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Der Tod des Soldaten als demokratische Herausforderung

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Alt 16.10.2007, 10:00
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Der Tod des Soldaten als demokratische Herausforderung

Mithilfe eines internationalen Vergleichs wollen Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen vom 24. bis 26. Oktober 2007 in Berlin über den "Tod des Soldaten als demokratische Herausforderung" diskutieren. Die Tagung wird von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt Potsdam organisiert. Sie findet vor einem aktuellen Hintergrund statt: Die Bundeswehr will künftig ihrer Toten mit einem zentralen Ehrenmal in Berlin gedenken.





"Die Auslandseinsätze der Bundeswehr und die Pläne für das Ehrenmal sind für uns Anlass zu dieser Tagung", erklärt Manfred Hettling, Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der MLU. "Seit Gründung der Bundeswehr haben etwa 2600 Soldaten ihr Leben verloren, in den Auslandsseinsätzen seit 1993 waren es bis heute knapp 70 Soldaten. Das geplante Denkmal ist ein Einschnitt in der deutschen Erinnerungskultur, man kann es als Abkehr von der bundesdeutschen Tradition deuten, welche sich auf die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft konzentriert hat." Für die Bundesrepublik Deutschland bestehe ein zweifaches Problem, das die Tagung benennen und genauer bestimmen solle. "Erstens bestehen zwar zivile und innermilitärische Symbolformen und Ritualisierungen. Diese enthalten aber kaum Möglichkeiten, Sterben für ein Ziel zu thematisieren. Zweitens fehlt der BRD die Möglichkeit, gewalthaften Tod staatspolitisch zu symbolisieren und damit das eigene Gemeinwesen zu legitimieren."


Die Tagung, die Hettling gemeinsam mit Dr. Jörg Echternkamp vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt organisiert hat, nimmt die politische Umbruchsituation auf und fragt danach, wie verschiedene demokratische Staaten Gedenken und Erinnerung an ihre militärischen Toten seit 1945 gestalten und welche Erinnerungsformen sich dabei etabliert haben. Die bundesdeutsche Gedenkpolitik wird damit im internationalen Rahmen untersucht. Die Pläne für das Bundeswehr-Ehrenmal werden im zweiten Teil der Tagung diskutiert. "Sie können dann sowohl historisch und international vergleichend als auch im Zusammenhang der Entwicklung einer spezifisch bundesdeutschen staatspolitischen Symbolik diskutiert werden", so Professor Hettling.


Die Tagung wird gefördert von der Fritz-Thyssen-Stiftung und findet im Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung statt.


Ansprechpartner:
Prof. Dr. Manfred Hettling
Tel.: 0345 55 24270
E-Mail: <manfred.hettling@geschichte.uni-halle.de>


Weitere Informationen:
- http://www.verwaltung.uni-halle.de/d... Herunterladen
- http://hsozkult.geschichte.hu-berlin...nen zur Tagung

Quelle: idw
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