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Vollmacht übergehen?

Dies ist eine Diskussion zu Vollmacht übergehen? innerhalb des Forums Betreuungsrecht

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  #1 (permalink)  
Alt 28.12.2010, 13:59
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Vollmacht übergehen?

Eine ältere, demenzkranke Dame - die bis vor kurzem in einem betreuten Wohnheim lebte - wurde von ihrer Putzfrau, die dort seit einem Jahr regelmäßig putzt - mit zu sich nach Hause genommen, um sie dort ein wenig aufzupeppeln. In diesem Jahr verschwand jedoch regelmäßig Geld im Haus und es häuften sich Anrufe bei den Familienangehörigen der Frau - die sie hingegen beschuldigte, bei ihr etwas gestohlen zu haben und nicht auf die Idee kam (oder kommen wollte) - die Haushaltshilfe wäre dort vielleicht nicht ganz unbeteiligt. Zuerst bekam sie nur die EC-Karte um Einkäufte zu erledigen - nach und nach verschwand jedoch immer mehr Geld - mehr als am Anfang des Monats zusammen kam. Seit einigen Tagen reicht dies jedoch soweit, dass das gesamte Konto der älteren Frau leergeräumt ist, die eigene Familie sie nicht besuchen darf (immerhin wohnt sie ja in einem fremden Haus) und die Putzfrau selbst eine notariell beglaubigte Vollmacht besitzt - über Konten etc und der Frau einredet, man würde sie nicht mehr sehen wollen, die eigentliche Familie hätte sich von ihr abgewendet und so weiter.
Leider ist der Geisterzustand der Frau nicht mehr der Beste und sie glaubt alles, was man ihr erzählt - zudem ihre Putzfrau und nun die Bevollmächtigte die Angehörigen der Frau täglich aufs Ärgste beschimpft und sehr siegessicher ist - man könne ohnehin nichts ändern, da die Vollmacht der Familienangehörigen von 2006 mit ihrer widerrufen wurde.

Könnte man in diesem Fall irgendetwas tun?
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  #2 (permalink)  
Alt 28.12.2010, 14:10
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AW: Vollmacht übergehen?

Zitat:
Zitat von Yarano Beitrag anzeigen
Könnte man in diesem Fall irgendetwas tun?
Kann man:

1. sich vom projektierten Erbe verabschieden
2. sich einen Anwalt nehmen, den man bezahlen muss
3. die Vollmacht der Demenzkranken anzweifeln, und zwar mittels eines psychiatrischen Gutachtens. Dabei stinkt man gegen den Notar an, der die Vollmacht beglaubigt hat
4. sich fragen, warum nicht schon längst eine Betreuung eingerichtet wurde (bzw. warum wohl keine nötig war und jetzt schon). Der Wohnungswechsel scheint ja noch betreuerlos vorgegangen zu sein
__________________
"Und was soll ich Dich lehren? Das Müllern - oder auch alles andere?", wollte der Meister wissen.
"Das andere auch", sagte Krabat.
In memoriam Otfried Preußler

Bitte nicht auf PNs reagieren, die unbürokratisch Hilfe bei BtM- und Führerscheinproblemen anbieten! Diese grundsätzlich dem Admin melden.
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  #3 (permalink)  
Alt 28.12.2010, 15:04
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AW: Vollmacht übergehen?

wenn ich richtig verstehe, beschuldigt die demenzkranke dame ihre familienangehörigen, ihr geld geklaut zu haben? da ist erst mal nichts so ungewöhnliches dran, das glauben demenzkranke öfter mal... ob wirklich geld weg gekommen ist, kann man da nicht unbedingt draus schließen...


Zitat:
Zitat von Yarano Beitrag anzeigen
Seit einigen Tagen reicht dies jedoch soweit, dass das gesamte Konto der älteren Frau leergeräumt ist,
wo haben die angehörigen diese info her? wieso wissen die so genau über die finanzen der dame bescheid?


Zitat:
die eigene Familie sie nicht besuchen darf (immerhin wohnt sie ja in einem fremden Haus)
die putzfrau hat hausrecht in ihrem eigenen haus, da kann man so erst mal nichts dran machen.


Zitat:
und die Putzfrau selbst eine notariell beglaubigte Vollmacht besitzt - über Konten etc
über was genau besteht vollmacht? nur kontenvollmacht?


Zitat:
und der Frau einredet, man würde sie nicht mehr sehen wollen, die eigentliche Familie hätte sich von ihr abgewendet und so weiter.
wie kommt die familie da rauf? ich frag halt so blöd, weil es auch sein kann, dass die demente sich das aus der nase zieht, das ist manchmal so bei demenz.


Zitat:
zudem ihre Putzfrau und nun die Bevollmächtigte die Angehörigen der Frau täglich aufs Ärgste beschimpft
was ist denn der anlass zu solchen beschimpfungen? wieso hat sie denn täglich geglegnheit zu beschimpfen?


Zitat:
man könne ohnehin nichts ändern, da die Vollmacht der Familienangehörigen von 2006 mit ihrer widerrufen wurde.
auch hier frage: was war das für eine vollmacht - wofür? und wurde diese tatsächlich widerrufen. nur weil eine neue vollmacht ausgestellt wird, ist die alte nicht automatisch widerrufen. (obwohl hier alles dafür spricht, dass die alte dame das getan hat - hätte sie übrigneds auch mündlich tun können.)


