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| Wenn die Furcht sich in das Großhirn vortastet ... Am Dienstag, den 31. Januar, wird Dr. Silke Anders mit dem Förderpreis 2005 der Ingrid zu Solms-Stiftung ausgezeichnet. Sie erhält den Preis für ihre Forschungen über die neuronalen Grundlagen von Furcht. Dotiert ist der Förderpreis 2005 der Ingrid zu Solms-Stiftung mit 1000 Euro, überreicht wird er um 17 Uhr im Spiegelsaal des Hessischen Landtags. Als preiswürdig erachtet wurde eine Arbeit von Anders, die in der Fachzeitschrift "Nature Neuroscience" (Ausgabe 7, Nummer 4, April 2004) veröffentlicht wurde. Um den neuronalen Grundlagen von Emotionen auf die Spur zu kommen, untersuchte sie gemeinsam mit Prof. Niels Birbaumer und Dr. Martin Lotze vom Institut für Medizinische Psychologie der Universität Tübingen sowie Wissenschaftlern der Tübinger Universitäts-Augenklinik und der Radiologischen Universitätsklinik, ob Gefühle auch durch Bilder ausgelöst werden können, die das Großhirn gar nicht sehen kann. Ihre Untersuchungen nahm sie an Patienten vor, deren Sehrinde im Großhirn - dem Sitz des bewußten Sehens - durch einen Schlaganfall oder eine Schädel-Hirn-Verletzung geschädigt war, deren Auge und Sehnerv jedoch intakt waren. Sie präsentierte den Versuchspersonen das Bild eines Mannes, das zunächst als emotional neutral wahrgenommen wurde. Im Laufe der Untersuchung wurde dieses Bild zusammen mit einem unangenehmen Reiz dargeboten, so daß es schließlich eine negative Bedeutung erhielt. Wurde dieses Bild den Probanden daraufhin in dem Bereich ihres Gesichtsfeldes gezeigt, in dem sie es nicht bewußt sehen konnten, so zeigten sie dennoch körperliche Reaktionen und berichteten negative Gefühle. "Die für diese Gefühle möglicherweise verantwortliche Gehirnregion konnten wir mit Hilfe von Magnetresonanztomografie identifizieren. Sie liegt in der Nähe des Teils des Gehirns, in dem Reize aus der Körperperipherie verarbeitet werden", so Anders. In ihr, so vermuten die Forscher, könnte die Schnittstelle zwischen körperlichen emotionalen Reaktionen und bewußt wahrgenommenen Gefühlen liegen. Dr. Silke Anders ist Sprecherin des Projektes "Neuronale Repräsentationen der Kommunikation von Emotionen". Es ist Teil des WIN-Kollegs, dem Nachwuchsforschungsprogramm der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Landesakademie Baden-Württembergs. Das WIN-Programm, einschließlich dreier interdisziplinärer kulturwissenschaftlicher Projekte, wird vom Land Baden-Württemberg mit jährlich 900.000 ? finanziert. "Das WIN-Programm ist in der deutschen Forschungslandschaft einzigartig, da hier interdisziplinär zusammengesetzte Teams arbeiten", so Prof. Dr. Willi Jäger, der Koordinator des Programms. "Wir geben jungen Wissenschaftlern die Möglichkeit in hohem Maße eigenständig zu forschen. Sie werden auf ihrem Weg von fachlich hochkarätigen Mentoren begleitet, bleiben jedoch in ihrer Arbeit völlig frei." Ort: Spiegelsaal des Hessischen Landtags, Schlossplatz1 - 3,Wiesbaden. Datum: 31. Januar 2006. Uhrzeit: 17 Uhr. Rückfragen bitte an: Dr. Johannes Schnurr Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Heidelberger Akademie der Wissenschaften Telefon: 06221 / 54 34 00 Fax: 06221 / 54 33 55 E-Mail: johannes.schnurr@urz.uni-heidelberg.de Internet: www.haw.baden-wuerttemberg.de sowie Dr. Silke Anders WIN-Projekt "Neuronale Repräsentation der Kommunikation von Emotionen" Telefon: 07071/2 98 73 83 E-Mail: silke.anders@med.uni-tuebingen.de Internet: www.haw.baden-wuerttemberg.de/seiten/forschung/win_schwerpunkte/gehirn_2.php Universität Tübingen Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie Gartenstraße 29 72074 Tübingen sowie Melanie Ziegler Tel.: 069/78 99 50 34 Fax.: 069/78 99 50 36 E-Mail: mz@medien-consultants.de Kirschbaumweg 6 60489 Frankfurt Reichert Medien Consultants Quelle: idw |
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