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Operativer Eingriff ohne Narkose durch Kinderarzt

Dies ist eine Diskussion zu Operativer Eingriff ohne Narkose durch Kinderarzt innerhalb des Forums Arztrecht

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  #11 (permalink)  
Alt 13.04.2012, 20:43
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AW: Operativer Eingriff ohne Narkose durch Kinderarzt

Zitat:
Würde hier nicht die 3-jährige Verjährungsfrist erst anfangen zu laufen, wenn das Kind entweder einen Zusammenhang zwischen Fehler und Schaden erkennen konnte oder gar erst, wenn es 18 ist?
nein. die eltern/sorgeberechtigten sind in der pflicht ihr kind entsprechend zu vertreten.
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  #12 (permalink)  
Alt 13.04.2012, 21:05
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AW: Operativer Eingriff ohne Narkose durch Kinderarzt

Die Eltern eines so kleinen Kindes, welches dann langsam heranwächst, müssen aber auch erst einmal erkennen, dass überhaupt ein Fehler begangen wurde und, dass es einen Zusammenhang zwischen diesem Fehler und dem Schaden - der ja sicher auch bei einer PTBS bei einem Kind nicht sofort offensichtlich wäre - geben könnte und, dass hier ein Verschulden des Arztes vorliegen könnte.

Soweit ich weiß, ist nicht mal der Hinweis eines Arztes auf einen möglichen Zusammenhang ausreichend um zu unterstellen, dass dem Geschädigten Anspruch begründende Tatsachen bekannt sein mussten.

Und dafür, dass Verjährung eingetreten ist, liegt die Beweislast beim Arzt.
__________________
"Wenn man alle Gesetze studieren sollte, so hätte man gar keine Zeit, sie zu übertreten."

Johann Wolfgang von Goethe
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  #13 (permalink)  
Alt 13.04.2012, 22:15
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AW: Operativer Eingriff ohne Narkose durch Kinderarzt

Zitat:
Zitat von Kerzenlicht Beitrag anzeigen
Die Eltern eines so kleinen Kindes, welches dann langsam heranwächst, müssen aber auch erst einmal erkennen, dass überhaupt ein Fehler begangen wurde und, dass es einen Zusammenhang zwischen diesem Fehler und dem Schaden - der ja sicher auch bei einer PTBS bei einem Kind nicht sofort offensichtlich wäre - geben könnte und, dass hier ein Verschulden des Arztes vorliegen könnte.
ja, und genau ab dem zeitpunkt, wo sie es erkannt haben, oder hätten erkennen können/müssen, fängt doch auch erst die frist an zu laufen (jedenfalls bei der 3-jährigen frist, ist es so).

Zitat:
Soweit ich weiß, ist nicht mal der Hinweis eines Arztes auf einen möglichen Zusammenhang ausreichend um zu unterstellen, dass dem Geschädigten Anspruch begründende Tatsachen bekannt sein mussten.
nein, das muss man schon beweisen, dass wirklich kausal der zusammenhang besteht.

Zitat:
Und dafür, dass Verjährung eingetreten ist, liegt die Beweislast beim Arzt.
??? verstehe grad nicht, was du meinst.
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  #14 (permalink)  
Alt 13.04.2012, 22:19
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AW: Operativer Eingriff ohne Narkose durch Kinderarzt

Zitat:
Zitat von zeiten Beitrag anzeigen
??? verstehe grad nicht, was du meinst.
Ich meine, dass der Arzt, der sich auf Verjährung beruft, dies belegen muss und nicht der Kläger, dass hier keine eingetreten ist. Was ja für den Kläger durchaus "positiv" ist.

