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Welcher Arzt für Weiterbehandlung nach Unfall?

Dies ist eine Diskussion zu Welcher Arzt für Weiterbehandlung nach Unfall? innerhalb des Forums Arztrecht

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Alt 18.01.2009, 18:57
Boardneuling
 
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Question Welcher Arzt für Weiterbehandlung nach Unfall?

Sehr geehrte Forennutzer/innen,

ich möchte folgenden fiktive Fall unseres Kurzes anbringen, da die Lager doch gespalten sind und hier vielleicht Impulse dazu gegeben werden könnten :

Mutter M ist auf dem Heimweg von der Kindertagesstätte zu Fuß verunfallt. Der Hausarzt H verweist an einen Durchgangsarzt bzw. Unfallarzt U, da dieser Unfall ein Wegeunfall darstellen würde. Mutter M ist aber noch in Elternzeit. Da gibt es doch keine Wegeunfälle, oder irren wir uns da?

U diagnostiziert einen Muskelfaserriss und versorgt M mit Spezialverband und Krücken. Die Weiterbehandlung solle H übernehmen. H aber weigert sich, da U die Weiterversorgung von M mit seiner medizinischen Ausstattung "besser" übernehmen kann (spezielle Verbände etc.) Für M stellt sich jetzt die Frage, wer denn nun wirklich zuständig ist: U oder H? Und warum?

Vielleicht müssen wir diese Frage aber in einem ganz anderen Forum stellen oder vielleicht gibt es auch keine Antwort drauf bzw. beide Antworten können "richtig" sein.

Vielen Dank dennoch schon jetzt für Ihre Anregungen.

Andrea
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Alt 18.01.2009, 19:14
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AW: Welcher Arzt für Weiterbehandlung nach Unfall?

Zitat:
Zitat von Thami
H aber weigert sich, da U die Weiterversorgung von M mit seiner medizinischen Ausstattung "besser" übernehmen kann (spezielle Verbände etc.) Für M stellt sich jetzt die Frage, wer denn nun wirklich zuständig ist: U oder H? Und warum?
M sollte zu dem Orthopäden O gehen.... Wenn H bereits weiß, dass er die Behandlung nicht fachgerecht vornehmen kann, wird er sicher eine Überweisung an O ausstellen.
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  #3 (permalink)  
Alt 18.01.2009, 19:24
V.I.P.
 
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AW: Welcher Arzt für Weiterbehandlung nach Unfall?

Ob hier ein Wegeunfall vorliegt, weiß ich nicht. Vielleicht äußert sich einer der Versicherungsspezis dazu.

Medizinisch-fachlich muss man interessanterweise zwischen einem Kassenpatient und einem Privatpatient unterscheiden.

1. Privatpatient (einfacher): da kann der H ohne weiteres ablehnen, denn er muss nur im Notfall einen Privatpatienten behandeln.

2. Kassenpatient: da kann der H ablehnen, weil er sich fachlich nicht für fähig hält, eine Entscheidung, die zu begrüßen ist, wenn man an das Wohl des Patienten denkt. Prinzipiell ist zwar eine Beschwerde bei der Kassenärztlichen Vereinigung oder bei der Krankenkasse sowie der Ärztekammer möglich, die wird aber grundsätzlich ins Leere laufen, wenn der Arzt auch nur vage fachliche Argumente hat ("ich kann solche Verbände nicht wickeln" reicht locker aus).

Auf jeden Fall ist der erstbehandelnde Arzt verpflichtet, die Weiterbehandlung durch sich oder einen Kollegen zu gewährleisten.

Haftungsrechtlich sind in beiden Fällen Fachärzte für Allgemeinmedizin, Orthopädie und Chirurgie ohne weiteres zu einer Behandlung berechtigt, bei Ärzten anderer Fachrichtungen wird die Leistung bei einem Kassenpatienten nicht abgerechnet werden können. Sie können aber trotzdem behandeln (wie auch ein Nicht-Facharzt), kriegen aber im Fall eines behaupteten Behandlungsfehlers massive Probleme (unter anderem Beweislastumkehr).
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Alt 18.01.2009, 21:18
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AW: Welcher Arzt für Weiterbehandlung nach Unfall?

Zitat:
Zitat von Humungus
Ob hier ein Wegeunfall vorliegt, weiß ich nicht. Vielleicht äußert sich einer der Versicherungsspezis dazu.
Wenn es denn sein muss...

Einen Wegeunfall würde ich hier verneinen. Kinder in Kindergärten etc. können zwar in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert sein, aber hier hat ja die Mutter die Verletzung erlitten. Diese war m. E. aber nicht auf einem versicherten Weg (jedenfalls gibt der Sachverhalt dazu nichts her), da sie zurzeit wohl keiner versicherten Tätigkeit nachgeht.

Insofern ist das ein Problem der Krankenversicherung und nicht der Unfallversicherung. Evtl. haben H oder U eine Meldung an die Unfallkasse erstellt, dann wird das Vorliegen eines Wegeunfalls ggf. nochmals geprüft.

Viele Grüße,

Cephalotus
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  #5 (permalink)  
Alt 19.01.2009, 11:34
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AW: Welcher Arzt für Weiterbehandlung nach Unfall?

Cephalotus schrieb:

"Einen Wegeunfall würde ich hier verneinen. Kinder in Kindergärten etc. können zwar in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert sein, aber hier hat ja die Mutter die Verletzung erlitten. Diese war m. E. aber nicht auf einem versicherten Weg (jedenfalls gibt der Sachverhalt dazu nichts her),"

Stimmt.
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  #6 (permalink)  
Alt 19.01.2009, 11:36
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AW: Welcher Arzt für Weiterbehandlung nach Unfall?

Humungus schrieb:

"Ob hier ein Wegeunfall vorliegt, weiß ich nicht. Vielleicht äußert sich einer der Versicherungsspezis dazu."

Ein Wegeunfall schon ;-), aber kein versicherter Weg.
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  #7 (permalink)  
Alt 19.01.2009, 18:23
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AW: Welcher Arzt für Weiterbehandlung nach Unfall?

Zitat:
Zitat von vico

Ein Wegeunfall schon ;-), aber kein versicherter Weg.
Erbsenzähler! Bleistiftspitzer!
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Alt 19.01.2009, 18:41
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AW: Welcher Arzt für Weiterbehandlung nach Unfall?

Zitat:
Zitat von vico
Ein Wegeunfall schon ;-), aber kein versicherter Weg.
Meines Wissens ist ein Wegeunfall definiert als ein versicherter Unfall auf dem direkten Weg zur Arbeit etc. (beispielsweise LsozG NRW, Az. L 17 U 161/00)

[Millimeterfickmodus]Hier liegt folglich kein Wegeunfall vor, sondern ein Unfall auf einem Weg.[/Millimeterfickmodus]
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  #9 (permalink)  
Alt 19.01.2009, 19:27
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AW: Welcher Arzt für Weiterbehandlung nach Unfall?

[Nanometerfickmodus] Das LSG geht von einem Wegeunfall im Sinne der gesetzlichen Unfallversicherung aus. In anderen Zusammenhängen, kann man Wegeunfall auch anders definieren [/Nanometerfickmodus]

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  #10 (permalink)  
Alt 19.01.2009, 20:17
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AW: Welcher Arzt für Weiterbehandlung nach Unfall?

Humungus schrieb:

"Hier liegt folglich kein Wegeunfall vor, sondern ein Unfall auf einem Weg."

Ok. Das meinte ich. Das aber wusstest Du in Deinem Beitrag Nr. 3 noch nicht so genau wie jetzt. ;-)
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