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Falsch beraten bei Kreuzbandriss

Dies ist eine Diskussion zu Falsch beraten bei Kreuzbandriss innerhalb des Forums Medizinrecht

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Alt 16.07.2009, 12:01
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Falsch beraten bei Kreuzbandriss

Guten Tag,

Mal angenommen Herr S spielt Fussball und ist mit einem Amateurvertrag ausgestattet. Herr S verletzt sich sehr schlimm am Knie. Er wird bei der Behandlung falsch beraten und wählt Operation A. Bei dieser Art von Operation, kann es passieren, dass nicht der gewünscht Erfolg eintritt. Aber geht einem gewissen Risiko aus dem Weg und er fällt nicht so lang aus(wenn es funktionieren sollte). Es wird ihm ja so vorgeschlagen. Herrn S wird gesagt, dass 6 Woche später ein Kontroll-MRT gemacht werden soll, um zu schauen, ob der Eingriff erfolgreich verlaufen ist. Aber dies geschieht dann erst 4 Monate später.
Nun stellt sich heraus, dass die Verletzung nicht geheilt ist. Nun muss Herr S Operation B wählen. Er fällt zu den schon vergangenen 4 Monate nochmal ca. 6 Monate aus. Dadurch kann er seinen Sport nicht betreiben und muss auf Geld verzichten. Zudem kann er eine Arbeit nicht erledigen, für die er sich vorher beworben hat, wegen dem erneuten Eingriff.
Kann Herr S für die falsche Beratung bzw. falsche Behandlung entschädigt werden, da den Ärzten klar war, dass er Leistungssportler ist und wegen den im nachhinein entstandenen finanziellen Einbußen?

Mit freundlichen Grüßen
Mad2308
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Alt 16.07.2009, 13:04
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AW: Falsch beraten bei Kreuzbandriss

Was war falsch an der Beratung? Sind die Ärzte verantwortlich für die ausbleibende Heilung? Haben sie etwas gemacht oder nicht gemacht?
Warum würde man so lang für den Kontroll-Untersuchung warten? Selbst als Kassenpatient könnte man ein Termin innerhalb 6-Wochen bei irgendeinem niedergelassenen Radiologen bekommen...

Sind andere Behandlungsmöglichkeiten am Anfang erwähnt? Dass ein Patient ein weniger Belastbare Eingriff mit schellerer Erholungszeit erwähnt ist klar, aber das die Aerzte dafür ohne einen Fehler begangen zu haben...
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  #3 (permalink)  
Alt 16.07.2009, 15:01
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AW: Falsch beraten bei Kreuzbandriss

Es wurde gesagt, dass 6 Wochen nach dem Eingriff ein Kontrolltermin gemacht werden soll, um zu gucken, ob es zusammengeheilt ist. Dies wurde aber erst 4 Monate später gemacht. Wäre es nach den 6 Wochen nicht geheilt, hätte ich Operation B wählen müssen. Dadurch hätte Herr S "nur" 6 Wochen verloren, die nicht so schlimm gewesen wären, da es normalerweise 6-9 Monate bei dieser Verletzung dauert bis man wieder belastbar ist bzw. Sport machen kann. Herr S hat Operation A gewählt, weil ihm gesagt wurde, dass der Heilungsprozess nicht so lange dauert und er einer richtigen Operation aus dem Weg gehe. Operation B wurde ihm auch gesagt. Die Ärzte wussten, dass er im Leistungsbereich Fussball spielt. Herr S hat immer ein MRT gefordert, aber es nicht gemacht. Er hatte in der Zeit schon sein ganzes Reha-Programm durchgeführt und es wurde ihm bescheinigt, dass das Knie wohl geheilt ist.
Der Fall lief über die Berufsgenossenschaft.
Als es sich herausgestellt hat, dass es nicht zusammengewachsen ist, wurde Herr S von diesen Ärzten gesagt, er könnte mir das weitere Verfahren aussuchen. Entweder mit "kaputten Knie" und entsprechendem Muskelaufbau weitermachen oder Operation B. Nach deren Auffassung sei es also nicht schlimm, mit gerissenem Kreuzband Sport zu machen. Ihm wurde keinerlei Risiko für mein Knie genannt.
Nun hatte sich Herr S bei anderen Ärzten vorgestellt, die ihm sagten, dass sein Knie in paar Jahren total kaputt wäre und er kein Sport mehr machen könnte, falls er nicht Operation B wähle. Zudem bieten diese Ärzte Operation A gar nicht erst an, da bei statistisch gesehen bei 8/10 Leuten das Knie nicht heilt.
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Alt 16.07.2009, 15:19
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AW: Falsch beraten bei Kreuzbandriss

