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Haben Psychotherapeuten Schweigepflicht?

Dies ist eine Diskussion zu Haben Psychotherapeuten Schweigepflicht? innerhalb des Forums Arztrecht

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  #1 (permalink)  
Alt 14.11.2011, 19:27
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Haben Psychotherapeuten Schweigepflicht?

Guten Tag allerseits,

kann mir jemand Auskunft geben, ob ein Psychotherapeut ebenfalls wie ein Arzt Schweigepflicht hat? Kann dieser irgendwelche persönlichen Informationen herausgeben an die Versicherung oder an sonstige Personen? Oder schreibt dieser nur konkrete Diagnosen nieder und nicht etwa etwas wie: "Der Patient bildet sich ein er würde verfolgt" oder "der Patient kommt aus einer total kaputtenen Familie" oder "der Patient wurde von seiner Frau betrogen"? Kann man davon ausgehen, dass brisante persönliche Dinge die man einem Therapeuten ja anvertrauen muss, weil es sonst ja sowieso keinen Sinn macht, dann auch nicht nach außen dringen?
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  #2 (permalink)  
Alt 14.11.2011, 20:00
V.I.P.
 
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AW: Haben Psychotherapeuten Schweigepflicht?

Zitat:
Zitat von Robinho Beitrag anzeigen
kann mir jemand Auskunft geben, ob ein Psychotherapeut ebenfalls wie ein Arzt Schweigepflicht hat?
Na klar, siehe §203 Absatz 1 Ziffer 2 StGB.

Zitat:
Kann dieser irgendwelche persönlichen Informationen herausgeben an die Versicherung oder an sonstige Personen?
Nur, wenn der Patient zustimmt.

Im Rahmen der Entbindung von der Schweigepflicht kann der Patient genau bestimmen, was der Therapeut offenbaren darf. Beispiel:
- "Ich entbinde Herrn X gegenüber der Kasse Y in vollem Umfang von der Schweigepflicht" - X darf alles mitteilen
- "Ich entbinde....in Hinsicht auf die Diagnosen..." - X darf nur die Diagnosen mitteilen
- "Ich entbinde Herrn X in Hinsicht auf die Behandlung am ZZ.ZZ.ZZZZ" - X darf nur Daten dieses Tages mitteilen.

Zitat:
Oder schreibt dieser nur konkrete Diagnosen nieder und nicht etwa etwas wie: "Der Patient bildet sich ein er würde verfolgt" oder "der Patient kommt aus einer total kaputtenen Familie" oder "der Patient wurde von seiner Frau betrogen"?
Das hängt davon ab, was angefordert wird (beispielsweise ein Therapieantrag) und was der Patient erlaubt hat.
Zitat:
Kann man davon ausgehen, dass brisante persönliche Dinge die man einem Therapeuten ja anvertrauen muss, weil es sonst ja sowieso keinen Sinn macht, dann auch nicht nach außen dringen?
Wenn man von so etwas nicht ausgehen könnte, wäre Psychotherapie schlicht unmöglich.
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  #3 (permalink)  
Alt 14.11.2011, 20:35
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AW: Haben Psychotherapeuten Schweigepflicht?

Vielen Dank für die Auskunft,

soweit ich weiß muss der Therapeut ja einen Antrag ausfüllen, wenn man mehr als nur die Anfangssitzungen machen will. Kommen dann in diesen Antrag nur reine medizinische Diagnosen rein? Dem muss man ja auf jeden Fall zustimmen, oder? Man kann ja nicht sagen, dass man das auch nicht möchte, denn ansonsten würde die Kasse ja auch nicht zahlen, oder?

Kann man also generell davon ausgehen, dass man solange man dem Therapeut schriftlich nicht explizit erlaubt irgendwelche Details preiszugeben dieser das dann auch nicht tut?

Beinhaltet die Schweigepflicht auch Straftaten, also angenommen man erzählt dem Therapeut, dass ein Verwandter oder Freund eine Straftat begangen hat müsste er das auch für sich behalten oder könnte er in solch einem Fall dann doch auspacken?
Ich frag jetzt rein hypothetisch, weil ich wissen will ob in der Schweigepflicht wirklich alles beinhaltet ist.
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  #4 (permalink)  
Alt 14.11.2011, 21:34
V.I.P.
 
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AW: Haben Psychotherapeuten Schweigepflicht?

Zitat:
Zitat von Robinho Beitrag anzeigen
soweit ich weiß muss der Therapeut ja einen Antrag ausfüllen, wenn man mehr als nur die Anfangssitzungen machen will.
jepp.


Zitat:
Kommen dann in diesen Antrag nur reine medizinische Diagnosen rein?
nein, da kommt unter umständen auch teile der lebensgeschichte rein. ABER: diesen antrag bekommt nur eine gutachterin zu sehen und es kommt auch kein name auf den antrag, nur eine chiffre. der gutachter übermittelt dann die genehmigung (oder ablehnung) an die krankenkasse. dort wird das über die chiffre zugeordnet. so dass bei der krankenkasse lediglich eine diagnose bekannt ist und ob die therapie genehmigt wird.

persönliche details erfährt also niemand. die gutachterin weiß ja nicht, zu wem die dinge gehören, die sie dort liest.

