.

Letztlich kann man einen solchen Fall hier sowieso nicht abschließend klären. Es handelt sich ja bei der Schilderung um eine völlig subjektive Sichtweise, wenn auch fiktiv.
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