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Deutsch-chinesische Literaturbeziehungen

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Alt 03.07.2006, 16:00
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Deutsch-chinesische Literaturbeziehungen

Tagungsband zu bilateralem Kongress in Shanghai erschienen - Von mittelalterlichen Reiseberichten aus China bis hin zum China-Bild in deutschen Reiseführern der Gegenwart - Starker Impuls auf dem Gebiet der Geisteswissenschaften





Als Wachstumsmarkt und wichtiger Partner in Wirtschaft und Wissenschaft rückt China immer mehr ins Blickfeld der Deutschen. Der Austausch auf dem Gebiet der Geisteswissenschaften steht hingegen noch in den Anfängen. Einen starken Impuls erhielt er im Oktober 2003, als das Germanistische Seminar der Universität Heidelberg zusammen mit der Shanghai International Studies University in Shanghai einen bilateralen Kongress zum Thema "Deutsch-chinesische Literaturbeziehungen" abgehalten hat, zu dem sich Wissenschaftler - vom Doktoranden bis zum Emeritus - aus beiden Ländern einfanden.


Nun ist auch der Tagungsband zu diesem bisher einzigartigen Ereignis erschienen. In 23 Beiträgen wird das Thema aus deutscher wie auch chinesischer Sicht aufgefächert, ausgehend von mittelalterlichen Reiseberichten aus China (Fritz Peter Knapp) bis hin zum China-Bild in deutschen Reiseführern der Gegenwart (Wang Zhiqiang). Thematisch beleuchtet der Band "esoterische Annäherungen" zwischen deutscher Aufklärung und altchinesischer Weisheit (Hans Georg Kemper), zeigt auf, wie moderne Kulturkritik sich des Fernen Ostens als argumentative "Projektion" des Anderen bediente (Wilhelm Kühlmann) und fragt auch nach der spezifischen Rolle der Übersetzung in den deutsch-chinesischen Literaturbeziehungen (Zhang Yushu). Autorenbezogene Abhandlungen widmen sich unter anderem dem China-Bild Karl Mays (Liu Lixin), expressionistischen Nachdichtungen eines chinesischen Romans durch Albert Ehrenstein (Ralf Bogner), Vicki Baums Shanghai-Roman (Achim Aurnhammer) oder chinesischen Spuren im Werk Günter Eichs (Wei Maoping). Döblins "chinesischer Roman" 'Die drei Sprünge des Wang-lun' (Helmuth Kiesel) findet ebenso Beachtung wie Brechts Poetik des "Chinesischen" (Wolfgang Braungart) und auch die Parodie chinesischer Reiseberichte durch Herbert Rosendorfer wird gewürdigt (Robert Seidel). Einen besonderen Reiz stellen darüber hinaus die spezifisch chinesischen Interpretationen deutschsprachiger Texte, darunter Robert Walser, Christa Wolf oder Urs Widmer, dar, wenn sie unter zen-buddhistischen Aspekten oder mit Konfuzius unternommen werden. Der Band ist unter dem Titel "Deutsch-chinesische Literaturbeziehungen", herausgegeben von Wilhelm Kühlmann und Wei Maoping, 2006 in der Shanghai Foreign Language Education Press erschienen und enthält zu jedem Artikel eine chinesische Zusammenfassung. Bestellungen unter http://www.sflep.com bzw. direkt über bookinfo@sflep.com.cn.


Weitere Informationen:
Dr. Roman Luckscheiter
Germanistisches Seminar der Universität Heidelberg
Tel. 06221 543232
roman.luckscheiter@gs.uni-heidelberg.de


Allgemeine Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse


Irene Thewalt
Tel. 06221 542311, Fax 542317
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


Quelle: idw
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