Zusatz:.
Zitat:
Soweit ich weiß, ist nicht mal der Hinweis eines Arztes auf einen möglichen Zusammenhang ausreichend um zu unterstellen, dass dem Geschädigten Anspruch begründende Tatsachen bekannt sein mussten
Zitat:
nein, das muss man schon beweisen, dass wirklich kausal der zusammenhang besteht.
Das letztere ist klar, darauf wollte ich nicht hinaus. Was ich sagen wollte ist, dass nicht mal immer unterstellt werden kann, dass dem Geschädigten der Zusammenhang zwischen Schaden und Fehler bekannt sein musste, bzw. unterstellt werden kann, dass er ihn kennen musste, selbst wenn ein anderer Arzt mal diese Vermutung geäußert hat. Dazu gibt es irgendwo was - leider weiß ich nicht mehr wo.
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Johann Wolfgang von Goethe
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  #15 (permalink)  
Alt 13.04.2012, 22:30
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AW: Operativer Eingriff ohne Narkose durch Kinderarzt

danke, jetzt hab ichs kapiert.
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  #16 (permalink)  
Alt 13.04.2012, 22:40
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AW: Operativer Eingriff ohne Narkose durch Kinderarzt

Zitat:
Zitat von zeiten Beitrag anzeigen
danke, jetzt hab ichs kapiert.
Und wenn nun richtig ist, was Du hier gesagt hast - was ich nicht beurteilen kann, aber durchaus einleuchtend finde

Operativer Eingriff ohne Narkose durch Kinderarzt

und der Schaden belegt ist, man darüber vielleicht auch schon ein Gutachten hat, welches vielleicht auch noch auf die möglichen Ursachen eingeht, dann könnte es mE in einem Prozess zu einer Beweislastumkehr kommen, wenn bereits zum Zeitpunkt der Behandlung die Folgen der Behandlung eines Kindes ohne Narkose bekannt waren (wissenschaftliche Arbeiten darüber etc.) und es sich nicht um einen Arzt in Kleinkleckersdorf handelte....dann meine ich, könnte es sehr sinnvoll sein, mal zu einem Anwalt zu gehen.

Das solche Prozesse sehr lange dauern war ja schon erwähnt. Aussichtslos sind sie nicht. Insbesondere nicht bei in der Literatur beschriebenen Fehlern.
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  #17 (permalink)  
Alt 14.04.2012, 13:01
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AW: Operativer Eingriff ohne Narkose durch Kinderarzt

Zitat:
Zitat von zeiten Beitrag anzeigen
da brauchst du nicht weiter spekulieren. das ist bekannt, dass sehr kleine kinder extrem traumatisiert werden, wenn sie ohne narkose behanedlt werden.
Nein, das ist nicht "bekannt", das ist sehr umstritten, und Du kannst dazu eine Vielzahl von voneinander abweichenden und auch gegensätzlichen Meinungen von Fachleuten lesen.

Zitat:
ich glaube kaum, dass du das beurteilen kannst.
Doch, kann ich. Die entsprechenden Diskussionen in der Fachwelt sind mir nämlich geläufig.

Zitat:
richtig ist, dass ein solcher prozess, sehr langwierig, nervenaufreibend und der ausgang ungewiss und damit unter umständen auch sehr teuer ist.
Richtig ist, daß die Erfolgsaussichten geringer als 0,01 Prozent sind. Unmöglich ist ein Erfolg nicht, aber extremst unwahrscheinlich, da die ganze Sache schlicht und einfach an der gerichtsfesten Nachweisbarkeit der Kausalität scheitern wird.
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An armed man is a citizen. An unarmed man is a subject. - Thomas Jefferson
(Ein bewaffneter Mensch ist ein Bürger. Ein unbewaffneter Mensch ist ein Untertan.)
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  #18 (permalink)  
Alt 14.04.2012, 13:03
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AW: Operativer Eingriff ohne Narkose durch Kinderarzt

Zitat:
Zitat von Kerzenlicht Beitrag anzeigen
Die Eltern eines so kleinen Kindes, welches dann langsam heranwächst, müssen aber auch erst einmal erkennen, dass überhaupt ein Fehler begangen wurde und, dass es einen Zusammenhang zwischen diesem Fehler und dem Schaden - der ja sicher auch bei einer PTBS bei einem Kind nicht sofort offensichtlich wäre - geben könnte und, dass hier ein Verschulden des Arztes vorliegen könnte.
Eine mögliche Verjährung der zivilrechtlichen Ansprüche kann man in so einem Fall vernachlässigen, da sind wir uns wohl alle einig.