Zitat:
Kann man also generell davon ausgehen, dass man solange man dem Therapeut schriftlich nicht explizit erlaubt irgendwelche Details preiszugeben dieser das dann auch nicht tut?
ja. alles andere wäre strafbar.

Zitat:
Beinhaltet die Schweigepflicht auch Straftaten...
sie beinhaltet alle straftaten, die in der vergangenheit liegen.

sollte die therapeutin von geplanten straftaten, die in der zukunft liegen erfahren, wird sie abwägen müssen, ob sie in so einem ausnahmefall berechtigt ist, die schweigepflicht zu brechen. das wird allerdings nur bei schweren verbrechen der fall sein. so dass man allgemein davon ausgehen kann, dass alles was man dort erzählt, auch dort bleibt.
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  #5 (permalink)  
Alt 15.11.2011, 07:48
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AW: Haben Psychotherapeuten Schweigepflicht?

Ergänzend zu zeiten: die Entbindung von der Schweigepflicht muss nicht unbedingt schriftlich erfolgen. Wenn im Gespräch klar ist, dass der Patient die Therapie fortsetzen will und mit einem Bericht an den Gutachter einverstanden ist, ist ein Formular eigentlich nicht erforderlich. Im Recht ist nur in wenigen Fällen Schriftform zwingend vorgeschrieben.

Allerdings erleichtern sich beide, Patient und Therapeut, die Sache, wenn sie die Schweigepflichtentbindung schriftlich festhalten. Damit es nicht später Diskussionen und Unstimmigkeiten gibt.

Übrigens hat der Psychologische Psychotherapeut - im Gegensatz zum "einfachen", nicht approbierten Psychologen - ein Zeugnisverweigerungsrecht in Strafprozessen.
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  #6 (permalink)  
Alt 15.11.2011, 21:37
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AW: Haben Psychotherapeuten Schweigepflicht?

Herzlichen Dank für die Auskünfte!

Eine Frage noch im Bezug auf den Bericht an einen Gutachter. Wird bei so einem Bericht also immer vorausgesetzt, dass der Therapeut von der Schweigepflicht entbunden ist? Muss also, damit der Therapeut so einen Bericht überhaupt anfertigen kann, immer eine Entbindung vorausgehen?
Kann das nicht eventuell problematisch werden? Was ist denn, wenn ich zwar einem Bericht zustimme, um zusätzliche Sitzungen bewilligt zu bekommen, aber zugleich auch nicht möchte, dass dort allzu viele persönliche Details auftauchen? Kann man in so einem Fall dem Therapeuten vorher mitteilen, was darin erwähnt werden soll oder fordern, dass man den Bericht vorher gezeigt bekommt, um dann eventuell Korrekturen vorzunehmen oder hat man darauf keinen Einfluss und muss sich damit zufrieden geben, was der Therapeut in den Bericht schreibt?

Geändert von Robinho (17.11.2011 um 01:55 Uhr).
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  #7 (permalink)  
Alt 15.11.2011, 21:48
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AW: Haben Psychotherapeuten Schweigepflicht?

Zitat:
Zitat von Robinho Beitrag anzeigen
Herzlichen Dank für die Auskünfte!

Eine Frage noch im Bezug auf den Bericht an einen Gutachter. Wird bei so einem Bericht also immer vorausgesetzt, dass der Therapeut von der Schweigepflicht entbunden ist? Muss also, damit der Therapeut so einen Bericht überhaupt anfertigen kann, immer eine Entbindung vorausgehen?
nein, muss man nicht, weil so ein bericht gar keine verletzung der schweigepflicht darstellt, weil er ja anonym und ciffriert zur gutachterin geht. und außer der gutachterin niemand erfährt, was da din steht. auch die krankenkasse nicht.

ähm... du musst deinen beitrag bitte erst nochmal den forenregeln anpassen. so geht da nix.

Geändert von zeiten (17.11.2011 um 11:12 Uhr).
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  #8 (permalink)  
Alt 16.11.2011, 20:11
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AW: Haben Psychotherapeuten Schweigepflicht?

Hallo,

was ist denn in Fällen wo es keinen unabhängigen Gutachter gibt, sondern der Psychologe die Diagnose direkt an die Kasse selbst schickt?
Dann ist ja nichts chiffriert oder?

Und kann ein Psychologe selbst nach eigenem Ermessen bestimmen wieviel er pro Sitzung bekommt oder muss es sich an festgelegte Preise halten wie ein Arzt, der ja auch nicht für eine Untersuchung verlangen kann was er will?
Was wäre wenn ein Psychologe dennoch selbst festlegt was er verlangt wäre das dennoch gestattet, weil ja niemand dazu gezwungen wird sich von ihm behandeln zu lassen?

Geändert von Robinho (17.11.2011 um 02:04 Uhr).
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  #9 (permalink)  
Alt 16.11.2011, 20:19
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AW: Haben Psychotherapeuten Schweigepflicht?

falls du noch antworten möchtest, solltest du deine beiträge nochmal "fiktivisieren". so dürfen wir nicht antworten.
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  #10 (permalink)  
Alt 17.11.2011, 02:05
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AW: Haben Psychotherapeuten Schweigepflicht?

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falls du noch antworten möchtest, solltest du deine beiträge nochmal "fiktivisieren". so dürfen wir nicht antworten.
Habs bearbeitet.
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