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Schwere Nebenwirkungen eines Medikamentes

Dies ist eine Diskussion zu Schwere Nebenwirkungen eines Medikamentes innerhalb des Forums Medizinrecht

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Alt 26.08.2011, 13:02
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Schwere Nebenwirkungen eines Medikamentes

Guten Tag,

ich stelle mir die Frage, ob der Hersteller eines Medikamentes für schwere, lebensbeeinträchtigende Nebenwirkungen, über deren Existenz im Vornherein nichts bekannt gemacht wurde, zur Rechenschaft gezogen werden kann.

Nehmen wir mal an, A bekam ein Medikament verschrieben, um die Krankheit X zu heilen, die nicht im Geringsten lebensbedrohlich war, sondern nur aus ästhetischen Gründen bekämpft werden sollte. Dieses Medikament verursacht nun eine Nebenwirkung, die das Leben des Patienten extrem bedroht und ihm ein normales Leben unmöglich macht. Der Zusammenhang zwischen dem Medikament und der Nebenwirkung wurde in unabhängigen Studien nachgewiesen, vom Medikamentenhersteller jedoch nicht bestätigt, sondern ignoriert. Der Vertrieb des Medikaments wird in einem Teil der Welt gestoppt, in einem anderen Teil jedoch nicht. Eine Kennzeichnung der möglichen Nebenwirkung erfolgt weiterhin nicht, trotz vieler Beweisfälle.

Hätte A nun eine rechtliche Grundlage, den Medikamentenhersteller zu verklagen? Spielt es dabei eine Rolle, ob die (mögliche) Nebenwirkung des Medikaments dem Hersteller vor dem Beginn der Therapie von A bekannt war?

Vielen Dank für eure Meinungen,

Asoria
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  #2 (permalink)  
Alt 01.09.2011, 11:39
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AW: Schwere Nebenwirkungen eines Medikamentes

Klagen kann man immer. Die Aussichten in diesem Fall sollten wesentlich vom Nachweis beeinflusst werden, dass das Medikament die beschriebenen Nebenwirkungen haben kann und dass das Medikament wegen dieses Zusammenhangs regional vom Markt genommen wurde. Die tatsächliche Unabhängigkeit der "unabhängien Studien" und deren inhaltliche Aussagekraft wären sicher auch wichtig. Schließlich könnten auch noch zufällig zeitgleich, aber unabhängig vom Medikament wirkenende Einflüsse den lebensbedrohlichen Zustand hervorgerufen haben.
__________________
Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst!
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  #3 (permalink)  
Alt 01.09.2011, 12:15
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AW: Schwere Nebenwirkungen eines Medikamentes

Zitat:
Hätte A nun eine rechtliche Grundlage, den Medikamentenhersteller zu verklagen? Spielt es dabei eine Rolle, ob die (mögliche) Nebenwirkung des Medikaments dem Hersteller vor dem Beginn der Therapie von A bekannt war?
ja, das spielt eine entscheidende rolle. wenn die verantwortlichen bis dahin nicht von der schädlichkeit gewußt haben (oder meinetwegen fahrlässig in unkenntnis waren), können sie nicht verantwortlich gemacht werden.

klassisches und schreckliches beispiel dafür ist der conaganskandal.
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  #4 (permalink)  
Alt 01.09.2011, 14:33
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AW: Schwere Nebenwirkungen eines Medikamentes

Zitat:
Zitat von zeiten Beitrag anzeigen
ja, das spielt eine entscheidende rolle.
Nein, nur eine wichtige, weil sie Fahrlässigkeit in Vorsatz verwandelt.
Zitat:
wenn die verantwortlichen bis dahin nicht von der schädlichkeit gewußt haben (oder meinetwegen fahrlässig in unkenntnis waren), können sie nicht verantwortlich gemacht werden.
Warum nicht? Auch, wer fahrlässig einen Schaden verursacht, kann dafür haftbar gemacht werden.

Zitat:
klassisches und schreckliches beispiel dafür ist der conaganskandal.
Der Contergan-Skandal wurde durch Vergleich bzw. durch Einstellung nach §153 StPO und nicht durch Urteil juristisch aufgearbeitet. Die Einstellung ist in meinen Augen ein Skandal, ich gehe nicht davon aus, dass sich so etwas heute noch wiederholen würde.

Nun ist aber der Eingangspost ausgesprochen nebulös. Bevor nicht der Wirkstoffname (! nicht der Präparatname!) und die Nebenwirkung genannt werden, bleibt es bei einem ebenso nebolösen "es kommt drauf an". Bzw: verklagen kann man jeden, fragt sich nur, was dabei rumkommt.
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Die Majorität der Dummen ist unüberwindbar und für alle Zeiten gesichert. Der Schrecken ihrer Tyrannei ist indessen gemildert durch Mangel an Konsequenz.
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