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"Scheingewerbe" für Hausbau

Dies ist eine Diskussion zu "Scheingewerbe" für Hausbau innerhalb des Forums Gewerberecht

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Alt 23.08.2010, 13:44
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"Scheingewerbe" für Hausbau

Hallo zusammen,

habe mal ne Frage.
Ich habe letztens in der Fußballerrunde folgendes gehört und wundere mich ob sowas wirklich machbar ist und wenn ja wieso das nicht jeder macht.

Ein Mann hat sich ein Ausbauhaus gekauft.
Damit er bei den Materialkosten für Fliesen, Laminat, etc kräftig sparen kann hat er sich einen Gewerbeschein besorgt.
Damit kann er im Großhandel zu Sonderkonditionen einkaufen.

Nach dem er jetzt das Haus fertig hat. Hat er das Gewerbe wieder abgemeldet.

Ist das wirklich so einfach?
Sagt das Finanzamt da nichts wenn man mehrere Tausend Euro Ausgaben hat, aber ja nicht 1 Cent Einnahmen?

Ist das wirklich "praktikabel" oder war das eher humbug?

Wie wäre das denn wenn er das Haus vermieten würde und die Miete ja dann als Einnahme hätte, könnte er dann mit dem Gewerbe legal die Materialien "billig" einkaufen?

Viele Grüße
Bluesmoke
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  #2 (permalink)  
Alt 23.08.2010, 14:04
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AW: "Scheingewerbe" für Hausbau

Zitat:
Zitat von bluesmoke Beitrag anzeigen
Damit kann er im Großhandel zu Sonderkonditionen einkaufen.
Solche "Sonderkonditionen" beschränken sich normalerweise auf große Mengen. Und die Vorsteuerabzugsfähigkeit bei einem Gewerbe, die hier platzen wird.

Zitat:
Sagt das Finanzamt da nichts wenn man mehrere Tausend Euro Ausgaben hat, aber ja nicht 1 Cent Einnahmen?
Doch. Wenn das Finanzamt das Fehlen einer Gewinnerzielungsabsicht mitkriegt, sagt es "Liebhaberei" und verweigert jegliche steuerliche Geltendmachung von diesen "gewerblichen" Kosten. Und der Vorsteuerabzug ist dahin.

Zitat:
Wie wäre das denn wenn er das Haus vermieten würde und die Miete ja dann als Einnahme hätte, könnte er dann mit dem Gewerbe legal die Materialien "billig" einkaufen?
Aber ja doch. Man sollte allerdings nicht blauäugig sein und denken, mal schnell einen Monat vermieten an die Omma und gut is. Nie vergessen: Gewinnerzielungsabsicht!

Abgesehen davon verkaufen die meisten Großhandel mittlerweile auch gerne an Private.
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Die Majorität der Dummen ist unüberwindbar und für alle Zeiten gesichert. Der Schrecken ihrer Tyrannei ist indessen gemildert durch Mangel an Konsequenz.
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  #3 (permalink)  
Alt 23.08.2010, 14:13
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AW: "Scheingewerbe" für Hausbau

Vielen Dank für die sehr schnelle Antwort.

Ja gut das stimmt, das manche auch an private verkaufen.

Aber dann kann man das ja nicht gegen die Mieteinnahmen rechnen oder geht das doch?

Beispiel:
Man kauft privat Materialien und baut die Wohnung/das Haus fertig.
Dann kommt ein Mieter. Am Ende des Jahres muss man ja dann dem Finanzamt sagen was man an Miete eingenommen hat und was man an Zinsen für den Kredit gezahlt hat. Kann man dann dort auch die Materialien reinrechnen als Ausgaben?

Wenn man jetzt ein Gewerbe angemeldet hat.
Die Materialien übers Gewerbe kauft.
Kann man dann am Ende des Jahres die Materialien als Ausgaben anrechnen?

Gruß
Bluesmoke
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  #4 (permalink)  
Alt 23.08.2010, 14:24
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AW: "Scheingewerbe" für Hausbau

Zitat:
Zitat von bluesmoke Beitrag anzeigen
Aber dann kann man das ja nicht gegen die Mieteinnahmen rechnen oder geht das doch?
Man kann die Materialkosten an sich nicht abrechnen. Aber wenn man einen Kredit aufnimmt, kann man die Zinsen (nicht die Tilgung) steuermindernd geltend machen.

Zitat:
Wenn man jetzt ein Gewerbe angemeldet hat.
Die Materialien übers Gewerbe kauft.
Kann man dann am Ende des Jahres die Materialien als Ausgaben anrechnen?
Klar...wenn man die Materialen weiterverkauft. Dann wird (sehr grob gesagt) die Differenz zwischen den Kosten und dem Erlös der Gewinn. Und es ist Vorsteuerabzug möglich - jedenfalls, wenn man nicht nur vermietet, sondern auch verkauft.

