Dienstag, 1. September 2009, 10:00

Login:

( Angemeldet bleiben?)

Jetzt hier registrieren

taz: Verfassungsgerichtshof stoppt Verpflichtung zum Abdruck einer Gegendarstellung

Dies ist eine Diskussion zu taz: Verfassungsgerichtshof stoppt Verpflichtung zum Abdruck einer Gegendarstellung innerhalb des Forums Nachrichten: Recht & Gesetz

Antwort
 
LinkBack Themen-Optionen Thema durchsuchen Thema bewerten Ansicht

  #1 (permalink)  
Alt 27.02.2008, 15:12
News-Robot
 
Registriert seit: Aug 2007
Beiträge: 3.714
Keine Wertung, JuraForum-News hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, JuraForum-News hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, JuraForum-News hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, JuraForum-News hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, JuraForum-News hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, JuraForum-News hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, JuraForum-News hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, JuraForum-News hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, JuraForum-News hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, JuraForum-News hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhalten  
taz: Verfassungsgerichtshof stoppt Verpflichtung zum Abdruck einer Gegendarstellung

Der Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin hat mit Beschluss vom 26. Februar 2008 eine presserechtliche Gegendarstellung, die der Polizeipräsident in Berlin von der „Tageszeitung“ (taz) verlangt, vorläufig gestoppt und die Fortführung der Zwangsvollstreckung gegen die taz durch eine einstweilige Anordnung untersagt.

Die Gegendarstellung des Polizeipräsidenten richtet sich gegen einen Artikel in der taz vom 28. November 2007. Darin wurde unter der Überschrift „Polizei ermittelt in den eigenen Reihen“ darüber berichtet, dass ein Gespräch eines krankgeschriebenen Beamten des Spezialeinsatzkommandos (SEK) mit einem Journalisten in einer Bäckerei in Großbeeren/Brandenburg dazu geführt habe, dass gegen alle im Raum Großbeeren wohnenden SEK-Beamten Ermittlungsverfahren eröffnet worden seien. In diesem Zusammenhang wurde auch berichtet, wie viele Anzeigen gegen Polizisten wegen Körperverletzung im Amt in den Jahren 2005 und 2006 von der Polizei bearbeitet und vor Prozesseröffnung von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden seien sowie in wie vielen Strafverfahren es zu Freisprüchen gekommen sei.

Der Polizeipräsident forderte die taz am 5. Dezember 2007 zur Veröffentlichung einer Gegendarstellung auf. Darin ließ er im Wesentlichen erklären, dass kein einziges Ermittlungsverfahren gegen SEK-Beamte wegen des Treffens mit einem Journalisten eingeleitet worden sei. Auch seien die berichteten Zahlen über von Polizisten begangene Körperverletzungen im Amt und hierzu eingestellte Strafverfahren im Jahr 2006 falsch (zu hoch) angegeben worden.

Am 20. Dezember 2007 hat das Landgericht Berlin der taz im Wege einstweiliger Verfügung aufgegeben, die Gegendarstellung abzudrucken. Am 10. Januar 2008 hat es wegen Nichtabdrucks der Gegendarstellung ein Zwangsgeld in Höhe von 5.000 Euro verhängt und ersatzweise für den Fall, dass dieses nicht beigetrieben werden könne, für je angefangene 500 Euro einen Tag Zwangshaft gegen den Geschäftsführer der taz angeordnet.

Der Verfassungsgerichtshof hat nun auf Antrag der Zeitung die weitere Vollstreckung ausgesetzt. Er hat ausgeführt, den Schutz der Pressefreiheit garantiert die Verfassung von Berlin zwar nur "innerhalb der Gesetze". Hierzu zählt die Vorschrift des Pressegesetzes von Berlin, die auch staatlichen Stellen wie dem Polizeipräsidenten in Berlin als Behörde ein Recht auf Gegendarstellung einräumt. Wie weit dieser gesetzliche Anspruch mit Rücksicht auf den grundrechtlichen Schutz der Presse reicht, ist aber bisher vom Verfassungsgerichtshof nicht entschieden und bedarf näherer verfassungsrechtlicher Prüfung in dem gleichzeitig eingeleiteten Verfassungsbeschwerdeverfahren. Bis zur Entscheidung über die Verfassungsbeschwerde muss die taz die Gegendarstellung nicht abdrucken.

Maßgeblich für diese vorläufige Entscheidung ist eine Folgenabwägung, die der Verfassungsgerichtshof im Ergebnis zugunsten der Zeitung getroffen hat: Trotz der inzwischen unstreitigen Unrichtigkeit der beanstandeten Berichterstattung überwiegen die Interessen der taz, die Gegendarstellung vorläufig nicht abdrucken zu müssen, insbesondere weil der Abdruck einer Gegendarstellung generell einen nur schwer ausgleichbaren Imageschaden für das zum Abdruck verpflichtete Presseunternehmen bewirken kann. Dagegen ist der Gegendarstellungsanspruch des Polizeipräsidenten lediglich einfachrechtlich durch das Landespresserecht eingeräumt und bei dem festgestellten Sachverhalt nicht von solchem Gewicht, dass die widerspruchslos bleibende falsche Berichterstattung mit einem vergleichbaren Ansehensverlust der Behörde verbunden wäre oder sonst unerträglich erschiene.

VerfGH Beschluss vom 26. Februar 2008 – VerfGH 28A/08

Quelle: Pressemitteilung des Verfassungsgerichtshofs des Landes Berlin
Mit Zitat antworten


Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht Thema bewerten
Thema bewerten:


Ähnliche Themen
Thema Forum Letzter Beitrag
Was genau ist Inhalt einer geerbten Verpflichtung? Erbrecht 19.04.2009 12:14
BGH: Verpflichtung zur Erteilung einer Einzugsermächtigung in AGB ist zulässig Nachrichten: Recht & Gesetz 29.05.2008 15:40
OLG: Recht auf Gegendarstellung auch bei Äußerung über Befindlichkeiten einer Person Nachrichten: Recht & Gesetz 03.03.2008 12:03
BVerfG: Anforderungen für die Verurteilung auf Abdruck einer Gegendarstellung Nachrichten: Recht & Gesetz 22.01.2008 11:23
BGH: Schadensersatz für den unerlaubten Abdruck von Pressefotos in einer Tageszeitung Specials 14.10.2005 08:40





Lexikon

Gesetze

Newsletter

JuraForum.de bietet Ihnen einen kostenlosen juristischen Newsletter:


© 2003-2011 JuraForum.de — Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung für kommerzielle Zwecke.

Sitemap | Kontakt | Datenschutz | AGB | Impressum


Suche: Rechtsanwalt | Steuerberater | Übersetzer

Rechtsanwalt Berlin | Rechtsanwalt Hamburg | Rechtsanwalt München | Rechtsanwalt Köln | Rechtsanwalt Frankfurt


Powered by vBulletin® Version 3.8.7 (Deutsch), Copyright ©2000 - 2012, Jelsoft Enterprises Ltd.
"Wiki" powered by VaultWiki v2.5.7, © 2008-2012, Cracked Egg Studios

ANZEIGEN