Dies ist eine Diskussion zu Flexibel in Form für die DNA - Bindungsmodell eines Enzyms aufgeklärt innerhalb des Forums Nachrichten: Wissenschaft
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| Flexibel in Form für die DNA - Bindungsmodell eines Enzyms aufgeklärt DNA wird oft in ihrer strukturell genau definierten Form als Chromosomen dargestellt, obwohl es nur vor und während der Zellteilung in dieser Gestalt vorliegt. Meist füllt die DNA den Zellkern als Chromatin, eine amorphe Masse aus hoch strukturiertem Erbmolekül, mit dem verschiedene Proteine assoziieren. So wickelt sich die fadenförmige DNA um Histonproteine und bildet mit diesen größere Untereinheiten, die Nukleosomen. Swi2/Snf2-Enzyme gehören zu einer evolutionären Familie von molekularen Maschinen, die Komplexe aus DNA und Proteinen lösen können. Dies dient meist dazu, die DNA für zelluläre Prozesse wie die Transkription oder Abschrift, die Replikation oder Verdopplung, und die Reparatur des Erbmaterials zugänglich zu machen. Vor wenigen Jahren erst gelang Hopfner und seinem Team die Bestimmung der Kristallstruktur der katalytischen Domäne eines Swi2/Snf2-Enzyms, des eigentlich enzymatisch aktiven Zentrums also. Dabei zeigte sich, dass Swi2/Snf2-Enzyme unter Energieverbrauch an der so genannten kleinen Furche, das ist eine Seite der DNA, entlanglaufen. Diese Aktivität erzeugt vermutlich ein "Drehmoment", das die DNA von den assoziierten Proteinen trennt. Die Energie für diesen Vorgang stammt aus der Spaltung des energiereichen ATP-Moleküls durch die Swi2/Snf2-Enzyme, die damit als so genannte ATPasen wirken. Unklar war allerdings, wie die durch Energieumsatz verursachten strukturellen Änderungen aussehen, die letztlich den Motor antreiben. In der vorliegenden Studie untersuchten die Forscher deshalb die katalytische Domäne einer Swi2/Snf2-ATPase mit dem langen Namen "Sulfolobus solfataricus Rad54 homologue", kurz SsoRad54cd. Zum Einsatz kam dabei unter anderem der so genannte "Fluorescence resonance energy transfer (FRET)", der relative Abstände zwischen zwei fluoreszierenden Farbstoffen auf kleinster Skala bestimmen kann. Sind die Farbstoffe an biologische oder chemische Strukturen gekoppelt, lässt sich so auf deren Entfernung rückschließen. "Wir konnten zeigen, dass das Enzym in mindestens zwei Konformationen vorkommt", so Michaelis. "Nach der Bindung an die DNA geht die offene Konformation in die geschlossene über. Sobald dann aber ATP gebunden hat, erfolgt keine Änderung mehr bis das energiereiche Molekül gespalten ist. Wichtig für die Funktion des Enzyms ist jedoch, dass dieses zu jedem Zeitpunkt eine hohe Flexibilität aufweist. Dies konnte in Experimenten an einzelnen Proteinmolekülen direkt beobachtet werden." Insgesamt deuten die Daten auf ein Vorangehen des Enzyms, das verschiedene Stufen beinhaltet. Das neu präsentierte Modell kann nun möglicherweise auch auf andere Swi2/Snf2-Mitglieder übertragen werden. Publikation: "Conformational changes of a Swi2/Snf2 ATPase during its mechano-chemical cycle", Robert Lewis, Harald Dürr, Karl-Peter Hopfner and Jens Michaelis "Nucleic Acids Research", online seit 12. Februar 2008 doi:10.1093/nar/gkn040 Ansprechpartner: Professor Dr. Jens Michaelis Department für Chemie und Biochemie der LMU Tel.: 089 / 2180 - 77561 Fax: 089 / 2180 - 77560 E-Mail: jens.michaelis@cup.uni-muenchen.de Web: www.cup.uni-muenchen.de/pc/michaelis Quelle: idw |
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