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| Hintergründe des koreanischen Klonskandals: Öffentlicher Vortrag in der RUB Bochum, 25.01.2006 Nr. 25 Hintergründe des koreanischen Klonskandals Das endgültige Aus oder eine zweite Chance für Hwang Öffentlicher Vortrag in der RUB Weltweite Empörung schlug Woo-suk Hwang entgegen, als bekannt wurde, dass seine Aufsehen erregenden Forschungsergebnisse über das therapeutische Klonen menschlicher embryonaler Stammzellen gefälscht waren. Doch während für die Welt sein Stern endgültig gesunken scheint, werden in der koreanischen Bevölkerung Rufe nach einer zweiten Chance für Hwang laut. Einen Blick auf den Skandal aus der koreanischen Perspektive ermöglicht der Vortrag "Der koreanische Klonskandal: Hintergründe, Analyse und Perspektiven für eine kulturübergreifende Bioethik" (1. Februar 2006, 16 Uhr, Senatssitzungssaal) von Dr. Phillan Joung (Fakultät für Ostasienwissenschaften der RUB). Die Öffentlichkeit ist herzlich willkommen. Schwellenland mit junger demokratischer Gesellschaft Der Vortrag fasst die Hintergründe des jüngsten koreanischen Klonskandals und die aktuelle Tendenz in seiner Aufarbeitung aus koreanischer Perspektive zusammen. Phillan Joung analysiert das so genannte "Hwang-Syndrom" als ein Problem des postkolonialen Schwellenlandes unter besonderer Berücksichtigung seiner historischen und soziokulturellen Situation. "Dabei ist auch die Rolle der Massenmedien und der Bioethik bei der Aufdeckung und Aufarbeitung des Skandals als eine Errungenschaft der jungen demokratischen Zivilgesellschaft nicht zu vernachlässigen", so Dr. Joung. Hwang als Opfer Ein Schwerpunkt des Vortrags sind die hierzulande weitgehend unbekannten Besonderheiten der koreanischen Sichtweise auf den Fall Hwang. Während der einstige Stern des koreanischen Klonexperten nach dem abschließenden Untersuchungsbericht seiner Universität in Seoul am 10. Januar 2006 für die internationale Wissenschaftsgemeinde unwiderruflich gesunken zu sein scheint, ist das endgültige Urteil über sein wissenschaftliches Fehlverhalten und seine umstrittene Fachkompetenz in Korea noch nicht gefällt. Zurzeit forciert die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen mehrere Personen und Institutionen, um die Lücken des Berichts der universitären Untersuchungskommission zu schließen, und um zu klären, inwieweit Woo-suk Hwang selbst ein Opfer des innerkoreanischen Interessenkonflikts geworden ist. Indessen wächst in der Bevölkerung die Forderung nach einer zweiten Chance für den diskreditierten 'Nationalhelden', damit er seine Kompetenz unter Beweis stellen und weiterhin für das Land forschen kann. Auf der regierungs- und akademischen Ebene arbeitet man bereits an der Umorientierung und Umstrukturierung der Stammzellforschung, begleitet von einer kritischen bioethischen Debatte über die Probleme des therapeutischen Klonens mit konkretem Bezug auf die massenweise Verwendung von Eizellen und die erwiesenermaßen minimalen Erfolgschancen für die Gewinnung von geklonten embryonalen Stammzellen. Diskussion nach dem Vortrag "Der Umfang und die Intensität der gesamtgesellschaftlichen Auseinandersetzung bezeugen, dass Südkorea den als traumatisch empfundenen Klonskandal als Chance für eine grundlegende Revision der Biopolitik und Verstärkung der bioethischen Reflexion erkannt hat", fasst Dr. Joung zusammen. Im Anschluss an ihren Vortrag wird sie die Ansätze einer kulturübergreifenden Bioethik im gegenwärtigen bioethischen Diskurs in Südkorea thematisieren und zur Diskussion stellen. Weitere Informationen Dr. Phillan Joung, Fakultät für Ostasienwissenschaften, Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Gebäude GB 1/45, Tel. 0234/32-26252, E-Mail: phillanjoung@compuserve.de Quelle: idw |
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