Als erstes möchte ich gerne feststellen, dass nicht der Arzt das Knie zerstört hat, sondern der Fußballspieler bzw. seine Tätigkeit.

Allgemein gesagt muss geprüft werden, ob der Patient richtig beraten, richtig untersucht, richtig operiert und richtig nachgesorgt wurde.

Das wird hier nicht möglich sein.

Nur eines: besonders im Bereich Knieoperationen gibt es X Ärzte mit X+1 Meinungen und X+Y OP-Verfahren. Man kann aber von keinem Arzt verlangen, dass er eine Heilungsgarantie gibt. Auch bei bester Behandlung und bestem Verlauf kann so etwas passieren, wie hier beschrieben.

Und noch einen Rat zum Abschluss: nach einem Kreuzbandriss sollte man aufhören, wenn man nicht spätestens mit 40 Invalide sein will. Es wird in den Medien ungerne gezeigt, aber man sollte sich mal etwas genauer informieren, was ehemalige Profis an Schmerzmitteln einwerfen und wie sie hinken. Das menschliche Knie ist von seiner Konstruktion nicht für den Gang auf zwei Beinen geeignet, und erst recht nicht für Fußball.
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Alt 17.07.2009, 07:26
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AW: Falsch beraten bei Kreuzbandriss

Zitat:
Zitat von Goldbart
Ärzte werden aber dafür bezahlt, es wieder zu flicken, nicht noch mehr kaputt zu machen.
Aus Kacke kann man keine Bonbons machen.
Zitat:
Zitat von Goldbart
Woher sollte denn auch die Motivation kommen, wenn man keinen Erfolg schuldet...
Sobald Ärzte einen Werkvertrag schließen müssten, würde ich aufhören. Die Verpflichtung, nach den Regeln der Kunst zu arbeiten, ist schon genug.

Wie stellst Du Dir den Werkvertrag denn vor? Vielleicht noch mit zwei Jahren Gewährleistung? Hast Du Dir schon einmal überlegt, dass man gar nicht alle Risiken ausschließen kann, weil Menschen eben kein Stück Mörtel oder Holz sind?

Weißt Du, was ein Ingenieur macht, der einen Auftrag mit einem unbekannten Material oder einem unbekanntem Werkstück kriegt? Er prüft das Werkstück, so gut es geht, und schließt die Haftung für Unwägbarkeiten aus.
Zitat:
Zitat von Goldbart
Beim Gang auf 4 Beinen würde das menschliche Knie aber noch mehr belastet...
Bei der heutigen Anatomie ja.
Zitat:
Zitat von Goldbart
Aber kein Tier ist so doof, Fussball zu spielen...
Doofer sind noch die Tiere, die sich so etwas ansehen und dafür viel Geld bezahlen. Und die dann denken, dass so eine Betätigung nicht folgenlos bleibt.
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Alt 17.07.2009, 13:26
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AW: Falsch beraten bei Kreuzbandriss

