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Jurastudium?

Dies ist eine Diskussion zu Jurastudium? innerhalb des Forums Off-Topic

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  #1 (permalink)  
Alt 13.12.2009, 22:43
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Jurastudium?

Hallo!
Ich bin neu hier im Forum und möchte mich über einige Sachen erkundigen.

Bin 16 Jahre alt und besuche derzeit das 3 Jahr einer Handelsschule.
Habe keine Ahnung ob ich eine weitere Ausbildung, eine Lehre oder eine Aufbaulehre mache. Muss mich bald dafür entscheiden.

Ich interessiere mich eigentlich für Biologie und Medizin. Nur hab ich dann erfahren dass ein Medizinstudium lange dauert -.- In der Schule wird uns auch das Rechtssystem beigebracht. Wie zB Privatrecht, Eherecht, Erbrecht und Arbeitsrecht. Aber nicht so detailliert. Find ich auch voll nützlich und interessant.
Später meinte meine Prof. ich sollte mal was anderes ausprobieren. Etwas anderes wie Jura. Mein Notendurchschnitt liegt bei 2,1. Wenn ich mich jedoch bemühe, dann gehts noch besser. Ich bin nicht der Schlechteste, gehöre aber auch nicht zu den Besten. Habe auch keine Scheu etwas neues dazu zu lernen.

So, meine Fragen sind:
- Welche Vorraussetzungen benötigt man?
- Wie lange dauert ein Jura-Studium?
- Welche Möglichkeiten zur Berufung gibt es? (Richter, Anwalt, usw. sind mir bereits bekannt, aber es gibt doch noch andere Bereiche, in denen man tätig sein kann, oder?)
- Bin ich überhaupt gut genug für ein Studium?

Das wars mal von mir. Weitere Fragen werden warscheinlich noch folgen
Danke schonmal im vorraus.

mfg. John
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Alt 14.12.2009, 10:59
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AW: Jurastudium?

Zitat:
Zitat von BeneQ
Angeblich gibt es eine Korrelation zwischen einer guten Note in Mathe und Deutsch und Studienerfolg in Jura.
Es gab mal eine Studie Anfang der 70er Jahre*), die untersuchte: wie waren die Schulnoten derer, die im Jurastudium im 1. und 2. Examen gut abschnitten? Es kam heraus, dass gute Schulnoten in Deutsch, Mathematik und Latein mit guten Juraexamensergebnissen korrelieren. Andere Fächer waren ohne Einfluss.


*) Die Ergebnisse waren in einer Veröffentlichung der JuS-Schriftenreihe abgedruckt, auf deren Titel ich aber jetzt nicht komme.
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  #3 (permalink)  
Alt 14.12.2009, 11:31
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AW: Jurastudium?

Das mit Mathematik wundert mich jetzt aber wirklilch. Das benötigt man doch gerade mal zur Fristenberechnung...
Ansonsten gilt, dass man ein recht weites Allgemeinwissen haben sollte und der deutschen Sprache in Wort und Schrift mächtig.
Was spräche denn eigentlich dagegen erstmal mit dem Studium anzufangen und einfach zu schauen, wies läuft? Ich hab das auch nicht anders gemacht und bin eben drauf hängen geblieben. Achso, das aller Wichtigste- und das gilt wohl fürs ganze Leben und nicht nur fürs Studium: Man sollte sich immer nen Plan B zulegen ;-)
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  #4 (permalink)  
Alt 14.12.2009, 12:51
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AW: Jurastudium?

Zitat:
Zitat von BeneQ
Na ja, ganz fernliegend finde ich es nicht. Jura hat ja auch viele mit Systemverständnis, systematischem Denken und strukturiertem Aufbau zu tun. Es ist schon irgendwie einleuchtend, dass ein guter Mathematiker über diese Eigenschaften verfügt.
Natürlich geht es nicht um das Rechnen im Jurastudium. Es geht um die analytischen Fähigkeiten und das Abstraktionsvermögen. Sind diese Eigenschaften bei einem Schüler vorhanden, kommt er mit der Mathematik zurande. Dieselben Fähigkeiten helfem ihm später beim Studium der Rechte. Gleichzeitig müssen aber, anders als beim reinen Rechnen, der Gedankengang und das Ergebnis derartiger Analysen in ein sprachliches Gewand gekleidet werden. Daher der Zusammenhang der guten Ergebnisse im Juraexamen mit guten Ergebnissen in Deutsch.

Latein ist deshalb ein guter Indikator, weil dieses Fach sozusagen die Anforderungen des Deutschunterrichts mit denen der Mathematik kombiniert. Einerseits ist es eine Sprache, andererseits erfordert ihre Beherrschung die strenge Anwendung komplizierter, teils durch Logik, teils durch Verständnis von Regel- und Ausnahmesystemen begreifbarer Grammatikstrukturen. Wer durch dieses Stahlbad ging, der kann auch im Jurastudium Erfolg haben.

Warum scheitern viele am Studium der Rechte? Weil sie vor lauter Bäumen den Wald nicht sehen. Das Strukturen-Hineinbringen ist das A und O. Wer das nicht tut, ertrinkt im Detail.
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  #5 (permalink)  
Alt 14.12.2009, 17:10
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AW: Jurastudium?

HI,

ich kenne genug Leute, die ein schlechtes Abitur hatten und dennoch zwei Prädikatsexamina geschafft haben.
Andererseits gibt es genug Leute, die einen super Abischnitt hatten und sich entweder im Laufe der ersten drei Semester verabschiedet haben oder im Examen durchgefallen sind.


