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Landschaft in der Kunst seit dem 17. Jahrhundert: Zweiter Teil der Ausstellung in Situation Kunst

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Alt 27.08.2010, 10:00
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Landschaft in der Kunst seit dem 17. Jahrhundert: Zweiter Teil der Ausstellung in Situation Kunst

Schwerpunkt 20. Jahrhundert – Fotografie und Video

Fotografie und Video stehen im Mittelpunkt des zweiten Teils der Ausstellung „Weltsichten – Landschaft in der Kunst seit dem 17. Jahrhundert“, die vom 4. September bis zum 21. November 2010 im Kubus von Situation Kunst (für Max Imdahl) zu sehen sein wird (Nevelstraße 29c-d, 44795 Bochum). Mitarbeiter von Situation Kunst stehen am Eröffnungswochenende (4. + 5. September) als „Art-Speaker“ in der Ausstellung Weltsichten für Erläuterungen und Werkgespräche zur Verfügung. Die Ausstellung findet im Rahmen von Mapping the Region, der gemeinsamen Ausstellungsreihe der RuhrKunstMuseen anlässlich der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010, statt.


Persönliche Perspektiven

Wie kaum ein anderes Medium eignet sich die künstlerische Landschaftsdarstellung dazu, die Rolle des Individuums in der Welt bzw. den Blick des Einzelnen auf seine jeweilige Umwelt zu reflektieren: Landschaftssicht ist immer auch Weltsicht. In diesem Sinn sind Werke der Landschaftskunst kaum jemals als bloße Abbilder einer tatsächlichen Landschaft zu verstehen. Vielmehr bündeln sich in ihnen kollektive und individuelle Perspektiven und offenbaren sich gesellschaftliche Modellvorstellungen ebenso wie private Wünsche, Ängste und Sehnsüchte. Jeweils aktuelle gesellschafts- und kulturgeschichtliche Entwicklungen werden dabei zuweilen differenziert gespiegelt oder sogar vorweggenommen; in anderen Fällen entstehen träumerische, melancholische oder kritische Gegenbilder zur jeweils erlebten Realität.

Umbrüche im Lauf der Jahrhunderte

Im Laufe der Jahrhunderte vollziehen sich in dieser Sicht auf die Welt Wandlungen, Brüche und oft überraschende Umwälzungen, denen in der Ausstellung ein besonderes Augenmerk gelten soll. Es geht dabei nicht darum, einen (weiteren) Überblick zur Geschichte der Landschaft in der Kunst zu bieten und die bekannten Entwicklungslinien noch einmal nachzuzeichnen. Geleitet von der Fragestellung, inwieweit Landschaft sich als Resonanzraum für individuelle Befindlichkeiten und gesellschaftliche Strömungen verstehen lässt, werden neben bekannten und etablierten künstlerischen Positionen vielmehr auch Formulierungen jenseits des gängigen Kanons in den Blick genommen.

Desillusionierter Blickt des 20. Jahrhunderts

Der erste Teil der Ausstellung zeigte Werke der holländischen Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts, in der sich ein zunehmendes Bewusstsein für die erlebte und erlebbare Umwelt abzeichnet, und endete in der Malerei der aktuellen Gegenwart. Nach den Krisen- und Katastrophenerfahrungen des 20. Jahrhunderts und angesichts der nicht mehr zu leugnenden globalen Bedrohung der natürlichen Umwelt scheint vielfach nur noch ein indirekter, gebrochener Blick auf Landschaft möglich und glaubwürdig. Ein solcherart desillusionierter Blick lässt Entwicklungen vergangener Epochen wiederum in neuem, möglicherweise schärferem Licht erscheinen und kann neue Sichtweisen eröffnen.

Künstler und Katalog

Der zweite Teil der Ausstellung umfasst u.a. Werke von Berenice Abbot, Bernd und Hilla Becher, Margaret Bourke-White, Harry Callahan, Stan Douglas, Sven Drühl, Ger van Elk, Walker Evans, Andreas Feininger, Thomas Florschuetz, Florence Henri, Evelyn Hofer, Rudolf Holtappel, Andreas Jordi, Peter Keetman, André Kertész, Abbas Kiarostami, Marcellvs L., Ingeborg Lüscher, Simone Nieweg, Dirk Reinartz, Albert Renger-Patzsch, Boris Savelev, Wolfgang Tillmans, u.v.a. Ein umfangreicher Katalog begleitet und dokumentiert die Ausstellungsreihe. Auf 360 Seiten enthält die Publikation ca. 180 Abbildungen sowie Textbeiträge von Karen van den Berg, Silke von Berswordt-Wallrabe, Peter Forster, Richard Hoppe-Sailer, Angeli Janhsen, Tanja Michalsky und Beate Söntgen. Kurztexte zu einzelnen Werken und Künstlerpositionen wurden von Studierenden des Kunstgeschichtlichen Instituts der Ruhr-Universität Bochum, der Zeppelin University Friedrichshafen und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel verfasst. Die Bochumer Station der Ausstellungstournee wird gefördert von der Kunststiftung NRW sowie von der Stiftung der Sparkasse Bochum.

Führungen und Begleitprogramm

Am 1. und 3. Sonntag im Monat finden öffentliche Führungen in der Ausstellung statt (nicht am 5.9.). Eine Anmeldung ist nicht nötig, die Teilnahme kostet 3,- Euro zzgl. Eintritt. Der Eintritt beträgt 5,- Euro / ermäßigt 3,- Euro, Kinder unter 12 Jahren in Begleitung von Erwachsenen erhalten freien Eintritt. Gruppenführungen mit individuellen Themenschwerpunkten sind nach Vereinbarung möglich. Sonntags werden Filme zur aktuellen Ausstellung gezeigt, Termine und Infos unter http://www.situation-kunst.de/filmprogramm-weltsichten.htm

Weitere Informationen

Dr. Iris Poßegger, Kuratorin der Stiftung Situation Kunst, Tel.: 0234/2988901, E-Mail: info@situation-kunst.de, http://www.situation-kunst.de

Quelle: idw
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