Also: nützlich wäre nur ein Gewerbe als Bauunternehmer. Und dass man dieses nicht mit Sinn erfüllt, bringt das Ganze zum Platzen. Finanzämter sind nicht dumm, die haben schon alle Tricks erlebt.
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Alt 23.08.2010, 14:33
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AW: "Scheingewerbe" für Hausbau

Ah so ok.

Also müsste am Besten ein Bekannter das Gewerbe anmelden. Die Materialien einkaufen und "nen kleinen Aufschlag" machen und dann an den eigentlichen weiterverkaufen...
So ist günstiger eingekauft und die Gewinnabsicht ist auch da...
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  #6 (permalink)  
Alt 23.08.2010, 14:46
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AW: "Scheingewerbe" für Hausbau

klappt doch nicht...

überleg doch mal:
- A will ein Haus kaufen. B macht den "Unternehmer".

- B kauft Waren für 85.000€ netto=100.000€ brutto ein und verkauft sie an den A für 100.000 netto=120.000 brutto (mal nur so).
- er macht also einen Erlös von 15.000 Euro (die Steuer muss er abdrücken)
- von diesen 15.000 Euro schafft er es vielleicht, 500 Euro für Unkosten abzuziehen (wobei ich mich frage, wie)
- bleiben ihm 14500 Euro Gewinn vor Steuern.

Dann kommen die Gewerbesteuern. Die fallen hier glücklicherweise wegen des Freibetrags von 24.000 Euro weg, wenn B eine one-man-show ist.

So, und nun kommt der A an den B und sagt: "Hey, gib mir die gesparte Kohle wieder".

Na? Was hat A gespart? Nur das, was B als Unkosten angesetzt hat (und über die steuerrechtliche Sache, die passiert, wenn das Ganze herauskommt, decken wir den Mantel des Schweigens). Und was A sparen kann, ist bei den "Sonderangeboten". Wenn die nur ein Unternehmer kriegt. Und wird der B gewerbesteuerpflichtig, sieht die Sache sogar schlechter aus, als wenn man sich das Zeug selber holt.
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Alt 23.08.2010, 15:00
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AW: "Scheingewerbe" für Hausbau

Ne nicht das Haus, nur die Materialien, also 10-15000€

Gibt es da nicht soetwas wie einen Freibetrag?
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  #8 (permalink)  
Alt 23.08.2010, 15:08
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AW: "Scheingewerbe" für Hausbau

Zitat:
Zitat von bluesmoke Beitrag anzeigen
Gibt es da nicht soetwas wie einen Freibetrag?
Sach ich doch, 24.000. Aber ist egal, wie Du das rechnest, streich von meiner Rechnung doch einfach eine 0.

Oder welchen Freibetrag meinst Du? Für die Umsatzsteuer gibt es keinen!
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  #9 (permalink)  
Alt 23.08.2010, 15:15
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AW: "Scheingewerbe" für Hausbau

Ach so.
Dachte es gibt vielleicht auch einen Freibetrag für die Umsatzsteuer.
Wie beim Einkommen wo man bis zu nem gewissen Betrag ja keine Lohnsteuer zahlen muss.

Naja halb so wild

Hatte auch eher gedacht das man das wenn eher so macht:

A könnte Waren für 12.000€ kaufen.
Aber B kauft die gleichen Waren für 8.500€ netto=10.000€ brutto ein da er sie als Gewerbetreibender günstiger vom Händler bekommt und verkauft sie an den A für 8.600 netto=10.100 brutto.
- er macht also einen Erlös von 100 Euro .

So kommen unterm Strich eine Ersparnis von 1.900€ raus.
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  #10 (permalink)  
Alt 23.08.2010, 15:28
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AW: "Scheingewerbe" für Hausbau

Zitat:
Zitat von bluesmoke Beitrag anzeigen
Dachte es gibt vielleicht auch einen Freibetrag für die Umsatzsteuer.
Nö. Selbst für die BILD zahlst Du Umsatzsteuer.

Zitat:
A könnte Waren für 12.000€ kaufen.
Aber B kauft die gleichen Waren für 8.500€ netto=10.000€ brutto ein da er sie als Gewerbetreibender günstiger vom Händler bekommt und verkauft sie an den A für 8.600 netto=10.100 brutto.
- er macht also einen Erlös von 100 Euro .

So kommen unterm Strich eine Ersparnis von 1.900€ raus.
Wenn Du mir den Laden nennst, bei dem es Ware für Unternehmer 15 Prozent billiger gibt, sag mir bescheid. Das Ding mach ich dann selber. Die Ersparnis wäre übrigens geringer, etwa 1700 Euro (weil 8500+USt=10115 Euro sind).

Gegen so eine Sache hat das Finanzamt nix.

Ach ja: B muss Gebühren für das Gewerbe zahlen. Und die GEZ fürs Auto nicht vergessen...
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