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Dr. Niko Beerenwinkel erhält für seine Doktorarbeit am Max Planck Institut für Informatik in Saarbrücken die "Otto-Hahn-Medaille" der Max-Planck-Gesellschaft

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Alt 01.07.2005, 13:00
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Dr. Niko Beerenwinkel erhält für seine Doktorarbeit am Max Planck Institut für Informatik in Saarbrücken die "Otto-Hahn-Medaille" der Max-Planck-Gesellschaft

Dr. Niko Beerenwinkel, Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Informatik in der Abteilung für Bioinformatik unter Prof. Dr. Thomas Lengauer von November 2001 bis November 2004, wurde mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft ausgezeichnet. Dieser Preis ist benannt nach dem Nobelpreisträger für Chemie 1944, dem ersten Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft. Er wird jährlich an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für herausragende wissenschaftliche Leistungen verliehen.
Niko Beerenwinkel erhält diese Auszeichnung für die Arbeiten über computergestützte Analysen von Resistenzphänomen bei HIV Infektionen, die dem jungen Gebiet der klinischen Bioinformatik wesentliche Impulse verliehen haben. Die Anwendung der entwickelten Modelle hat bereits als "Prototyp" in der klinischen Praxis Anwendungserfolge gezeigt.
Niko Beerenwinkel, der am 18. Mai 1973 in Düsseldorf geboren wurde, erhielt 2004 ein Forschungsstipendium und führt seit Dezember 2004 seine wissenschaftlichen Arbeiten an der Universität von Kalifornien in Berkeley weiter.


Laudatio der MPG
In seiner Doktorarbeit entwickelte Herr Dr. Beerenwinkel eine Reihe rechnergestützte Methoden zur Analyse von Resistenzphänomen von HIV gegen Wirkstoff-Kombinationstherapien. Als Ausgangspunkt dienen biochemische und klinische Daten über HIV Infektionen. Mit hoch innovativen Methoden der bioinformatorischen Modellierung und des statistischen Lernens gelang es Niko Beerenwinkel, nicht nur über die Resistenz eines durch das Genom gegebenen HIV Stammes gegen Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen Aussagen zu machen. Darüber hinaus ermöglichen die Methoden eine Vorausschau dahingehend, wie leicht oder schwierig es für das Virus ist, durch fortgesetzte Mutation unter der Wirkstofftherapie zu überleben. Dies ist die Grundlage für einen Webserver, der bei einem gegebenen HIV Stamm Kombinationstherapien vorschlägt. (Anm. Dieser Webdienst wurde schon über 36.000-mal von Ärzten und Aidsforschern in Anspruch genommen) Ferner konnte Niko Beerenwinkel mit einer speziellen Modellierung Aussagen über den Zeitverlauf der genetischen Veränderung des Virus machen, obwohl ihm Zeitablauf-Daten nicht zur Verfügung standen.


Der Preis
Seit 1978 zeichnet die Max-Planck-Gesellschaft jedes Jahr bis zu 40 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für herausragende wissenschaftliche Leistungen mit der "Otto-Hahn-Medaille" aus. Sie ist neben einem Anerkennungsbetrag mit der Möglichkeit eines einjährigen Forschungsaufenthaltes im Ausland verbunden. Durch die Preisverleihung und den Auslandsaufenthalt sollen besonders begabte Nachwuchswissenschaftler zu einer späteren Hochschul- bzw. Forscherkarriere motiviert werden.


Bereits 7 Preisträger der "Otto-Hahn-Medaille" am Max-Planck-Instituts für Informatik
Bis heute wurden neben Niko Beerenwinkel (2005) auch Susanne Albers (1994), Peter Barth (1995), Hannah Bast (2000), Fritz Eisenbrand (2001), Stephan Funke (2003) und Jan Kautz (2004) bereits sieben Nachwuchswissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Informatik mit der "Otto-Hahn-Medaille" ausgezeichnet.
Die Otto-Hahn-Medaille wurde Niko Beerenwinkel anlässlich der Hauptversammlung der Max-Planck-Gesellschaft in Rostock in der Sitzung der Physikalisch-Physikalisch-Technischen Sektion am 22.06.2004 verliehen.


Weitere Fragen an den Preisträger
Niko Beerenwinkel
University of California
Department of Mathematics
898 Evans Hall
Berkeley, CA 94720-3840
E-Mail: niko@math.berkeley.edu


oder nähere Informationen über das Projekt:
Tobias Sing
Max-Planck-Institut für Informatik, Saarbrücken
Tel. 0681/9325-315
E-Mail: tobias.sing@mpi-sb.mpg.de


Quelle: idw
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