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| Genaue Überwachung soll schwere Hirnschäden vermeiden helfen Europäische Top-Experten, die neue Konzepte zur Behandlung von Folgeschäden nach schweren Hirnverletzungen entwickeln, treffen sich am 23. bis 25. März 2007 in Heidelberg. An dem hochkarätigen "Tricenter-Symposium", das die Neurochirurgische Universitätsklinik Heidelberg veranstaltet, nehmen Neurochirurgen und Wissenschaftler der Universitäten Cambridge, Uppsala und Heidelberg teil. In Deutschland erleiden jährlich rund 13.000 Patienten eine massive Kopfverletzung, die zu andauernder Bewusstlosigkeit führt. Die Hälfte der Patienten stirbt an den Folgen des schweren "Schädel-Hirn-Traumas"; von den Überlebenden tragen fast 30 Prozent schwere Behinderungen davon. Blutungen und Embolien (Schlaganfall) führen ebenfalls bei schätzungsweise 150.000 Patienten pro Jahr zum Tod oder zu bleibenden Schäden. Eine spezifische Therapie für die Verhinderung von Hirnschäden steht derzeit nicht zur Verfügung. Im Mittelpunkt der Heidelberger Tagung steht die genaue Untersuchung des geschädigten Gehirns. "Unser Ziel ist es, den Zustand des Hirngewebes nach einem Trauma oder einer Blutung möglichst exakt zu untersuchen, um fein abgestimmte therapeutische Maßnahmen ergreifen zu können", sagt Professor Dr. Andreas Unterberg, Ärztlicher Direktor der Neurochirurgischen Universitätsklinik Heidelberg. Hirnwellen werden an der Oberfläche des Gehirns gemessen Diagnostische Methoden, die an der Heidelberger Klinik mit etabliert wurden, könnten zum Standardprogramm der Zukunft gehören: So zum Beispiel auch die Elektrokortikographie in der Umgebung von Hirnverletzungen, einem Verfahren, bei dem vom Neurochirurgen Ströme direkt an der Oberfläche des Gehirns abgeleitet werden. Der drohende Untergang von Hirngewebe könnte sich durch spezifische Erregungswellen der Nervenzellen im Gehirn ankündigen. Dr. Oliver Sakowitz, Arzt und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Neurochirurgischen Klinik, befasst sich seit mehreren Jahren mit der Thematik. "Dass diese Wellen bei unseren hirnverletzten Patienten überhaupt auftreten, war bis vor kurzem noch umstritten", konstatiert er. "Da sie dem geschwächten Gewebe eine zusätzliche Anforderung an Durchblutung und Stoffwechsel aufbürden, wäre es denkbar, dass wir mit der Unterdrückung dieser Wellen Folgeschäden vorbeugen können." Auch bereits angewandte Therapien werden bei dem Symposium diskutiert. Dazu gehört die so genannte Hyperventilation: Der komatöse Patient wird am Beatmungsgerät einer vertieften, raschen Beatmung unterzogen. Hierdurch wird einerseits die Hirnschwellung verringert, andererseits kann aber auch die Hirndurchblutung kritisch in Mitleidenschaft gezogen werden. Eine Untersuchung unter Federführung der Heidelberger Klinik hat gezeigt, dass an europäischen Kliniken in der Vergangenheit vermutlich zu unkritisch mit dieser Methode umgegangen wurde. Dr. Karl Kiening, geschäftsführender Oberarzt der Neurochirurgischen Klinik: "Die Hyperventilation ist ein zweischneidiges Schwert. Nicht alle Patienten profitieren von dieser Maßnahme gleichermaßen. In den ersten Tagen nach dem Trauma kann die Hyperventilation sogar schaden. Wichtig ist eine angepasste, kontinuierliche Überwachung des verletzten Gehirns." Programm der Tagung im Internet: www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/pressestelle/pdf/Tricenter-Symposium.pdf Weitere Information im Internet: www.klinikum.uni-heidelberg.de/Neurotraumatologie.46.0.html Kontakt: Professor Dr. Andreas Unterberg Dr. Oliver Sakowitz Email: Oliver.Sakowitz@med.uni-heidelberg.de Telefon: 06221 / 56 6301 (Frau Heidi Runke, Sekretariat Prof. Andreas Unterberg) Bei Rückfragen von Journalisten: Dr. Annette Tuffs Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg Im Neuenheimer Feld 672 69120 Heidelberg Tel.: 06221 / 56 45 36 Fax: 06221 / 56 45 44 E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse Weitere Informationen: - http://www.klinikum.uni-heidelberg.d...-Symposium.pdf - http://www.klinikum.uni-heidelberg.d...ogie.46.0.html Quelle: idw |
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