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Massiver Rückgang der effektiven Bandbreite am DSL-Anschluss in den Abendstunden

Dies ist eine Diskussion zu Massiver Rückgang der effektiven Bandbreite am DSL-Anschluss in den Abendstunden innerhalb des Forums Computerrecht / EDV-Recht

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  #1 (permalink)  
Alt 02.12.2011, 23:38
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Massiver Rückgang der effektiven Bandbreite am DSL-Anschluss in den Abendstunden

Hallo,

man stelle sich folgendes Szenario vor:

Kunde A hat bei Anbieter B einen Vertrag über eine Doppelflatrate mit DSL/Telefon und einer Bandbreite mit bis zu 16000 kbit/s abgschlossen. Anbieter B liefert das Produkt und es gab seitens des Kunden A keine Beanstandung. Die physikalische Download-Bandbreite des DSL-Anschlusses beträgt laut DSL-Router ~14000 kbit/s.

Fast auf den Tag genau 3 Monate nach Vertragsbeginn stellt Kunde A fest, dass er in den Abend-Stunden (von ca. 18-23 Uhr) plötzlich nur noch einen effektiven Download-Datendurchsatz von ~200 bis ~500 kbit/s hat. Der Upload-Datendurchsatz ist unverändert. Auch die physikalisch verfügbare Bandbreite ist gleich geblieben. Zeitgleich traten seitdem tagsüber mehrfach Vebindungsabbrüche (PPPoE-Timeouts) auf, die, wie auch der starke Rückgang der Bandbreite, in den ersten 3 Monaten nicht auftraten.

Kunde A hat deshalb bei Anbieter B eine Störung gemeldet. Laut Anbieter B sei mit dem DSL-Anschluss alles in Ordnung, das Problem müsse am Kunden-Equipment liegen. Kunde A sicherte Anbieter B zu, dass er fachlich in der Lage ist, auszuschliessen, dass ein Defekt am Kundenequipment vorliegt. Anbieter B beauftragt nach wiederholten Störungsmeldungen seitens des Kunden A einen Techniker, der vor Ort beim Kunden A keine Fehler feststellen konnte. Auch kann Kunde A nach eigenen Angaben aufgrund seines Fachwissens ausschliessen, dass ein durch sein Equipment verursachter unbemerkter Datentransfer die Bandbreite in den Abendstunden schmälert.

Anbieter B lässt dies nicht gelten und sagt, dass es, wenn die physikalische Bandbreite in Ordnung ist (das ist sie laut DSL-Router auch), das Problem grundsätzlich auf Kundenseite zu suchen ist.

Aus Sicht des Kunden A lässt der tageszeitabhängige massive Rückgang der effektiven Bandbreite eher den Schluss zu, dass die der Vermittlungsstelle zur Verfügung stehende Upstream-Bandbreite zu stark überbucht ist, denn bei den meisten privaten Internetanschlüssen findet die hauptsächliche Nutzung in den Abendstunden statt.

Als Kunde A den Anbieter B mit dieser Argumentation konfrontiert, wird ihm mitgeteilt, dass man nicht selber Netzbetreiber sei und daher keinen Einfluss habe, aber es durchaus üblich sei, wenn z.B. eine Firma eine hohe Bandbreite benötige, diese den "Privatkunden" zu entziehen.

Kunde A zieht daraus den Schluss, dass seitens des Anbieter B keine weiteren Massnahmen zur Entstörung ergriffen werden, da aus dessen Sicht keine Störung vorliegt.

Kunde A erwägt nun, Anbieter B schriftlich zu einer Nachbesserung mit einer Fristsetzung von 14 Tagen aufzufordern, um in den Abendstunden wieder eine zumutbare Bandbreite zu erhalten.

Sollte diese Aufforderung wirklungslos bleiben, möchte Kunde A seinen Vertrag unter Berufung auf § 307 BGB ausserordentlich kündigen.

Wie wären seine Chancen auf Erfolg bei einer ausserordentlichen Kündigung einzuschätzen?


Viele Grüße

carbo
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  #2 (permalink)  
Alt 03.12.2011, 06:07
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AW: Massiver Rückgang der effektiven Bandbreite am DSL-Anschluss in den Abendstunden

Zitat:
Zitat von carbo Beitrag anzeigen
Aus Sicht des Kunden A lässt der tageszeitabhängige massive Rückgang der effektiven Bandbreite eher den Schluss zu, dass die der Vermittlungsstelle zur Verfügung stehende Upstream-Bandbreite zu stark überbucht ist, denn bei den meisten privaten Internetanschlüssen findet die hauptsächliche Nutzung in den Abendstunden statt.
Aber klar doch! Wahrscheinlich handelt es sich um einen Sub-Anbieter, der ein paar Kunden zuviel in eine enge Leitung gepresst hat. Und jetzt geht es darum, die Beschwerden abzubügeln.

