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Nur 8 Euro Belastung für Geringverdiener durch Mehrwertsteuer-Erhöhung

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Alt 01.09.2006, 16:00
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Nur 8 Euro Belastung für Geringverdiener durch Mehrwertsteuer-Erhöhung

Modellrechnungen von Prof. Dr. Joachim Tanski beziehen die verschiedenen Steuersätze mit ein





Die Auswirkungen der Mehrwertsteuer-Erhöhung von 16 auf 19 Prozent zu Beginn kommenden Jahres werden bei Privatpersonen deutlich geringer sein, als allgemein angenommen. Das geht aus Berechnungen von Prof. Dr. Joachim Tanski, Professor für Steuerlehre und Rechnungswesen an der Fachhochschule Brandenburg (FHB), hervor. Nach den Modellrechnungen, die in der Fachzeitschrift Information (INF) des Haufe Verlags (Freiburg) veröffentlicht wurden, wird ein Arbeitnehmer mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von 1.500 Euro mit lediglich 8 Euro im Monat belastet, bei einem Bruttoeinkommen von 5.000 Euro sind es knapp 18 Euro.


Grund für die geringen Effekte sind die in die Berechnungen einbezogenen unterschiedlichen Mehrwertsteuer- / Umsatzsteuersätze: So werden etwa Mieten oder die jährliche Tilgung von Eigenheimbesitzern gar nicht besteuert und viele Dinge des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel lediglich mit dem ermäßigten Satz, der zudem bei 7 Prozent verbleibt. Weil davon auszugehen ist, dass ein Geringverdiener verhältnismäßig mehr Geld für Wohnen und Lebensmittel ausgibt als ein Vielverdiener, wird der Geringverdiener auch nicht so stark belastet wie in der öffentlichen Diskussion häufig angenommen.


Die Effekte könnten sogar noch geringer ausfallen, wenn es nämlich den Unternehmen wegen des Konkurrenzdrucks nicht gelingt, höhere Preise am Markt durchzusetzen. Das wiederum könnte zu höheren Belastungen bei den Unternehmen führen - je geringer die Gewinnspanne, desto größer die Belastung, die bis zum vollständigen Gewinnverzicht ansteigen kann. Nach Prof. Tanski ist mit einer "gesplitteten Preispolitik" zu rechnen: "Während Unternehmen bei preissensiblen Produkten die Umsatzsteuererhöhung (teilweise) selber tragen werden, wird bei anderen Produkten möglicherweise die ,Gunst der Stunde' zu einer überproportionalen Preiserhöhung genutzt", schreibt er in INF.


Hinweis für die Redaktionen: Prof. Tanski steht Ihnen auf Wunsch als Gesprächspartner zur Verfügung. Ebenso kann Ihnen der komplette Artikel zur Verfügung gestellt werden. Sie erreichen Prof. Tanski per E-Mail: "tanski@fh-brandenburg.de".


Quelle: idw
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