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Literatur vor Jurastudium

Dies ist eine Diskussion zu Literatur vor Jurastudium innerhalb des Forums Fachliteratur und Urteile

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Alt 05.05.2010, 14:32
SeG SeG ist offline
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Literatur vor Jurastudium

Hallo,

Ich werde wohl dieses Wintersemester mein Jurastudium beginnen und würde mich vorab, da ich jetzt über genügend Zeit verfüge, gerne mit Rechtswissenschaftlichen Themen (bzw. einer Einführung in die solchen) auseinandersetzten.
Es wäre nett wenn ihr mir für meine Situation angemessene Literatur vorschlagen könntet.

Gruß SeG
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  #2 (permalink)  
Alt 11.06.2010, 17:07
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AW: Literatur vor Jurastudium

Wenn du die Möglichkeit hast in eine Unibibliothek oder Buchhandlung zu gehen, würde ich dir raten dich dort in den Rubriken

Zivilrecht (BGB Allgemeiner Teil)
Strafrecht (Allgemeiner Teil) und
Öffentliches Recht (Staatsorganisationsrecht und Grundrechte)

umzusehen. Die Bücher, die dir persönlich am verständlichsten erscheinen, sollten deine erste Wahl sein.

Gibt es diese Option nicht, dann eventuell:

von Hans Brox "Allgemeiner Teil des BGB" seit ewigen Zeiten der Klassiker der 1. Semestler

von Kristian Kühl "Strafrecht Allgemeiner Teil" oder von Johannes Wessels "Strafrecht Allgemeiner Teil Die Straftat und ihr Aufbau" wobei letzeres zwar besser aber etwas komplizierter geschrieben ist.

von Hartmut Braumschneider "Das Skript Ö-Recht" ist zwar jetzt nicht eine gängige Empfehlung, aber ich fand, dass das Buch einen ganz guten Einstieg ermöglicht
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  #3 (permalink)  
Alt 12.06.2010, 12:14
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AW: Literatur vor Jurastudium

Der Musilak solle wohl fürs BGB AT recht gut sein. Für Strafrecht kann ich persönlich auch nur den Wessels/Beulke empfehlen, der ist für den Anfang super und auch zur Examensvorbereitung klasse
Für StaatsorgaR hatte ich nur den Degenhart (aber das nur, weil er auch bei uns lehrt), daher kann ich zu keinem andern Buch was sagen.
Vor dem Kauf solltest du aber zwingend (!) mal in die Bücher reingeschaut haben, ob dir der Schreibstil etc. zusagt. Es gibt nichts nervigeres, als mit nem unpassenden Lehrbuch zu lernen
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  #4 (permalink)  
Alt 15.06.2010, 12:50
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AW: Literatur vor Jurastudium

Hey!

Ich würde dir raten, nichts davon zu lesen oder zu kaufen. Mir ging es vorm zweiten Semester ähnlich, ich wollte mich auf BGB AT vorbereiten, kaufte ein Buch, wusste damit nichts anzufangen und der Prof. schlug zur Literatur nur andere Bücher vor. Das waren 20 EUR für nix. Und da hatte ich schon 1 Semester studiert und Abschlussklausuren im Prädikatsbereich geschrieben. Es ist so viel Stoff und du kannst gar nicht einschätzen, was wichtig ist. Man lernt das Lernen erst während des Studiums. (Natürlich sind die Bücher oben alle Klassiker. Aber ob es zu dir passt, kannst du da noch nicht einschätzen, weil du gar nicht weißt, worauf es ankommt.)

Wichtiger als das fachliche ist, sein Studium zu planen. Ich würde, mit meinen Wissen von heute, mein ganzes Studium anders gestalten. Gerade die Empfehlungen der UNis sind häufig Mist. Red lieber mit anderen, die schon weiter sind und Erfahrungen haben. Die findest du zB in der Bibliothek, einfach ansprechen.

Wenn du dir überhaupt ein Buch kaufst, dann zB das vom Fall Fallag, da sind 50 kleine Fälle zum jeweiligen Rechtsgebiet drin, die haben ein bißchen was fachliches, erklären dir aber vor allem den Gutachtenstil. Darauf kommt es in den ersten Semestern am meisten an. Das wäre mein Tip.

Also, mach dich nicht verrückt, das Studium wird hart genug, musst dich nicht schon vorher verausgaben...:-)

Grüße
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  #5 (permalink)  
Alt 15.06.2010, 19:59
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AW: Literatur vor Jurastudium

Zitat:
Und da hatte ich schon 1 Semester studiert und Abschlussklausuren im Prädikatsbereich geschrieben
wow, und das im ersten Semester! So schlecht können die Bücher dann ja nicht gewesen sein. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich die Abschlussklausuren nicht einmal im Ansatz hätte lösen können.

Zitat:
Wenn du dir überhaupt ein Buch kaufst, dann zB das vom Fall Fallag, da sind 50 kleine Fälle zum jeweiligen Rechtsgebiet drin,
Wie will man denn die Fälle ohne Vorwissen lösen oder die vorgeschlagene Lösung überhaupt verstehen?

Zitat:
erklären dir aber vor allem den Gutachtenstil. Darauf kommt es in den ersten Semestern am meisten an.
Ach ja, der liebe Gutachtenstil, den man im Referendariat gleich wieder ausgetrieben bekommt.
Die Panik darum habe ich nie verstanden. Ist doch ganz einfach.

Anstatt wie jeder normale Mensch zu sagen:
"A hat gegen B einen Anspruch auf Kaufpreiszahlung in Höhe von 1 € aus § 433 BGB. Dies ergibt sich daraus, dass ein wirksamer Kaufvertrag zwischen den Parteien geschlossen wurde. Hiervon ist auszugehen, weil..."

tut man eben so, als wüsste man das Ergebnis noch nicht. Im es-könnte-sein-Stil macht man es für den Leser spannend.

