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Uni Hildesheim: Institut für Kulturpolitik wird deutscher Partner bei EU-Projekt

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Alt 31.10.2006, 18:00
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Uni Hildesheim: Institut für Kulturpolitik wird deutscher Partner bei EU-Projekt

Das Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim ist als deutscher Partner ausgewählt worden für ein mit insgesamt 363.000 Euro gefördertes Forschungsprojekt des EU Programms Leonardo. Ziel des Projekts ist die Evaluation bestehender Ausbildungsprogramme sowie die Identifikation zukünftiger Anforderungen im Kulturmanagement und die Entwicklung eines neuen europäischen Kulturmanagement (Bachelor/Master) Programms einschließlich neuer innovativer Lehrformen und Methoden. Das Projekt wird in Deutschland unter der Leitung von Dr. Birgit Mandel (Universität Hildesheim) durchgeführt.





Weitere an dem Projekt beteiligte Universitäten sind Oxford Brookes, Großbritannien, Humanities Polytechnic, Finnland, Vilnius Academy of Fine Arts, Litauen, Jagiellonian Universität Krakau, Polen, South-West-University Neofit Rilsky, Bulgarien, Université Lyon Frankreich, Aries Formazione Neapel, Italien sowie das European Network of Cultural Administration Training Centres, Belgien.


Ein Fokus des Projekts liegt auf der Herausbildung von Management-Programmen und Kompetenzen für Kulturmanager in solchen Institutionen und Arbeitsfeldern, die darauf abzielen, die Teilnahme an Kunst und Kultur vor allem von kulturfremden und sozial benachteiligten Gruppen zu erweitern. Dies ist gerade in einem Land wie Deutschland, in dem Kunstinstitutionen im Vergleich zu anderen Ländern sehr hohe öffentliche Förderungen erhalten, ein zentrales Anliegen, wenn man bedenkt, dass die öffentlich geförderten Kultureinrichtungen von nur ca. 8 Prozent der Bevölkerung regelmäßig genutzt werden. Die Verbindung von Managementstrategien mit kultursoziologischen und kulturvermittelnden Fragestellungen dürfte eine der größten Herausforderungen für zukünftige Kulturmanager sein. Das Projekt ba-siert auf der Überzeugung, dass die Künste eine essenzielle Rolle spielen können bei der gesellschaftlichen Integration sozial benachteiligter Gruppen sowie als Medium für den interkulturellen und auch den europäischen Dialog.


Alle am Projekt beteiligten Studiengänge arbeiten auf nationaler Ebene mit einem Netzwerk an ausgewählten Praxisinstitutionen zusammen, die sowohl für die Recherche, die Programmentwicklung und die Erprobungsphase des Programms von Bedeutung sind. Diese Institutionen kommen u. a. aus den Bereichen der Kulturpolitik und Kulturverwaltung, aus der Kinder- und Jugendkulturarbeit, der Soziokultur, der interkulturellen Arbeit. Die enge Kooperation mit diesen Partnern soll dazu beitragen, ein praxisnahes, aus vielfältigen Erfahrungen gespeistes Ausbildungsprogramm für Kulturmanager zu entwickeln.


Der Erfahrungsaustausch zwischen den Partnern aus den teilnehmenden EU-Staaten erweitert die nationale Sicht auf Kulturmanagement und kulturpolitische Prozesse und ermöglicht die Herausbildung eines über nationale Grenzen hinausgehenden europäischen Standpunkts in der Kulturmanagement-Ausbildung.


Die gemeinsame Entwicklung eines internationalen Standards entsprechenden europäischen BA/MA Kulturmanagementprogramms ist für deutsche Kultur-Studiengänge auch insofern von besonderer Relevanz als diese sich gerade in den Umstrukturierungsprozessen zu BA/MA Programmen befinden und von den Erfahrungen der Partnerländer, in denen diese Abschlüsse bereits bestehen, profitieren können.


Kulturmanagement ist eine Disziplin, die sich in Deutschland ebenso wie in den meisten anderen europäischen Ländern erst vor ca. 15 Jahren herausgebildet hat. Als junge akademische Disziplin in sie in besonderer Weise darauf angewiesen, Forschung zu betreiben und wissenschaftliche Grundlagen und Lehrmaterialien zu entwickeln. Nicht zuletzt möchte das Projekt zur weiteren Professionalisierung und Etablierung des Kulturmanagements als einem zukunftsträchtigen akademischen Studien- und Forschungsbereich beitragen.


Quelle: idw
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