Dies ist eine Diskussion zu Garnelen in Mitteldeutschland - Sensationeller Fund im Scheinwerferlicht innerhalb des Forums Nachrichten: Wissenschaft
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| Garnelen in Mitteldeutschland - Sensationeller Fund im Scheinwerferlicht Bei einem Nachttauchgang im September 2005 machten die beiden erfahrenen und biologisch äußerst versierten Sporttaucher Heinz Salzmann und Siegfried Berger im öst-lichen Schenkel des Sees in 3 m Tiefe eine sensationelle Entdeckung - vor dem Schlamm eines alten untergegangenen Kahns beobachteten sie im künstlichen Licht ihrer Scheinwerfer ein massenhaftes Vorkommen einer sogenannten Schwebegarnele, die Prof. Gerald Moritz im Institut für Zoologie als Hemimysis anomala identifizieren konnten (Abb. 1). Aufgrund der heutigen Verbreitung dieser Glasgarnele wird sie zu den invasiven aquatischen Organismen gerechnet, die aus der ehemaligen östlich-mediterranen Region, insbesondere dem Schwarzmeergebiet und dem Kaspischen Meer nun auch im Bereich der Ostsee bis nach Finnland beobachtet werden kann. Meldungen aus den Niederlanden zeigen, dass diese Art auf dem Sprung ist, Westeuropa zu erobern. In Deutschland wurde diese Art erstmals 1997 erwähnt. Funde sind seitdem aus einigen Fliessgewässern (Mündungsregion des Rheins, Stichkanal bei Salzgitter) bekannt. Das zahlreiche Vorkommen dieser schwarmbildenden Schwebegarnelen im Hufeisensee ist somit für ein stehendes und weitestgehend isoliertes Oberflächengewässer, sowie für den ostdeutschen Raum und die Region Sachsen-Anhalt völlig neu. Auch bilden die allgemein in den Gewässern um Halle (griechisch: halos = Salz) gemessenen hohen Salinitätswerte optimale Lebensbedingungen. Die Art ist durch zwei Augenflecken sowie einer kräftigen roten Markierung an der Basis des Schwanzfächers zu erkennen. Eine weniger starke, aber dennoch zu bemerkende rote Pigmentierung fällt auf der Bauch- und Rückenseite der Segmente des Pleons (Hinterleib) durch be-merkenswerte Chromatophoren (Zellen mit Farbstoffinhalten, Abb. 2) auf. Die Weibchen konnten im September und Oktober immer mit Brutsack und darin enthaltenen, zahlreichen Eiern gefunden werden. Hemimysis anomala ist eine Art, die den dunkleren Bereich des Wasserkörpers bevorzugt besiedelt und hier in Schwärmen vor dem Lichtkegel der Taucherlampe auftaucht. Da die Tiere immer auffällig auf die Lichtquelle sich zu bzw. von ihr weg bewegen, jedoch sich nie seitlich von ihr weg bewegen, nennt man dieses spezifische Verhalten Telotaxis. Nähere Informationen: Lehr- und Forschungsbereich Entwicklungsbiologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Fachbereich Biologie Prof. Dr. Gerald Moritz Telefon: 0345 55-26430 E-Mail: gerald.moritz@zoologie.uni-halle.de Quelle: idw |
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