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Landeslehrpreis für interdisziplinäres Projekt der Pädagogischen Hochschule Heidelberg: Kinderoper Brundibár

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Alt 29.11.2006, 16:00
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Landeslehrpreis für interdisziplinäres Projekt der Pädagogischen Hochschule Heidelberg: Kinderoper Brundibár

Prof. Dr. Joachim Maier, Dr. Anette Hettinger, Heike Kiefner-Jesatko und Christian Verhoeven werden für die Neu-Inszenierung der 1941 im Ghetto Theresienstadt aufgeführten Kinderoper Brundibár ausgezeichnet





Heidelberg, 29.11.2006. Der Landeslehrpreis Baden-Württembergs für herausragende Leistungen in der Lehre ging heute an ein interdisziplinäres Projekt der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. In einem Festakt in der Hochschule verlieh Prof. Dr. Peter Frankenberg, Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, den Preisträgern Dr. Anette Hettinger (Geschichte), Heike Kiefner-Jesatko (Musik), Prof. Dr. Joachim Maier (Katholische Theologie) und Christian Verhoeven (Theaterpädagogik) die begehrte Auszeichnung. Aus Anlass des Gedenkens der Opfer des Nationalsozialismus hatten die Dozenten mit knapp 90 Studierenden im Wintersemester 2004/05 die im Ghetto Theresienstadt aufgeführte Kinderoper Brundibár neu inszeniert. Historisches Wissen, ethische Aspekte und ästhetische Gestaltung konnten so auf einmalige Weise verbunden werden: Der interdisziplinäre Ansatz, verbunden mit der gesellschaftspolitisch wichtigen Botschaft des Gedenkens der Opfer des NS-Regimes, wird mit dem insgesamt mit 12.800 Euro dotierten Preis gewürdigt.
Ausschlaggebend für die Vergabe des Preises nach Heidelberg ist gerade die fächerübergreifende Zusammenarbeit: "Dieses Projekt verdeutlicht in anschaulicher Weise, welche Lern- und Publikumserfolge durch interdisziplinäres Arbeiten erreicht werden können", betonte Frankenberg. Die Kinderoper Brundibár, erstmals 1941 in Prag und dann im Ghetto Theresienstadt 1943/44 ca. 55 Mal aufgeführt, ist die Geschichte der Geschwister Aninka und Pepícek, die sich mit Unterstützung vieler Kinder gegen den bösen Leierkastenmann Brundibár zur Wehr setzen und ihn letztlich auch besiegen. Im Wintersemester 2004/05 wurde die Oper in unterschiedlichen Arbeitsgruppen erarbeitet und vertont, die Geschichte der Opfer nachvollzogen, Alltag, Kultur und Religion im Ghetto rekonstruiert, Nazipropaganda analysiert, Kinderzeichnungen ausgewertet sowie lokale Opfer- und Täterbiographien nachgezeichnet, um nur einige Punkte zu nennen. Von der ästhetischen Intensität und der gedanklichen Kraft der Aufführung am 27. Janu-ar, dem jährlichen Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus, sowie den beiden zusätzlichen Präsentationen waren Studierende, Schulklassen und die interessierte Öffentlichkeit gleichermaßen beeindruckt. Dazu trug auch die Mitwirkung Inge Auerbachers bei, die als Ehrengast der Aufführung gewonnen werden konnte. 1942 als Siebenjährige mit ihrer Familie aus Stuttgart nach Theresienstadt deportiert, las sie in der Aufführung aus ihrem bekannten Jugendbuch "Ich bin ein Stern", wo sie ihre grauenvollen Erlebnisse zusammengefasst hat. All diese Aspekte zusammen betrachtet, betrafen Projektarbeit und Projektpräsentation Intellekt und Kognition ebenso wie Emotionen und Sinne, waren also "ganzheitlich" im besten Wortsinn, so die Hochschule bei ihrer Bewerbung um den Preis mit diesem Projekt bei der Landesrektorenkonferenz der Pädagogischen Hochschulen und beim Wissenschaftsministerium.


Birgitta Hohenester (2.560 Zeichen ohne Leerzeichen)


Pädagogische Hochschule Heidelberg - Kommunikationsstelle
Dr. Birgitta Hohenester/ Nico Lindenthal M.A.
Keplerstraße 87
69120 Heidelberg
Tel. 06221 - 477696, Sek. -695, Fax -273
E-Mail presse@vw.ph-heidelberg.de


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- http://www.ph-heidelberg.de unter Presse

Quelle: idw
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