Ok... es hat ja keinen Zweck mehr zu leugnen. Ich studiere Rechtswissenschaften, aus Gründen des Prestiges. Ich freue mich auf die Zeit nach dem 2. StEx, weil ich dann endlich keine Verantwortung mehr für mein Handeln übernehmen muss UND ich die Mandanten nach STRICH und FADEN über den Tisch ziehen kann. Wieso sollte man sich auch hart auf einen
Prozess vorbereiten. Egal wie er ausgeht - ich gewinn immer. Ich werde mindestens 6000 Netto verdienen und morgens einzig das Problem haben, daß ich nicht weiss mit welchen meiner 5 Ferraris ich in die Kanzelei fahren soll, um mich dort gehörig zu langweilen - weil ich für mein Geld ja nichts tun muss.
Fasst das so ungefähr die Ansichten zusammen, die Sie von Juristen haben, Goldbart?
Nein nein... so isset aber nicht. Ich bin stolz darauf, jemand zu sein, der den Menschen helfen kann, wenn sie es wünschen.
Und ich finde schon jetzt, obwohl ich kein fertiger Jurist bin, daß es viel Arbeit und Gewissenhaftigkeit erfordert, um den Menschen zu helfen. Mag sein, daß die Philantropen und Idealisten aussterben. Aber auch wenn es so ist - es wird immer Menschen geben, die eine Sache nicht des Geldes wegen machen. Ich blicke auf einige Jahre Erfahrung zurück - und in all der Zeit habe ich über 90% aller Fälle zugunsten der Personen entschieden, für die ich tätig war - selbst da, wo andere Juristen nur noch den Weg der
Klage sahen. Für all diese Dinge habe ich nie Geld genommen und jedes Mal war ich gewissenhaft und ordentlich in meiner Arbeit. Und wenn ich einen Fehler gemacht habe, dann korrierte ich diesen OHNE daß die Personen, die auf mich vertrauten auch nur ansatzweise das Gefühl haben mussten, daß es mir egal ist, wie ein Fall ausgeht. Vielleicht liege ich ja falsch... aber ich glaube schon, daß VIELE Rechtswissenschaftler so denken und handeln wie ich. Und auch wenn es vermessen klingt: ich glaube, daß macht einen guten Juristen aus - und nicht das abgeklärte Dasein, was manche Anwälte fristen.

Und jetzt werd ich meinen Hermelin überstreifen und durch meine Ländereien streifen... das Zepter und den Reichsapfel lass ich aber im Rolls... wer weiss, ob der italiensche Marmor am Westflügel nicht wieder so glatt ist... jetzt da die Geländer weg sind, damit sie eine neue Blattgoldauflage bekommen.
Und abschliessend möchte ich noch ein kleines Zitat bringen:
"Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze"
aus dem Prolog von 1798 aus Friedrich Schillers: Wallenstein
Soll heissen: große Taten werden vergolten und selbst die kleinsten Dienste sind große Werke.
Ich wünsche allen, die nicht bloss "Mimen" in ihrer
Berufung sind, ein frohes Fest. Und allen anderen auch