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Gründung an der TU: Neues internationales Centre soll ökonomische Bildung verbessern

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Alt 27.11.2008, 15:00
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Gründung an der TU: Neues internationales Centre soll ökonomische Bildung verbessern

Mit einem Festakt und zahlreichen internationalen Gästen wurde jetzt die Gründung des "Associated Centre of Complexity Sciences and Business Education" (kurz: ACROSS Business Education) am Lehrstuhl von Prof. Andreas Liening (Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik) der TU Dortmund gefeiert. Wie nah das neue Centre mit seinen wissenschaftlichen Ansätzen am Tagesgeschehen ist, bewies die Festakt-Keynote des amerikanischen Professors Herbert Sherman von der Long Island University mit dem Titel "The Wallstreet Meltdown". Er beleuchtete die aktuellen Probleme der weltweiten Finanzkrise aus ökologischer und komplexitätswissenschaftlicher Sicht.





Mit dem "ACROSS Business Education" erhält die TU Dortmund ein neues Centre, welches das Ziel hat, einerseits die Aktivitäten des Lehrstuhls einer höheren internationalen Visibilität zukommen zu lassen und andererseits auch nach außen hin die Fokussierung auf die Beschäftigung mit komplexen Systemen im Kontext von ökonomischer Bildung deutlicher herauszustellen. In diesem Zusammenhang ist auch die Publikation einer entsprechenden internationalen Zeitschrift geplant, die von Prof. Liening sowie Kollegen aus London und New York herausgegeben wird und die die aktuelle Buchreihe "Ökonomie und komplexe Systeme" von Prof. Liening ergänzen wird.


Das Centre greift damit hochaktuelle Forschungsansätze auf: Die moderne Ökonomie zeichnet sich durch eine fortschreitende Komplexität aus; viele traditionelle ökonomische Erklärungsmuster verlieren damit zunehmend an Überzeugungskraft. Die Entwicklungen der Wirtschaft als Ganzes oder auch einzelner Bereiche wie z. B. des Unternehmenssektors sind nicht immer durch fließende Übergänge gekennzeichnet, wie sie zahlreiche traditionelle Modelle suggerieren. Häufig treten Diskontinuitäten, Sprünge und scheinbar nicht vorhersagbare Turbulenzen auf, wie Aktienkursverläufe oder die aktuelle Wirtschaftskrise zeigen. Wirtschaft und auf Wirtschaft bezogene Teilbereiche können somit als nicht-lineare, dynamische Systeme aufgefasst werden. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von komplexen Systemen.
Deshalb ist es von besonderer Bedeutung, nach neuen Konzepten und Verfahrensweisen auf dem Gebiet Komplexer Dynamischer Systeme zu forschen. Genau das hat sich das Centre zum Ziel gesetzt. Die Forschungsansätze dieser Domäne halten in zunehmendem Maße auch in die Wirtschaftswissenschaft Einzug, um beispielsweise komplexe Ordnungsmuster, wie sie marktwirtschaftliche Systeme hervorbringen, besser zu verstehen.


"Complexity Sciences" widerlegen dabei weder den Determinismus, noch halten sie geordnete Systeme für unmöglich. Wenngleich sie nahe legen, dass der aktuelle Zustand eines Systems u. U. nicht vorhersagbar ist, so zeigen sie doch, dass es generell möglich ist, das Gesamtverhalten eines solchen Systems zu modellieren. Die Erkenntnisse der Komplexitätswissenschaften sollen am neuen Centre nun für den Bereich der Ökonomischen Bildung erschlossen werden. Ökonomische Bildung meint jenen Teil der Allgemeinbildung, der dazu beiträgt, in einer immer mehr von ökonomischen Anforderungen durchdrungenen Welt, fachlich kompetent und verantwortungsbewusst zu agieren.


In diesem Zusammenhang sind eine Reihe von Forschungsvorhaben geplant: Im Bereich des "Distance Learning", bei dem die Erforschung und Entwicklung von multimediale Lernumgebungen unter Zuhilfenahme der Synergetik in Zusammenarbeit mit vier ausländische Universitäten ermöglicht werden soll. Ein weiterer Forschungsbereich ist das "Business Gaming", in dem ebenfalls synergetische Ansätze integriert werden. Neben einer internetbasierten Gaming-Engine werden hierzu eine Vielzahl multimedialer Informations- und Kommunikationskanäle integriert und evaluiert um z. B. durch virtuelle Nachrichtensendungen, die über aktuelle Krisen und unverhoffte Ereignisse berichten, das Wirtschaftsspiel lebensnah und spannend zu gestalten und um über ein internetbasiertes Management-Cockpit und virtuellen Diskussionsforen ein hohes Maß an Selbstorganisation zu unterstützen. Die Centre eigene multimediale Lernplattform "BEOpen" (Business Education - Open Support System) findet dabei einen intensiven Einsatz.


Alle Forschungspunkte sind mit Promotionsvorhaben verknüpft, so dass das neue Centre auch einen wichtigen Beitrag zur Nachwuchsförderung leistet. Prof. Dr. Liening und sein Team gehen mit großem Engagement an die neuen Aufgaben heran und stellen sich unter dem Motto "Qualität und Internationalität" mit ihrem neuen "Centre of Complexity Sciences and Business Education" den Herausforderungen der Zukunft.


Kontakt
Prof. Andreas Liening
Ruf: 755-5620 (Sekretariat)


Weitere Informationen:
- http://www.liening.info - Auftritt d...ndreas Liening

Quelle: idw
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