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Ärtze verweigern Behandlung!

Dies ist eine Diskussion zu Ärtze verweigern Behandlung! innerhalb des Forums Medizinrecht

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  #1 (permalink)  
Alt 16.04.2009, 21:21
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Question Ärtze verweigern Behandlung!

Hallo,
Darf einen Arzt mit der Begründung er hätte schon zu viele Patienten, neue Patienten abweisen?
Danke
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  #2 (permalink)  
Alt 17.04.2009, 01:04
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AW: Ärtze verweigern Behandlung!

Zitat:
Zitat von bagwan
Hallo,
Darf einen Arzt mit der Begründung er hätte schon zu viele Patienten, neue Patienten abweisen?
Wenn es sich nicht um Notfälle handelt: grundsätzlich ja.

Die Kapazität eines Arztes und einer Arztpraxis ist schließlich begrenzt, und weder vom Arzt noch von seinen Mitarbeitern kann man verlangen, daß sie 60 oder 70 Stunden in der Woche arbeiten, nur weil die Patienten gern noch in dieser Woche von Doktor X behandelt werden möchten.
__________________
Es ist keinerlei Grund für die Annahme erkennbar, die Autoren der Verfassung hätten mit ihren Worten nicht das gemeint, was sie damit gesagt haben, sondern vielmehr das genaue Gegenteil davon.
(Der US-Supreme Court in seiner Entscheidung zu den "Pentagon Papers"; New York Times Co. vs. United States, 403 U.S. 713, 1971)
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  #3 (permalink)  
Alt 18.04.2009, 13:03
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AW: Ärtze verweigern Behandlung!

Womöglich gibt es keinen Doktor Y oder Z. Und gäbe es ihn, wäre er wahrscheinlich ebenfalls "völlig überlastet".
Hat der Patient nicht Anspruch auf eine WANZ-Versorgung?
Wird neuerdings bei der Terminanfrage von der Sprechstundenhilfe entschieden, nachdem sie nach der Krankenkasse gefragt hat, was ein Notfall ist und was nicht?

Und die Moral von der Geschicht´,
spart mir mit den Ärzten nicht!

Erst wenn sich die Ärzte, wie die anderen Berufe im Gesundheitswesen es bereits seit Jahren tun, um ihre Kunden kloppen, funktioniert wieder eine Betreuung.
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  #4 (permalink)  
Alt 18.04.2009, 13:58
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AW: Ärtze verweigern Behandlung!

Zitat:
Zitat von Morgan le Fay
Womöglich gibt es keinen Doktor Y oder Z. Und gäbe es ihn, wäre er wahrscheinlich ebenfalls "völlig überlastet".
Warts mal ab. Bald gibts zentralistische MVZs. Da gibts dann immer Termine, Tag und Nacht. Da wird die Versorgung besser sein, die Ärzte freundlicher und alles sowieso ganz prima.

Ach ja: Fremdsprachenübersetzer sollte man schon mitnehmen. Gute Besserung!

Zitat:
Zitat von Morgan le Fay
Hat der Patient nicht Anspruch auf eine WANZ-Versorgung?
Hat er. Im Einzelfall muss geprüft werden, was denn wirklich WANZ wäre.
Zitat:
Zitat von Morgan le Fay
Wird neuerdings bei der Terminanfrage von der Sprechstundenhilfe entschieden, nachdem sie nach der Krankenkasse gefragt hat, was ein Notfall ist und was nicht?
Tja, wer mit Erdnüssen zahlt, kriegt Affen. Wedel Du doch mal bei einer Frittenbude mit einem Hunni, mal sehen, ob Du nicht vorgelassen wirst.

Zitat:
Zitat von Morgan le Fay
Und die Moral von der Geschicht´,
spart mir mit den Ärzten nicht!
Willst Du des Menschen ganzes Wohl
so sei mal lieber nicht so hohl
mach schön Dein Kreuz bei Eff De Pe
sonst tuts Dir bald ganz schrecklich weh

Die Ulla ist im Kopf tiefrot
gönnt uns nicht mal das täglich Brot
will Ärzte nur von weitem sehen
am liebsten völlig untergehen


Zitat:
Zitat von Morgan le Fay
Erst wenn sich die Ärzte, wie die anderen Berufe im Gesundheitswesen es bereits seit Jahren tun, um ihre Kunden kloppen, funktioniert wieder eine Betreuung.
Wenn die Bezahlung nicht aus einer Handvoll schäbiger Münzen geschieht ist gegen Wettbewerb nichts einzuwenden. Aber wer meint, dass für 20 Euro im Quartal eine vernünftige Versorgung möglich ist, sollte sich nicht wundern. Du würdest Dich für diesen Hungerlohn auch nicht "kloppen".
__________________
Die Majorität der Dummen ist unüberwindbar und für alle Zeiten gesichert. Der Schrecken ihrer Tyrannei ist indessen gemildert durch Mangel an Konsequenz.
Albert Einstein

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  #5 (permalink)  
Alt 18.04.2009, 15:49
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AW: Ärtze verweigern Behandlung!

