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Informatik-Projekt soll das Leben von Senioren sicherer machen

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Alt 09.02.2007, 18:00
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Informatik-Projekt soll das Leben von Senioren sicherer machen

Die Gesellschaft wird immer älter und viele Senioren leben allein in ihren eigenen vier Wänden, da ihre Gesundheit Alten- oder Pflegeheim nicht erforderlich macht. Dieser Trend birgt Chancen und Risiken. Der Markt für Senioren-Produkte wächst beispielsweise überproportional, die älteren Menschen sind allein in ihrer Wohnung allerdings auch einer Reihe von Gefahren ausgesetzt: Herzinfarkt, Schlaganfall, Unterzuckerung - wenn hier nicht rasch jemand hilft, droht oft der sichere Tod. Dies bedeutet, dass Teleüberwachungsanwendungen zu einem Megatrend der nächsten 10 Jahre werden, wie eine aktuelle EU-Studie feststellt. Ein Projekt aus dem Bereich der Medizinischen Informatik der Fachhochschule Dortmund unter Leitung von Prof. Dr. Peter Haas in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Telematik im Gesundheits-wesen (ZTG) soll hier wichtige Pionierarbeit leisten.





Wenn Ehemann, Kinder oder andere Personen im Haushalt fehlen, sollen die älteren Menschen dank moderner Informationstechnik künftig nicht gänzlich allein sein. Mit der medizinischen Teleüberwachung können automatisiert biologische Funktionen wie EKG, Blutdruck oder Blutzuckerspiegel kontrolliert werden. Hinzu kommt eine mögliche Fernkontrolle des normalen Tagesablaufs, um beispielsweise bei häuslichen Unfällen sofort Alarm schlagen zu können. Ebenso sind Hilfen zur selbstbestimmten Lebensführung wie Erinnerungsfunktionen in Geräten denkbar. "Interessant werden diese Maßnahmen vor allem dann, wenn Ergebnisse aktuell in eine Dokumentation eingestellt werden und bei abnormen Messwerten oder Ereignissen Familienmitglieder, Ärzte oder Pflegedienste per Telefon, SMS oder E-mail benach-richtigt werden können", so Prof. Haas.


"Solche Systeme sind jedoch heute noch sehr teuer, weil sie hochtechnisierte Um-gebungen und umfangreiche Installationen erfordern", so Haas weiter. Vor allem sei die medizinische Überwachung mit Sensoren direkt am Menschen besonders auf-wändig und bedeute bei prinzipiell gesunden Menschen eine Einschränkung der Lebensqualität.


Hier setzt das Projekt der FH-Informatiker an: Es soll eine realitätsnahe Monitoring-Umgebung mit intelligenten Sensoren und einem übergeordneten Dokumentations- und Auswertungssystem zu bezahlbaren Preisen realisiert werden. Die übergeordnete Überwachungseinheit soll dabei automatisch einerseits bestimmte Werte an die an der FH Dortmund entwickelte elektronische Krankenakte übermitteln, andereseits Verbindung nach außen zur Übermittlung von Nachrichten selbstständig herstellen und abwickeln. Zu Beginn ist die Ausrichtung der Umgebung auf die Überwachung des normalen täglichen Verhaltens sowie der Nutzung von haustechnischen Gerä- ten, wie z.B. Kaffeemaschine oder Elektroherd, ausgerichtet. In der ersten Ausbau- stufe ist ein Versuchsaufbau in einem speziell eingerichteten Raum in der FH geplant. Dort soll beispielsweise der Schlaf überwacht, Bettnässen erkannt, offene Fenster registriert, Medikamente automatisch bereitet und gestellt oder Blutzuckerwerte übermittelt und kontrolliert werden.


Dazu müssen im Laufe des Projekts Sensor-Umgebungen, beispielsweise für die Überwachung von Herden und Wasserkochern oder geöffneten Fenstern und Türen entwickelt werden. Darüber hinaus soll eine selbstlernende und selbstjustierende Monitoring-Software mit automatischer Meldungserzeugung an auswählbare Empfänger mit auswählbarer Übermittlungsart programmiert werden, die mit der elektronischen Patientenakte gekoppelt ist.


Der Großteil der Aufgaben wird durch studentische Arbeiten abgedeckt, die auch in die Lehre am Fachbereich Informatik einfließen.


Weitere Informationen:
- http://www.fh-dortmund.de

Quelle: idw
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