Also ich meine, dass es für ein Jurastudium von Vorteil ist wenn man:

1. Eine dicke Haut hat..... Einser und Zweier werden hier nicht sooft verteilt, viele frustriert dies.

2. diszipliniert und fleißig ist. Denn vieles muss man sich durch Eigenstudium aneignen.

3. gerne liest. (erklärt sich irgendwie von selbst)

4. ein gutes Textverständnis hat

5. logisch denken kann.... (Mathe ist so ne Sache.... "iudex non calculat",sagen viele Juristen über ihre mathematischen Kenntnisse. )

6. sich gut und prägnant ausdrücken kann.

7. gute Nerven hat (beide Examina erfordern ernorm viel Nervenstärke)

8. ein gutes Gedächtnis hat

9. systhematisch vorgehen und denken kann

10. ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein hat.

11. ein grundsätzliches Interesse für die politischen und wirtschaftlichen Ereignisse hat


Also dann liebe Grüße
Siobhan
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  #6 (permalink)  
Alt 14.12.2009, 18:22
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AW: Jurastudium?

Zitat:
Zitat von Siobhan
HI,

ich kenne genug Leute, die ein schlechtes Abitur hatten und dennoch zwei Prädikatsexamina geschafft haben.
Andererseits gibt es genug Leute, die einen super Abischnitt hatten und sich entweder im Laufe der ersten drei Semester verabschiedet haben oder im Examen durchgefallen sind.

So ist es eben mit der Statistik. Man kennt immer genug Leute, die vom statistisch ermittelten Durchschnitt abweichen. Außerdem ist die Studie ja wohl über dreißig Jahre alt. Und zudem sagt sie ja nur etwas aus über Deutsch, Mathematik und Latein und nicht über den Abiturschnitt. Der ist in der Tat ohne Einfluss.

Ihrem "Prüfkatalog" stimme ich voll und ganz zu. Ich möchte ein Ausschlusskriterium hinzufügen: Ein tödlicher Kampf gegen Windmühlenflügel ist es, den Teil des Lernstoffs, der nicht verstanden wird, durch Fleiß oder gar Auswendiglernen ersetzen zu wollen.
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  #7 (permalink)  
Alt 14.12.2009, 19:30
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AW: Jurastudium?

Zitat:
So ist es eben mit der Statistik. Man kennt immer genug Leute, die vom statistisch ermittelten Durchschnitt abweichen. Außerdem ist die Studie ja wohl über dreißig Jahre alt. Und zudem sagt sie ja nur etwas aus über Deutsch, Mathematik und Latein und nicht über den Abiturschnitt. Der ist in der Tat ohne Einfluss.
Die erste Lektion, die ich damals noch im Geschichts LK gelernt habe, war, dass man keiner Statistk trauen sollte, die man nicht selbst gefälscht hat.

Zumal gute oder schlechte Schulnoten auch von vielen äußeren Umständen beeintächtigt sind.
So z.B. von der Motivation des Schülers und des Lehrers, die Fähigkeit des Lehrers etwas zu vermitteln oder die Bewertungskriterien, die ein Lehrer seiner Notenvergabe zu Grunde legt(immerhin gibt es genügend Experimente, bei denen für ein und die selbe Mathearbeit von verschiedenen Lehrern die Noten 1-6 vergeben wurden).

Ich spreche daher lieber von meiner persönlichen Erfahrung. Wenn John C. meint es würde ihm Spaß in der Schule machen, dann soll er es doch versuchen. Vielleicht ist er ja ein Naturtalent.

Zitat:
Zitat von Jesús Inquilino
Ein tödlicher Kampf gegen Windmühlenflügel ist es, den Teil des Lernstoffs, der nicht verstanden wird, durch Fleiß oder gar Auswendiglernen ersetzen zu wollen.
das habe ich nicht behauptet. Allerdings muss man nicht Einstein sein um dieses Studium zu bestehen. Etwas anderes zu implizieren ist reine Angstmacherei.

Die meisten Leute scheitern daran, dass sie zu wenig getan haben, die Klausurtechnik nicht beherrschen oder sie ihre Nerven während der Prüfung nicht im Griff haben.
Besonders im 1. Examen kann man durchaus auch Punkte damit sammeln, dass man Definitionen und Meinungstreitigkeiten abrufen kann.
Vieles ist eben einfach Wissen.
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  #8 (permalink)  
Alt 14.12.2009, 21:10
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AW: Jurastudium?

Wenn Sie diesen meinen Satz genau lesen....

"Ein tödlicher Kampf gegen Windmühlenflügel ist es, den Teil des Lernstoffs, der nicht verstanden wird, durch Fleiß oder gar Auswendiglernen ersetzen zu wollen."

... müssen Sie zugeben, dass wir beide dasselbe meinen. Angst machen will ich niemandem, sondern Mut: Lasst Euch nicht irre machen von der Stofffülle, Ihr Schüler, die Ihr dereinst das Studium der Rechte ergreifen wollt.
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  #9 (permalink)  
Alt 14.12.2009, 21:25
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AW: Jurastudium?

Zitat:
Zitat von Jesús Inquilino
Wenn Sie diesen meinen Satz genau lesen....

"Ein tödlicher Kampf gegen Windmühlenflügel ist es, den Teil des Lernstoffs, der nicht verstanden wird, durch Fleiß oder gar Auswendiglernen ersetzen zu wollen."

... müssen Sie zugeben, dass wir beide dasselbe meinen. Angst machen will ich niemandem, sondern Mut: Lasst Euch nicht irre machen von der Stofffülle, Ihr Schüler, die Ihr dereinst das Studium der Rechte ergreifen wollt.
na dann, wenn wir uns einig sind und für den Blauen
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