Dies ist eine Diskussion zu TALK: Wenn das Auto mit sich reden lässt innerhalb des Forums Nachrichten: Wissenschaft
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| TALK: Wenn das Auto mit sich reden lässt Herkömmliche Sprachdialogsysteme funktionieren über spezielle Kommandos, die der Benutzer lernen muss. Das Gerät bestimmt die Sprache, in der man mit ihm reden kann, und der unerfahrene Benutzer gibt oft nach wenigen Versuchen frustriert auf, weil das System anders als erwartet oder gar nicht reagiert. Für die Wissenschaftler des TALK-Projekts war von Beginn an klar, dass die Kommunikation zwischen Mensch und komplexem Gerät nur erfolgreich sein wird, wenn der Mensch in seiner Alltagssprache den Ton angeben kann. Hierfür entwickeln sie multimodale Verfahren zur Dialogmodellierung, in denen die menschliche Sprache mit grafischen Oberflächen und der konventionellen Tastenbedienung kombiniert werden. Die Systeme sind inhaltsorientiert und flexibel. Der Benutzer sagt das, was er will, und zwar so, wie er es will: als knappe Anweisung oder in ganzen Sätzen, und zwar mit selbst gewählten Worten. Und die Systeme sind anpassungsfähig, sie stellen sich also nicht nur auf das Wissen und Können des Benutzers ein, sondern auch auf die Situation. Das ist im Fahrzeug besonders wichtig, da der Fahrer nicht von seiner eigentlichen Aufgabe, der Fahrzeugführung, abgelenkt werden darf. Kern der zukunftsweisenden Sprachdialogsysteme ist das Konzept des "Information State Update" (ISU), das in einer Serie von EU-Projekten seit Ende der neunziger Jahre entwickelt wurde. Während Dialogsysteme der ersten Generation die Dialogabläufe mit Diagrammen modellieren, ist die Grundidee beim ISU-Ansatz die folgende: Alle Informationen über den Ablauf des Mensch-Maschine-Dialogs werden im "Informationszustand" des Systems gespeichert. Bei jeder Anfrage berechnet es die jeweils angemessene Reaktion und ergänzt den Informationszustand mit zusätzlichen Informationen über den Benutzer, die dann bei den folgenden Gesprächen verwendet werden. Die ISU-Technik unterstützt die Feinabstimmung des Dialogs auf die Situation und sie erlaubt die effiziente Modellierung von häufig wiederkehrenden Dialogmustern: Der Kern des Dialogsystems kann für verschiedene natürliche Sprachen und grafische Oberflächen eingesetzt und auf ganz unterschiedliche Gebiete angewendet werden. Sich wiederholende Anforderungen wie ähnliche Dialoge oder tabellarische Übersichten müssen nicht jedes Mal neu programmiert werden, sondern können - einmal abgespeichert - für alle möglichen Situationen abgerufen werden. Dies spart Zeit und Kosten in der Entwicklung. TALK steht für "Tools for Ambient Linguistic Knowledge" und hat zum Ziel, technische Geräte so mit Sprache zu steuern, dass sie sich flexibel auf die Wünsche des Benutzers einstellen. Am europäischen TALK-Projekt sind die Universität des Saarlandes und die Universitäten in Edinburgh, Göteborg, Cambridge und Sevilla sowie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) beteiligt. Als industrielle Partner wirken die BMW Forschung und Technik GmbH und die Robert Bosch GmbH mit, die als Fahrzeughersteller und -zulieferer die Forschungsergebnisse aus Anwendersicht evaluieren und ins Automobil integrieren. Das TALK-Projekt wurde im Jahr 2004 in Saarbrücken gestartet und wird über drei Jahre mit 4,6 Millionen Euro von der Europäischen Union gefördert, weitere 1,5 Mio. Euro steuert die Industrie bei. Koordinator des Gesamtprojekts ist Manfred Pinkal, Professor für Computerlinguistik an der Universität des Saarlandes und Leibniz-Preisträger des Jahres 2000. Fragen beantwortet: Prof. Dr. Manfred Pinkal Tel. 0681/302-4343 E-Mail: pinkal@coli.uni-saarland.de Kompetenzzentrum Informatik Friederike Meyer zu Tittingdorf Tel. 0681/302-58099 E-Mail: meyer@cs.uni-sb.de Quelle: idw |
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