Zitat:
Zitat von Goldbart
Es geht aber im SV nicht um spätere Fehler des Patienten, sondern um falsche Behandlung durch Ärzte.
Die führt auch bei einem Dienstvertrag zur Haftung. Da ändert sich dadurch nix! Der Unterschied ist die Garantie für ein bestimmtes Ergebnis...und das kann ein Arzt schlicht nicht leisten.
Zitat:
Zitat von Goldbart
Nachhaltige Heilung braucht Zeit. Heilungsversprechen à la "wir machen Trick 17, damit Sie gaaanz schnell wieder kicken können" sind unseriös und dienen nur dem Verkauf von Operationen -- nicht nur der ersten, sondern auch weiteren! Und für nachhaltige hochvolumige Schmerzmittelverkäufe ist somit auch gesorgt...
Der erste Teil der Aussage ist völlig richtig: je schneller man eine Rehabilitation wünscht, umso höher ist die Belastung und das Risiko - auch bei "modernen" Eingriffen. Den Rest sollte man vergessen, weil ein Arzt besonders im Sportbereich von seinem guten Ruf lebt und nocht von Wiederholungsoperationen. Die machen sein Geschäft schnellstens kaputt, weil sich unter Leistungssportlern blitzschnell herumspricht, wer "etwas kann".
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Alt 19.07.2009, 17:19
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AW: Falsch beraten bei Kreuzbandriss

Was war eigentlich im Knie kaputt und was hat man bei OP A gemacht? Und wie soll nun OP B aussehen?
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Alt 19.07.2009, 23:58
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AW: Falsch beraten bei Kreuzbandriss

Zitat:
Was war eigentlich im Knie kaputt und was hat man bei OP A gemacht? Und wie soll nun OP B aussehen?
Ich habe mir das vordere Kreuzband gerissen. Außerdem wurde der Außenmeniskus stark beschädigt, der zum größten Teil entfernt wurde.
Operation A war nur eine Athroskopie. Das Band wurde da quasi nur geglättet und genäht. Operation B ist eine Kreuzbandplastik, wo eine Sehne aus meinem Oberschenkel mein neues Kreuzband ist.
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  #9 (permalink)  
Alt 20.07.2009, 08:03
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AW: Falsch beraten bei Kreuzbandriss

Zitat:
Zitat von mad2308
Operation A war nur eine Athroskopie. Das Band wurde da quasi nur geglättet und genäht. Operation B ist eine Kreuzbandplastik, wo eine Sehne aus meinem Oberschenkel mein neues Kreuzband ist.
So, Goldbart, dann mach mal: erzähl mal, warum der Arzt, der besonders vorsichtig vorging und hoffte, dass sich die Sache mit einem kleinen Eingriff lösen lässt, hier abgezockt hat.
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  #10 (permalink)  
Alt 20.07.2009, 09:35
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AW: Falsch beraten bei Kreuzbandriss

Zitat:
Zitat von mad2308
Ich habe mir das vordere Kreuzband gerissen. Außerdem wurde der Außenmeniskus stark beschädigt, der zum größten Teil entfernt wurde.
Operation A war nur eine Athroskopie. Das Band wurde da quasi nur geglättet und genäht. Operation B ist eine Kreuzbandplastik, wo eine Sehne aus meinem Oberschenkel mein neues Kreuzband ist.

Das wäre eine normale Vorgehensweise und ich kann hier keine falsche Beratung seitens der Ärzte erkennen.
Hier scheint mir ein Mangel an Geduld seitens des Patienten das Hauptproblem zu sein. Bei einer solchen Verletzung ist ein Knie nie und nimmer nach 4 Monaten wieder in Ordnung, sondern ca. frühestens nach einem dreiviertel Jahr, wenn überhaupt. Probleme aber wird ein Patient, der nur noch ein Rest Meniskus im Knie besitzt immer haben. Daran ist aber kein Arzt schuld, sondern eben das Trauma, das dem Patienten widerfahren ist.
Diese Art der Verletzung bedeutet das Aus für den Fußballsport. Ansonsten ruiniert der Patient sich das Knie vollkommen.
Da Spieler einer Amateurliga nicht à la Dr. Müller-Wohlfahrt mit Riesenteam und viel Geld wie in der Bundesliga auf Vordermann gebracht werden, kann sich der Patient hier keine große Hoffnungen mehr machen.
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