Zitat:
Zitat von Goldbart
Ähemmm... Gesundheit gehört zu den verfassungsmässigen Grundrechten
Ach ja? Wo denn? Im Artikel 2 GG ist vom Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit die Rede, sowie von freier Persönlichkeitsentfaltung, soweit dies nicht eingeschränkt ist.

1. Das Recht auf einen (WHO) "Zustand körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens" gibt es so nicht!

2. Das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit kann (siehe Satz 3 Art. 2 Abs. 2 GG) gesetzlich eingeschränkt werden.

Man danke also dem gesetzgebenden Organ der BRD für die heutigen Zustände: den fetten, dummen, aufgeblasenen, machtgeilen Bonzen, die im Bundestag sitzen. Das SGB V wäre ohne weiteres zu ändern...aber das wollen die ja gar nicht!
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  #6 (permalink)  
Alt 18.04.2009, 21:19
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AW: Ärtze verweigern Behandlung!

Zitat:
Zitat von Goldbart
Ja eben. Wenn einer eine ärztliche Behandlung braucht, dann wohl weil seine körperliche Unversehrtheit irgendwie lädiert ist.
Richtig. Das hat aber nicht mit dem Recht auf Gesundheit zu tun, denn Gesundheit ist mehr als körperliche Unversehrtheit. Gerade Dir sollte ganzheitliches Denken nahe sein.

Zitat:
Zitat von Goldbart
Aber das ist wohl nicht so gemeint, Sozialdarwinismus "nach Brieftasche" einzuführen.
Das ist längst der Fall. Lies den §12 SGB V. Dort ist festgehalten, dass eine wirtschaftliche, ausreichende und zweckmäßige Versorgung für GKV-Versicherte gewährleistet sein muss, die das Maß des Notwendigen nicht übersteigen darf.

Also: die Versicherten kriegen das, was gerade genug ist. Nicht das Beste! Das kriegen Privatpatienten. So weit sind wir gekommen.

Die Zweiklassenmedizin, die von der SEPD so massiv bekämpft wird, wird auch durch sie zementiert.
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  #7 (permalink)  
Alt 20.04.2009, 10:39
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AW: Ärtze verweigern Behandlung!

Zitat:
Zitat von Morgan le Fay
Womöglich gibt es keinen Doktor Y oder Z. Und gäbe es ihn, wäre er wahrscheinlich ebenfalls "völlig überlastet".
Hat der Patient nicht Anspruch auf eine WANZ-Versorgung?
Wird neuerdings bei der Terminanfrage von der Sprechstundenhilfe entschieden, nachdem sie nach der Krankenkasse gefragt hat, was ein Notfall ist und was nicht?
Was Du "Sprechstundenhilfe" nennst, heißt entweder Arzthelfer/in, Arztfachhelfer/in oder seit kurzem auch Medizinische Fachangestellte, und ist ein anspruchsvoller Lehrberuf.

Und die Arzthelferin oder der Arzthelferin entscheiden im Zweifelsfall nicht, was ein Notfall ist - das entscheidet der Arzt. Und nur der.

Zitat:
Erst wenn sich die Ärzte, wie die anderen Berufe im Gesundheitswesen es bereits seit Jahren tun, um ihre Kunden kloppen, funktioniert wieder eine Betreuung.
Das tun sie bereits - und zwar um die privatversicherten Patienten. Das Ergebnis ist nicht unbedingt immer überzeugend, nicht zufällig gibt es den Begriff der "Honorarvermehrungsabsicht".

Das Problem ist allerdings nicht der einzelne Arzt, das Problem ist das System, in dem er arbeitet.

Irgendwann - so hoffe ich - werden die Ärzte einfach alle ihre Kassenzulassung zurückgeben und den KV'en wie der Bundesgesundheitsministerin sagen: "Macht doch Euren Scheiß alleine...!"

Und nur noch nach GOÄ liquidieren. Und dann wird der Arzt zur Abwechslung mal wieder für das bezahlt, was er macht. Und bekommt nicht umso weniger Geld, je mehr er macht...
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  #8 (permalink)  
Alt 20.04.2009, 10:42
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AW: Ärtze verweigern Behandlung!

Zitat:
Zitat von Humungus
Ach ja? Wo denn? Im Artikel 2 GG ist vom Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit die Rede, sowie von freier Persönlichkeitsentfaltung, soweit dies nicht eingeschränkt ist.