"A könnte gegen B einen Anspruch auf Kaufpreiszahlung in Höhe von 1 € aus § 433 BGB haben. Voraussetzung hierfür wäre, dass zwischen den Parteien ein wirksamer Kaufvertrag geschlossen wurde. Hiervon wäre auszugehen, wenn... Hier hat A .... Ein wirksamer Kaufvertrag liegt damit vor. A kann somit eine Kaufpreiszahlung in Höhe von 1 € aus § 433 BGB gegen B geltend machen."


Zitat:
Wichtiger als das fachliche ist, sein Studium zu planen. Ich würde, mit meinen Wissen von heute, mein ganzes Studium anders gestalten.
Zustimmung, im Nachhinein würden wohl viele das Studium anders gestalten. (und würden vor dem Examen wahrscheinlich mehr gelernt haben; ein Repetitorium belegt oder sein gelassen haben)
Ich dachte nur bei meinem kleinen Cousin mitbekommen zu haben, dass einem durch die Zwischenprüfung doch allerhand an Planerei abgenommen worden sei.

Zitat:
Gerade die Empfehlungen der UNis sind häufig Mist. Red lieber mit anderen, die schon weiter sind und Erfahrungen haben.
Zustimmung

Zitat:
Also, mach dich nicht verrückt, das Studium wird hart genug, musst dich nicht schon vorher verausgaben...:-)
Das ist richtig. Bremsen will ich den Ethusiasmus dennoch nicht.

Viele Grüße
Siobhan
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  #6 (permalink)  
Alt 15.06.2010, 20:21
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AW: Literatur vor Jurastudium

Wenn der Dozent aber selbst ein Buch veröffentlicht hat, oder an einem mitgearbeitet hat, dann ist das schon wichtig, dass man da mal reinschaut.
Bspw. der Degenhart nimmt eigentlich immer nur Fälle aus seinem Fallbuch (auch im Examen hatte er einen daraus gestellt). Wenn man sich dann die Chance entgehen lässt das entsprechende Buch überflogen zu haben, kann man sich danach nur in den Hintern beißen
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  #7 (permalink)  
Alt 16.06.2010, 10:14
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AW: Literatur vor Jurastudium

Hey!

Du hast mich missverstanden. Hab im zweiten Semester erst BGB AT gehört. Und obwohl ich schon StrafR und ö-Recht vorher hatte, hab ich im Zivilrechtslehrbuch natürlich nicht gewusst, was wichtig ist und wie damit zu arbeiten ist. Deshalb bringt es für jemanden, der noch gar nichts gehört hat, vermutlich gar nichts.

Was den Stil angeht, das Buch hilft einfach sehr gut zu verstehen, wie man so etwas löst. Er soll es ja nicht selbst lösen, sondern einfach nur mal durcharbeiten und lesen. Das hilft schon. Zumal die Fälle häufig nur kleine Fallabwandlungen sind und die Abwandlung anschließend erklärt wird. Die Bücher sind wirklich zu empfehlen, gerade fürs Grundstudium, denn die Lösung wird erklärt, nicht einfach nur hingeschrieben.

Danke fürs Erklären des Gutachtenstils. Gutachtenstil hin oder her, er braucht ihn im Studium und muss ihn deshalb lernen. Und auch in der Praxis hilft er mir weiter, wenn ich gerade nicht so richtig weiß, wie ich dem Mandanten helfen kann. Also man sollte ihn nciht so verteufeln.

Es geht vor allem darum, schnell mit der Z-Prüfung fertig zu sein, möglich auch 2 große Scheine in einem Semester zu machen und dann den Schwerpunkt. Aber das ist natürlich ne individuelle Frage.

Ich will auch nicht bremsen, aber ich war genauso und weiß daher, dass die viele Euphorie beim Lesen des Buches auch umschlagen kann...:-)

Das mit Degenhart stimmt sicherlich, auch wenns eigentlich nicht fair ist.

Grüße
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  #8 (permalink)  
Alt 27.06.2010, 20:18
SeG SeG ist offline
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Danke erstmal für die zahlreichen Antworten

Ich denke ich werde mir schon das ein oder andere Buch vor dem Studium kaufen einfach aus Interesse. In der Unibibliothek habe ich mich schon ein bisschen umgeschaut.

Zitat:
Wichtiger als das fachliche ist, sein Studium zu planen.
Das ist interessant finde ich. Vielleicht kannst du diesen Punkt ja ein bisschen weiter ausführen uns sagen was man genau planen sollte.

Gruß
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  #9 (permalink)  
Alt 29.06.2010, 12:56
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AW: Literatur vor Jurastudium

Das mit den Büchern musst du selbst wissen, aber denk an meine Worte, denn du wirst dich sicherlich ärgern über das Geld. Zumal die Bücher sehr schnell veralten und du die, die du jetzt kaufst schon in 2 Jahren spätestens wegwerfen kannst. Klar, einiges bleibt gleich, aber gerade neuere Probleme und Rspr. Änderungen sind wichtig. Aber das ist meine Meinung.

Du solltest dich genau informieren, welche Scheine du brauchst um zu den großen Übungen und dann zum Examen zugelassen zu werden. Und dann solltest du danach dein Studium planen und dir überlegen, wann du ins Rep. gehen willst (was ich raten würde, auch wenns Geld kostet). Bei uns war zB ZivilR erst ab dem 2. Semester vorgesehen. Wenn ich gewusst hätte, dass man das auch schon vorher machen kann, hätte ich das getan. Die Studienempfehlungen sind häufig mist.

Grüße
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