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| Neue Forschungsprojekte im Akademienprogramm Qumran-Lexikon: Hebräisches und Aramäisches Wörterbuch zu den Texten vom Toten Meer Die Herausgabe eines Hebräischen und Aramäischen Wörterbuches zu den Texten vom Toten Meer stellt als bibelwissenschaftliches und judaistisches Vorhaben den zentralen deutschen Beitrag zur internationalen, vor allem in den USA, Kanada und Israel angesiedelten Qumran-Forschung dar. Das bislang durch die DFG geförderte Projekt wird zum 1. Januar 2006 unter Verantwortung der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen in das Akademienprogramm integriert. Es ergänzt das ebenfalls in Göttingen angesiedelte Editionsvorhaben des griechischen Alten Testaments (Septuaginta). Beide widmen sich Fragen der Textforschung und Bibelauslegung. Vorgesehen ist die Integration in ein von Akademie und Universität Göttingen gemeinsam getragenes Zentrum für semitische Sprachen und Kulturen. Projektleiter ist Prof. Dr. Reinhard Gregor Kratz. Corpus der Quellen zur Geschichte der Juden im spätmittelalterlichen Reich Das im Arye Maimon-Institut an der Universität Trier angesiedelte Neuvorhaben der Akademie der Wissenschaften und der Literatur (Mainz) will alle relevanten, zeitlich und räumlich fixierbaren schriftlichen Quellen zur Geschichte der Juden auf dem Gebiet des spätmittelalterlichen römisch-deutschen Reichs erfassen. Ergänzend zu einer Print-Ausgabe ist eine frei zugängliche Internet-Version vorgesehen. Das Neuvorhaben ergänzt die beiden älteren, ebenfalls durch die Mainzer Akademie verantworteten Projekte "Regesta Imperii" und "Regesten des deutschen Königs- und Reichshofgerichts". Projektleiter ist Prof. Dr. Alfred Haverkamp, Trier. Leichenpredigten (Personalschriften) der Frühen Neuzeit - Thüringen Leichenpredigten stellen eine einzigartige Geschichtsquelle dar. Die von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur (Mainz) getragene Arbeitsstelle an der Universität Marburg erweitert mit diesem Neuvorhaben ihr bisheriges Arbeitsgebiet in Hessen und Sachsen um das Kernland der Reformation. Zahlreiche Nachbardisziplinen greifen auf das in standardisierten Katalogwerken veröffentlichte Material zurück, insbesondere Historiker, Kunsthistoriker, Musik- und Literaturwissenschaftler, aber auch Theologen und Medizinhistoriker. Auf vorbildliche Weise werden die Arbeitsergebnisse auch im Open-Access-System digital erschlossen (www.uni-marburg.de/fpmr/). Sie werden darüber hinaus in großem Umfang für akademische Qualifizierungsarbeiten genutzt. Projektleiter sind Prof. Dr. Dr. h.c. Rudolf Lenz (Marburg) und Prof. Dr. Gerhard Müller D.D. (Erlangen). Ernst Troeltsch - Kritische Gesamtausgabe Der Theologe Ernst Troeltsch (1865 - 1923) gilt als zentrale Figur der protestantischen Theologie des beginnenden 20. Jahrhunderts. Er analysierte das Verhältnis von Protestantismus und neuzeitlicher Lebenswelt, formulierte die Grundlagen der neueren Religionssoziologie mit und trug so zur Ausbildung des fachspezifischen Selbstverständnisses der noch jungen Soziologie bei. Durch sein Konzept einer "europäischen Kultursynthese" wird er als intellektueller Wegbereiter einer Öffnung Deutschlands zu einem gesamteuropäischen Verständnis moderner Menschenrechte und wissenschaftlicher Rationalität angesehen. Von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften getragen, wird nun ab 2006 eine Edition sämtlicher Schriften Ernst Troeltschs innerhalb des Akademienprogramms herausgegeben. Das Projekt wird von der DFG übernommen. Leiter des Projektes ist Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Graf (München). Rationalität im Lichte der experimentellen Wirtschaftsforschung Ausgangspunkt des an der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften angesiedelten Vorhabens ist die Hypothese, das vorherrschende Bild ökonomischen Verhaltens in der heutigen Wirtschaftstheorie sei das des homo oeconomicus, der im rationalen Entscheidungsprozess über unbegrenzte Denk- und Rechenmöglichkeiten verfüge. Untersucht wird die Struktur der ökonomischen Realität als empirisches Grundlagenproblem der Wirtschaftstheorie, das mit Hilfe der experimentellen Wirtschaftsforschung zu bearbeiten ist. Die beiden Projektleiter wurden für ihre Forschungen 1994 mit dem Nobelpreis (Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Reinhard Selten, Bonn) bzw. 2005 mit dem Leibniz-Preis der DFG (Prof. Dr. Axel Ockenfels, Köln) ausgezeichnet. Ihre Ansprechpartner für Rückfragen sind Prof. Dr. Volker Gerhardt, der Vorsitzende der Wissenschaftlichen Kommission der Akademienunion, unter Tel. 0172/360 80 72 oder per Mail unter GerhardtV@Philosophie.HU-Berlin.de sowie Frau Bärbel Lange, die Koordinatorin des Akademienprogramms für die Akademienunion, unter Tel. 06131/21 85 28-17 oder per Mail unter baerbel.lange@akademienunion.de und Frau Myriam Hönig, die Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Akademienunion, unter Tel. 030/20 63 29-65 oder per Mail unter hoenig@akademienunion-berlin.de Die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften ist die Dachorganisation von sieben Wissenschaftsakademien, die sich zur Umsetzung gemeinsamer Interessen zusammengeschlossen haben. Unter dem Dach der Union sind mehr als 1600 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen verschiedenster Fachrichtungen vereint, die zu den national und international herausragenden Vertretern ihrer Disziplinen gehören. Die Union koordiniert das "Akademienprogramm", das eines der größten und bedeutendsten geisteswissenschaftlichen Forschungsprogramme der Bundesrepublik Deutschland darstellt. So ist die Union zuständig für die Koordinierung und Durchführung gemeinsamer Forschungsvorhaben ihrer Mitgliedsakademien. Sie empfiehlt die Bildung von Schwerpunkten für verwandte Projekte, fördert die Kommunikation zwischen den Akademien und betreibt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Sie kommuniziert mit Wissenschaftsorganisationen des In- und Auslandes und entsendet Vertreter in nationale und internationale Wissenschaftsorganisationen. Eine organisierte Zusammenarbeit der deutschsprachigen Akademien der Wissenschaften gibt es bereits seit über 100 Jahren. Sie geht zurück auf das sogenannte "Kartell", das 1893 in Leipzig für die Betreuung von über 30 gemeinsamen Akademie-Forschungsvorhaben gegründet wurde. Quelle: idw |
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