Zitat:
Als Kunde A den Anbieter B mit dieser Argumentation konfrontiert, wird ihm mitgeteilt, dass man nicht selber Netzbetreiber sei und daher keinen Einfluss habe, aber es durchaus üblich sei, wenn z.B. eine Firma eine hohe Bandbreite benötige, diese den "Privatkunden" zu entziehen.
Schöner Satz, der aber im Streitfall nicht zu beweisen sein wird. Das sollte man sich schriftlich geben lassen. Im Übrigen sollte man sowieso nicht mit der Hotline über solche Dinge diskutieren, die sind darin geschult, Kunden abtropfen zu lassen.

Zitat:
Kunde A erwägt nun, Anbieter B schriftlich zu einer Nachbesserung mit einer Fristsetzung von 14 Tagen aufzufordern, um in den Abendstunden wieder eine zumutbare Bandbreite zu erhalten.

Sollte diese Aufforderung wirklungslos bleiben, möchte Kunde A seinen Vertrag unter Berufung auf § 307 BGB ausserordentlich kündigen.
Richtige Idee. Zusätzlich sollte man die Mängel möglichst genau in Tagebuchform protokollieren ("XX.XX.XXXX, YY Uhr, Bandbreite Z, Dauer ca. ABC Minuten).

Zitat:
Wie wären seine Chancen auf Erfolg bei einer ausserordentlichen Kündigung einzuschätzen?
Tja, das ist die Frage, und für den Einzelfall nicht zu beurteilen. Eigentlich besteht die Tendenz bei den Anbietern, sich so lange zu wehren, bis der Kunde einen Anwalt einschaltet. Vor dem Gerichtstermin wird dann "aus Kulanz und ohne Anerkennung eines Rechtsanspruchs" zurückgezogen. Die "bis zu"-AGB-Regelung war noch nicht ernsthaft auf dem Prüfstand (ich vermute, das wollen die Anbieter auch tunlichst vermeiden). Wird jedpch die vertraglich vereinbarte Geschwindigkeit grundsätzlich nicht geliefert, besteht ein Sonderkündigungsrecht, so jedenfalls das Amtsgericht Fürth: http://www.damm-legal.de/ag-fuerth-f...en-werden-kann
Die Fälle, in denen die Bandbreite immer wieder einbricht oder auch systematisch reduziert wird, stehen noch zur Klärung aus. Wenn aber tatsächlich nur 500kb/s + Verbindungsabbrüche anliegen, ist das für mich ein schwerer Mangel.
__________________
Die Majorität der Dummen ist unüberwindbar und für alle Zeiten gesichert. Der Schrecken ihrer Tyrannei ist indessen gemildert durch Mangel an Konsequenz.
Albert Einstein

Bitte nicht auf PNs reagieren, die unbürokratisch Hilfe bei BtM- und Führerscheinproblemen anbieten! Diese grundsätzlich dem Admin melden.
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  #3 (permalink)  
Alt 04.12.2011, 02:12
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AW: Massiver Rückgang der effektiven Bandbreite am DSL-Anschluss in den Abendstunden

Zitat:
Kunde A hat bei Anbieter B einen Vertrag über eine Doppelflatrate mit DSL/Telefon und einer Bandbreite mit bis zu 16000 kbit/s abgschlossen.
Und solang das in dem Vertrag steht muss sich der Kunde auch mit 500 Kbit/s zufrieden geben.
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  #4 (permalink)  
Alt 04.12.2011, 03:32
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AW: Massiver Rückgang der effektiven Bandbreite am DSL-Anschluss in den Abendstunden

Das würde ich so pauschal nie sagen, es könnte sich um eine unwirksame AGB handeln. Die beworbene Leistung nur zu 5 Prozent zu erreichen stellt für mich außerdem einen schwerwiegenden Mangel dar. "bis zu" kann nicht zu beliebiger Leistung berechtigen.
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  #5 (permalink)  
Alt 05.12.2011, 20:52
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AW: Massiver Rückgang der effektiven Bandbreite am DSL-Anschluss in den Abendstunden

Hallo,

der Kunde wird zunächst auf Nachbesserung pochen, notfalls ausserordentlich kündigen und sich bei einer evtl. Ablehnung der Kündigung seitens des Anbieters mit einem Rechtsanwalt beraten.

Aus meiner persönlichen Sicht fällt es auch schwer zu glauben, dass ein so gravierender Mangel einfach so als gegeben hinzunehmen sein soll.

Ich werde berichten.