Zitat:
Könnte man in diesem Fall irgendetwas tun?
wenn man meint, die dame sei "geistig umnachtet" und würde sich abzocken lassen, dann kann man bei gericht eine betreuung anregen. das gericht muss jeder anregung nachgehen. sollte dabei rauskommen, dass die gute nicht mehr geschäftsfähig sein sollte, könnte das ein anhaltspunkt sein, dass die vollmacht der putzfrau nicht rechtsgültig ist... wenn das gericht dann auch noch einen verdacht hat, dass da was faul ist, kann das gericht die vollmacht widerrufen und eine betreuung für finanzielle sachen einrichten.



Zitat:
Zitat von humungus
3. die Vollmacht der Demenzkranken anzweifeln, und zwar mittels eines psychiatrischen Gutachtens. Dabei stinkt man gegen den Notar an, der die Vollmacht beglaubigt hat
ne, da stinkt man nicht gegen den an. in diesem fall hat er nämlich "nur" beglaubigt, nicht aber beurkundet (jedenfalls, wurde das hier so geschildert). und durch eine beglaubigung wird nur ausgesagt, dass die unterschrift mit der person übereinstimmt, die sie abgegeben hat.

der unterschieb bei beurkundung ist, dass dabei die notarin auch sich vom geistes zustand überzeugt und den auch mit der beurkundung bestätigt. in so fern hat man bei "nur" beglaubigung etwas leichter das anzuzweifeln.
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  #4 (permalink)  
Alt 28.12.2010, 22:50
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AW: Vollmacht übergehen?

Danke erst einmal für die Antworten.

In dem Szenario sei jedoch klargestellt, dass die Familienangehörigen der älteren Dame keinerlei Interesse an einem eventuellen Erbe haben - es gehe ihnen lediglich darum, ihre Verwandte regelmäßig besuchen zu können - was durch das Hausrecht der Putzfrau, die sie aufnahm, ja nun leider nicht so einfach möglich ist. Zudem glaubte wohl jene beteiligte Putzfrau ebenfalls, es würde deutlich mehr bei der alten Frau zu holen sein, als dies tatsächlich der Fall war.
Weiterhin ist der Sohn der demenzkranken Frau Bänker und zusammen mit seinem Bruder auch Bevollmächtigter über die Konten der Frau - da sie früher stets wollte, dass finanzielle Dinge zu dritt abgesprochen werden und sie - aus Angst von Dritten über den Tisch gezogen werden - immer eine Rücksicherung haben wollte - zwecks Rückbuchungen etc. Das Wissen, um die Konten erhielt die Familie zudem, als die Putzfrau sie mit den Kontoauszügen konfrontierte, die sie wild zusammen gestellt hatte und stets Ausgaben unterstrichen und markiert hatte - so dass, wenn man keinerlei Kenntnis von solchen Dingen hatte - durchaus der Eindruck entstanden war, es wäre eine sehr große Menge Geld abgehoben worden über einen längeren Zeitraum. Wohl gemerkt natürlich stets am Automat abgehoben worden war- während die Karte ja stets in Händen der Putzfrau blieb.

Worüber genau die Vollmacht besteht, weiß die Familie nicht - da die Putzfrau jene nicht zeigen will - jedoch immer wieder andeutet, sie besitze eine Vollmacht, die notariell beglaubigt wurde und die alte Vollmacht von 2006 nicht mehr gültig wäre. Dies versucht die Familie in den nächsten Tagen heraus zu finden.

Die Familie kommt deswegen zu dem Punkt mit den Beleidigungen - weil der Sohn der alten Frau sie versucht täglich zu erreichen, um sich nach ihr zu erkundigen - jedoch entweder gar nicht erst weiter gereicht wird oder mit fadenscheinigen Begründungen und Beleidigungen abgetan wird - die Familie der Putzfrau wäre nun die richtige Familie für die Demenzkranke, man solle sich abwenden und sich um seine eigenen Sachen kümmern - hätte sich vorher auch niemals gekümmert (was eine dreiste Lüge ist - denn die ältere Frau wurde mehrmals wöchentlich besucht oder war sogar übers Wochenende bei der eigenen Familie). Als die alte Frau mit den Beleidigungen konfrontiert wurde, ob sie jene wirklich zur eigenen Familie äußerte, wirkte sie eher zerstreut und verwirrt, als wirklich sehr überzeugt, sich in diesem Maße jemals geäußert zu haben.
Oftmals wird die Familie, so sie ihre eigene Verwandte besuchen will - sofort mit: "Der älteren Frau geht es heute nicht gut, kommen sie später" abgetan. Als es jedoch einmal eingerichtet wurde und die Familie sagte, sie wollten ja die Tage zuvor schon kommen - konnten jedoch leider nicht, da es der älteren Dame dort nicht gut ging - erwiderte jene in einem lichten Moment: "Man sagte, dass es ihr nicht gut gegangen wäre." Weitere Diskussionen zu diesem Thema wurden jedoch sofort erstickt, da die Familie daraufhin von der Putzfrau der älteren Frau des Hauses verwiesen wurde.

Merkwürdig ist ebenfalls, dass die Familie der Putzfrau angeblich vor kurzer Zeit eine halbe Million Euro (so sie selbst zu den Familienangehörigen der Kranken) geerbt haben und in ein neues Haus ziehen will - wo sie die Demenzkranke mitnehmen wollen - seit einigen Wochen jedoch keinerlei Rede mehr davon ist. Zuvor sprachen sie jedoch davor - dass sie keinerlei Kontakt mehr mit der nun "verstoßenen" Familie wünschen.

Weitere Informationen folgen, sofern sich die nächsten Tage etwas ergibt.
Vielen Dank.
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