Das Problem ist die Beweisführung der Kausalität, und daran wird es gnadenlos scheitern.
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  #19 (permalink)  
Alt 14.04.2012, 13:05
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AW: Operativer Eingriff ohne Narkose durch Kinderarzt

Zitat:
Zitat von Humungus Beitrag anzeigen
Jein. Wendet man den "Trick" an, nicht wegen einer falschen Operationstechnik, sondern wegen einer mangelhaften Ausklärung Ansprüche zu stellen, steht eine fahrlässige Körperverletzung eher zur Disposition. Allerdings ist auch hier der Nachweis schwierig, weil 12 Jahre eine lange, lange Zeit sind und die Unterlagen dazu mittlerweile rechtmäßig vernichtet sein könnten.
Ebend. Und Verhaltensauffälligkeiten beim Eintritt in die Pubertät sind völlig normal, die sind per se kein Zeichen für eine Traumatisierung.
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  #20 (permalink)  
Alt 14.04.2012, 19:16
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AW: Operativer Eingriff ohne Narkose durch Kinderarzt

Zitat:
Zitat von TomRohwer Beitrag anzeigen
Und Verhaltensauffälligkeiten beim Eintritt in die Pubertät sind völlig normal, die sind per se kein Zeichen für eine Traumatisierung.
Aus dem Thread ist eher zu lesen, dass die Störungen schon lange vor der Pubertät aufgetreten sind, ist aber nicht ganz klar und sollte vom TE noch mal konkretisiert werden.

Wenn die psychischen Probleme allerdings schon im frühen Kindesalter begonnen haben - und so lese ich den Thread - und es weiterhin Aussagen / Gutachten der behandelnden Therapeuten gibt, dass ein Zusammenhang zwischen den Krankheitsmerkmalen und der Operation ohne Narkose gesehen wird und wie bereits oben gesagt dieser Zusammenhang zum Zeitpunkt des Eingriffs in der Literatur bereits ausführlich beschrieben war, also bekannt sein musste, dann halte ich die Möglichkeit durchaus für gegeben, dass ein Gericht hier einen schweren Fehler sieht und die Beweislast, dass es keinen Zusammenhang zwischen Fehler und Folgen gibt durch diese Feststellung des Gerichts beim Arzt landen könnte.

Und dann hätte der Geschädigte tatsächlich eine Chance vor Gericht zu gewinnen, denn wenn das Gericht hier einen schweren Behandlungsfehler sieht, dann muss nicht mehr der Kläger die Kausalität beweisen, sondern der Beklagte, dass dies eben nicht so ist. So alle neueren Urteile hierzu.

Mit dem Anwalt sollte also besprochen werden ob

a) ein Gutachten, welches die Kausalität bestätigt vorhanden ist
b) die Folgen von Operationen bei Kindern ohne Narkose zum Zeitpunkt der Operation schon ausreichend in der Literatur beschrieben waren und der Arzt sie kennen musste (vielleicht nicht oder sehr viel später wenn niedergelassener Hausarzt auf dem Lande)
c) die Bereitschaft besteht sich hier auf ein langes Verfahren einzustellen
d) der Anwalt hier insgesamt Aussicht auf Erfolg sieht.

Hier einfach pauschal zu sagen, die Chancen diesen Prozess zu gewinnen wären 0,01 Prozent ohne die Umstände und die Literatur weiter zu kennen, halte ich für eine sehr gewagte Behauptung, wenn nicht gar einfach nur für einen Blick in eine Glaskugel.
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