Viele Grüße

carbo
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  #6 (permalink)  
Alt 05.12.2011, 21:47
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AW: Massiver Rückgang der effektiven Bandbreite am DSL-Anschluss in den Abendstunden

Zitat:
Zitat von Casa Beitrag anzeigen
Zitat:
Kunde A hat bei Anbieter B einen Vertrag über eine Doppelflatrate mit DSL/Telefon und einer Bandbreite mit bis zu 16000 kbit/s abgschlossen.
Und solang das in dem Vertrag steht muss sich der Kunde auch mit 500 Kbit/s zufrieden geben.
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit glaube ich, hier ausdrücklich "Nein" sagen zu können. Eine solche Auslegung der Vertragsbedingung betrachte ich als von vorn herein ungültig. Das wäre vergleichbar mit einem Auto, das eine Höchstgeschwindigkeit von 245km/h nicht überschreitet, weil es noch nicht einmal 20 schafft.

Ehe man dem Anbieter aber ernsthaft ans Bein pinkelt, sollte man sicher sein, dass es wirklich an ihm liegt. Man sollte prüfen, ob das Problem also auch auftritt, wenn man zur gleichen Zeit die gleichen Daten über einen anderen Anbieter schneller bekommt.
Es könnte ja
- örtlich nur das eine technische Angebot von verschiedenen Verkäufern geben oder
- das eigentliche Problem beim angewählten Server liegen.
In beiden Varianten hat man den Ärger im Endeffekt für nix.
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Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst!
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  #7 (permalink)  
Alt 05.12.2011, 22:03
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AW: Massiver Rückgang der effektiven Bandbreite am DSL-Anschluss in den Abendstunden

Zitat:
Zitat von Casa Beitrag anzeigen
Zitat:
Kunde A hat bei Anbieter B einen Vertrag über eine Doppelflatrate mit DSL/Telefon und einer Bandbreite mit bis zu 16000 kbit/s abgschlossen.
Und solang das in dem Vertrag steht muss sich der Kunde auch mit 500 Kbit/s zufrieden geben.
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nur weil zeitweise diese bandbreite nicht erreicht wird, wird man da nichts machen können.
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  #8 (permalink)  
Alt 05.12.2011, 22:16
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AW: Massiver Rückgang der effektiven Bandbreite am DSL-Anschluss in den Abendstunden

Zitat:
Zitat von motzmecker Beitrag anzeigen
Es könnte ja
- örtlich nur das eine technische Angebot von verschiedenen Verkäufern geben oder
- das eigentliche Problem beim angewählten Server liegen.
In beiden Varianten hat man den Ärger im Endeffekt für nix.
Hallo,

Der Kunde kann durch Testdownloads über einen anderen Anbieter sicher ausschliessen, dass es an fehlender Bandbreite der von ihm angewählten Downloadserver liegt.

Viele Grüße

carbo
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  #9 (permalink)  
Alt 05.12.2011, 23:33
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Zitat von zeiten Beitrag anzeigen
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nur weil zeitweise diese bandbreite nicht erreicht wird, wird man da nichts machen können.
Wenn halt keiner eine Leitung zu Schnewittchen hinter die sieben Berge legt, muss es mit den sieben Zwergen die verfügbare Downloadkapazität aufteilen und alles nacheinander nutzen.
Wenn die Realität so ist, dass es gar nichts gibt, kann man sich zwar darüber ärgern, dass man auf den Hanswurst reingefallen ist, der am meisten angepriesen hat, wenn die andern aber auch nicht mehr können, nützt es hinterher nichts, mit dem zu streiten.

Zitat:
Zitat von carbo Beitrag anzeigen
Der Kunde kann durch Testdownloads über einen anderen Anbieter sicher ausschliessen, dass es an fehlender Bandbreite der von ihm angewählten Downloadserver liegt.
aber gleicher Ort und gleiche Zeit?
Dann glaub ich gern.
Wenn aber die Hausanschlussleitung nachweislich ihre 16MBaud schafft, nur irgendwo anders (außerhalb des Verantwortungsbereichs des Anbieters) im Netz ein Frosch im Rohr sitzt? Solange ich mir da nicht wirklich ganz sicher wäre, dass der Schuld hat, würde ich wohl erstmal weiter still mit meinem Schicksal hadern.
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  #10 (permalink)  
Alt 12.12.2011, 00:29
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Smile AW: Massiver Rückgang der effektiven Bandbreite am DSL-Anschluss in den Abendstunden

Das Thema hat sich erledigt.

Seit dem 07.12.2011 ist das Bandbreitenproblem nicht mehr existent.

Den Kunden freut das natürlich

Ich möchte mich für die konstruktiven Beiträge zu diesem Thema bedanken.

Viele Grüsse

carbo
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dsl, überbuchung, vermittlungsstelle

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