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Psychologe Haftbar?

Dies ist eine Diskussion zu Psychologe Haftbar? innerhalb des Forums Medizinrecht

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Alt 26.07.2010, 17:30
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Psychologe Haftbar?

Nehmen wir an Person A geht mehr als 3 Jahre zur Pychotherapie, weil A denkt ein persönlichkeitsproblem zu haben. Nehmen wir nun an, A hat sich nach der Therapie im Lauf der Jahre schwere Probleme geschaffen, die A nicht hätte wenn der Psychologe A damals die Diagnose mitgeteilt hätte. Kann A dem Psychologen gegenüber rechte geltend machen?
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  #2 (permalink)  
Alt 26.07.2010, 17:49
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AW: Psychologe Haftbar?

Zitat:
Zitat von hathor88 Beitrag anzeigen
...die A nicht hätte wenn der Psychologe A damals die Diagnose mitgeteilt hätte.
Wie? Hat der drei Jahre lang keine Diagnose mitgeteilt?
Zitat:
Kann A dem Psychologen gegenüber rechte geltend machen?
Er muss erst einmal nachweisen, dass dieser einen Behandlungsfehler begangen hat - beispielsweise eine falsche Diagnose oder eine falsche Therapie wider therapeutische Kunst.
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  #3 (permalink)  
Alt 26.07.2010, 19:45
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AW: Psychologe Haftbar?

Angenommen A hat nie eine Diagnose gestellt gekriegt und ging immer davon aus das es keine Diagnose gibt. Weiter angenommen; Später hat ein Gutachter von dem Psychologen erfahren, dass die Diagnose narzisstische depressive Störung war. Hätte A das gewusst, hätte A sich und seine Stimmungen besser verstanden und im Griff gehabt. Rückblickend ergibt sich A ein Sinn in allem was er getan hat und was er nicht getan hätte, wenn er gewußt hätte.
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  #4 (permalink)  
Alt 26.07.2010, 20:05
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AW: Psychologe Haftbar?

Zitat:
Zitat von hathor88 Beitrag anzeigen
Angenommen A hat nie eine Diagnose gestellt gekriegt und ging immer davon aus das es keine Diagnose gibt.
Ah ja, und hat sich 3 Jahre lang behandeln lassen. Das wird ihm niemand glauben.

Abgesehen davon ist nicht die Diagnose entscheidend, sondern die Beschreibung der Erkrankung für den Patienten und die entsprechende Therapie.

Aber egal. Aus den Gesprächsnotizen des Psychologen wird sich nachweisen lassen, was er dem A gesagt hat und was der wusste.
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Alt 26.07.2010, 20:22
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AW: Psychologe Haftbar?

Tja A ist auch aus allen Wolken gefallen. Ihm wurde nie gesagt was lost ist und empfehlungen gab es auch nicht. Nur am Ende der Therapie gab es die Empfehlung, bei einer Krise wenn der Wunsch nach Hilfe groß ist soll A darüber schlafen und nicht sofort anrufen. Gibt es eine zentrale Stelle, wo man sich melden muss oder direkt bei der Politei anzeigen und was genau kann ich dem vorwerfen? Kunstfehler??
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Alt 26.07.2010, 21:25
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AW: Psychologe Haftbar?

Zitat:
Zitat von hathor88 Beitrag anzeigen
Gibt es eine zentrale Stelle, wo man sich melden muss
Man kann bei der Psychotherapeutenkammer beginnen.
Zitat:
oder direkt bei der Politei anzeigen
Das ist die strafrechtliche Seite. Der Nachweis von fahrlässiger Körperverletzung wird arg schwierig sein.
Zitat:
und was genau kann ich dem vorwerfen? Kunstfehler??
Das habe ich oben erklärt: eine nicht den Regeln psychotherapeutischer Kunst entsprechende Behandlung.
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Alt 27.07.2010, 15:19
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AW: Psychologe Haftbar?

Vielen Dank
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Alt 21.08.2010, 19:54
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AW: Psychologe Haftbar?

Zitat:
Zitat von hathor88 Beitrag anzeigen
Nehmen wir an Person A geht mehr als 3 Jahre zur Pychotherapie, weil A denkt ein persönlichkeitsproblem zu haben. Nehmen wir nun an, A hat sich nach der Therapie im Lauf der Jahre schwere Probleme geschaffen, die A nicht hätte wenn der Psychologe A damals die Diagnose mitgeteilt hätte. Kann A dem Psychologen gegenüber rechte geltend machen?
Wenn A ein das Gericht überzeugendes Gutachten vorbringen kann, daß bestätigt, daß A durch eine fahrlässig oder vorsätzlich fehlerhafte Behandlung einen materiellen oder seelischen Schaden erlitten hat, dann kann A unter Umständen (Verjährungsfristen beachten) Ansprüche auf Schadensersatz oder Schmerzensgeld gelten machen.

Der erste sinnvolle Schritt könnte z.B. der Gang zu einem Patientenombudsmann sein - Ärtzekammer haben z.B. solche.
__________________
Es ist keinerlei Grund für die Annahme erkennbar, die Autoren der Verfassung hätten mit ihren Worten nicht das gemeint, was sie damit gesagt haben, sondern vielmehr das genaue Gegenteil davon.
(Der US-Supreme Court in seiner Entscheidung zu den "Pentagon Papers"; New York Times Co. vs. United States, 403 U.S. 713, 1971)
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Alt 21.08.2010, 19:56
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AW: Psychologe Haftbar?

Zitat:
Zitat von Humungus Beitrag anzeigen
Ah ja, und hat sich 3 Jahre lang behandeln lassen. Das wird ihm niemand glauben.
Wie lange und in welcher Weise A vom Arzt/Psychotherapeuten diagnostiziert und behandelt wurde, wird sich ja zweifelsfrei anhand der ärztlichen Dokumentation feststellen lassen.

Die ist schließlich 10 Jahre lang nach dem letzten Behandlungsvorfall aufzuheben und kann ggf. eingesehen und geprüft werden.
__________________
Es ist keinerlei Grund für die Annahme erkennbar, die Autoren der Verfassung hätten mit ihren Worten nicht das gemeint, was sie damit gesagt haben, sondern vielmehr das genaue Gegenteil davon.
(Der US-Supreme Court in seiner Entscheidung zu den "Pentagon Papers"; New York Times Co. vs. United States, 403 U.S. 713, 1971)
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Alt 22.08.2010, 14:41
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AW: Psychologe Haftbar?

Danke für die Infos.

Gutachten dürfte kein Problem sein. A lässt sich jetzt von einer Anwältin vertreten. Das Ergebnis werde ich hier mitteilen.

Gruß
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