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Förderung sprachenübergreifenden Lernens in der Sekundarstufe I

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Alt 22.03.2006, 10:00
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Förderung sprachenübergreifenden Lernens in der Sekundarstufe I

Abschlusstagung am 28./29. März an der Universität Jena zum Kooperationsprojekt





Gemeinsame Pressemitteilung der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien


Jena (22.03.06) Mehrsprachigkeit als übergeordnetes Lernziel "ist in". Die Zahl bildungspolitischer Absichtserklärungen und mehrsprachigkeitsdidaktischer Forschungsarbeiten ist in jüngster Zeit enorm angestiegen. Konkrete unterrichtspraktische Anregungen für den institutionalisierten Fremdsprachenunterricht liegen hingegen kaum vor. Diesem Mangel entgegenwirken will eine Tagung, die am 28./29. März an der Friedrich-Schiller-Universität (FSU) Jena stattfindet. Auf der gemeinsam vom Zentrum für Didaktik der Universität und dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) ausgerichteten Veranstaltung werden die Ergebnisse eines wegweisenden Thüringer Projekts vorgestellt und mit namhaften Experten aus ganz Deutschland diskutiert.


Gegenwärtig werden die Sprachen nach Fächern getrennt unterrichtet. Tempo und Art des Spracherwerbs folgen jeweils eigenen Regeln. Sowohl die Lehrerinnen und Lehrer der Muttersprache wie der ersten und der weiteren Fremdsprachen sind oft mit den Ergebnissen unzufrieden, haben die Thüringer Didaktik-Experten ermittelt. Die Lehrkräfte beklagen vor allem die fehlende Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler, das in anderen sprachlichen Kontexten Gelernte einzubringen. Gegenseitige Kritik bis hin zu Schuldzuweisungen von erster Fremdsprache in die Muttersprache bzw. von der zweiten Fremdsprache zur ersten und umgekehrt sind die Folge. Im Unterricht selbst aber werden Beziehungen zwischen den Sprachen selten aufgezeigt. Schüler werden nur selten dazu ermutigt, diese Verbindungen selbst zu entdecken, vorhandenes Sprach- und Strategiewissen bewusst wahrzunehmen und für das Verstehen und "Sich-Verständigen" zu nutzen.


Aus dieser Situation entstand im Jahr 2002 die Idee, ein Projekt zum sprachenübergreifenden Lernen zu entwickeln. Es soll dabei helfen, sprachliches Schubkastenlehren und -lernen aufzubrechen und Synergien zwischen Muttersprache und erlernten Fremdsprachen aufzubauen. Mit dieser Zielsetzung arbeiten seither Vertreter der drei Phasen der Lehrerbildung am Zentrum für Didaktik der Friedrich-Schiller-Universität. Das Projekt "Förderung sprachenübergreifenden Lernens in der Sekundarstufe I" wird vom Thüringer Kultusministerium gefördert.


Die dabei durchgeführten Untersuchungen zeigen, dass Sprachlernbewusstheit entwickelt werden kann, wenn ein Sprachvergleich angeregt wird. Dies führt zu einem Gefühl der Lernerleichterung, was wiederum die Motivation zum Fremdsprachenlernen steigert. Die Untersuchungsergebnisse belegen aber auch, dass sprachenübergreifendes Lernen und Lehren die Kooperation der Sprachlehrer benötigen.


Die Untersuchungsergebnisse sind bereits in zwei unterrichtspraktische Materialsammlungen aufgenommen worden. Sie enthalten konkrete Anregungen für sprachenübergreifendes Arbeiten im Sprachunterricht der Sekundarstufe I in Regelschule und Gymnasium.


Die Ergebnisse der Projektarbeit haben darüber hinaus inzwischen - zumindest punktuellen - Eingang in die Ausbildung von Lehramtsstudierenden der Anglistik, Romanistik und Slawistik an der Friedrich-Schiller-Universität sowie in die Lehrerfortbildung, in die Lehrplanentwicklung und in den Sprachunterricht in Thüringen gefunden.


Kontakt:
Dr. Ursula Behr
Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien
Heinrich-Heine-Allee 2-4, 99438 Bad Berka
Tel.: 036458 / 56221
E-Mail: UBehr@thillm.thueringen.de


Quelle: idw
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