1. Das Recht auf einen (WHO) "Zustand körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens" gibt es so nicht!

2. Das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit kann (siehe Satz 3 Art. 2 Abs. 2 GG) gesetzlich eingeschränkt werden.

Man danke also dem gesetzgebenden Organ der BRD für die heutigen Zustände: den fetten, dummen, aufgeblasenen, machtgeilen Bonzen, die im Bundestag sitzen. Das SGB V wäre ohne weiteres zu ändern...aber das wollen die ja gar nicht!
Ein Recht auf Leben oder körperliche Unversehrheit scheitert schon ganz schnöde an unheilbaren Krankheiten...

Und da wären wir noch nicht mal beim Zielkonflikt, der eintritt, wenn die gesundheitliche Versorgung des einen die des anderen behindert oder beeinträchtigt.

Dazu muß man ja nicht nur an die Triage denken, selbst wenn er wollte, könnte ein Arzt nicht mehr als 24 Stunden am Tag arbeiten.
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  #9 (permalink)  
Alt 20.04.2009, 11:25
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AW: Ärtze verweigern Behandlung!

Zitat:
Zitat von TomRohwer
Dazu muß man ja nicht nur an die Triage denken, selbst wenn er wollte, könnte ein Arzt nicht mehr als 24 Stunden am Tag arbeiten.
So manche Zeitprofile von Kassenärzten zeigen, dass ein Tag durchaus 25 Stunden haben kann...

Zitat:
Zitat von TomRohwer
Irgendwann - so hoffe ich - werden die Ärzte einfach alle ihre Kassenzulassung zurückgeben und den KV'en wie der Bundesgesundheitsministerin sagen: "Macht doch Euren Scheiß alleine...!"
Das wäre eine Lösung. Folge wäre das Einschreiten eines Staatskommissars und eine Abrechnung zum 1-fachen GOÄ-Satz. Natürlich nur für nicht-streikende Ärzte, denn das wäre dann wieder möglich. Bei Neuverhandlungen würde die Ärzteschaft ziemlich stark dastehen.

Aber leider, leider sind sich die Ärzte gegenseitig nicht grün und unsolidarisch, und das wird von verschiedenen Lobbygruppen, unter anderem dem BMG und der KV, ausgenutzt. Die Charakterstruktur der Ärzteschaft wird somit dafür sorgen, dass nicht nur ihr Ruf, sondern auch ihre berufliche Existenz sich dramatisch ändern wird.
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  #10 (permalink)  
Alt 20.04.2009, 12:50
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AW: Ärtze verweigern Behandlung!

Zitat:
Zitat von TomRohwer
Was Du "Sprechstundenhilfe" nennst, heißt entweder Arzthelfer/in, Arztfachhelfer/in oder seit kurzem auch Medizinische Fachangestellte, und ist ein anspruchsvoller Lehrberuf.
Das habe ich auch nicht bestritten. Dass ausgerechnet Du so erpicht auf eine korrekte Berufsbezeichnung bist, wo wir Optiker doch allenfalls Klempner im Vergleich seien, ist erstaunlich. Auch ein Klempner ist ein ehrenwerter Beruf, oder?

Zitat:
Und die Arzthelferin oder der Arzthelferin entscheiden im Zweifelsfall nicht, was ein Notfall ist - das entscheidet der Arzt. Und nur der.
Ach? Nimmt der Arzt neuerdings höchstpersönlich Terminanfragen entgegen? Werden neuerdings Ferndiagnosen darüber erstellt, was einem Anrufer fehlen könnte?

Zitat:
Das tun sie bereits - und zwar um die privatversicherten Patienten. Das Ergebnis ist nicht unbedingt immer überzeugend, nicht zufällig gibt es den Begriff der "Honorarvermehrungsabsicht".
Nenn es wie Du willst. Geholt wird das Geld aber nicht von den Kassen, sondern vom Patienten. Und wenn er GKVler ist, wird er nach Möglichkeit per IGeL zum Privatversicherten, weil der Herr über Leben, Tod und die Rechte des Patienten einen Spazierstock für die Wanderniere für nötig hält, den "leider" die Kasse nicht bezahlt.
Zitat:
Das Problem ist allerdings nicht der einzelne Arzt, das Problem ist das System, in dem er arbeitet.
Na also...!! Dann geht doch mit Euren Aktionen das System an und nicht die Patienten!!

Zitat:
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Das habe ich bereits angeregt, aber es drängt sich mir der Verdacht auf, als wollten das die Ärzte nicht wirklich. Außerdem: Wo keine Kasse involviert ist, sichert sie auch keinen Revierschutz.
Aber klar ist hoffentlich auch, dass in jedem Falle die fetten Jahre vorbei sind. Wer glaubt, seine Pfründe durch die Rückgabe seiner Kassenzulassung wieder zu erlangen, wird sich wahrscheinlich sehr täuschen.
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