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Fahrlässigkeitsfaktor ANTIBIOTIKA

Dies ist eine Diskussion zu Fahrlässigkeitsfaktor ANTIBIOTIKA innerhalb des Forums Arztrecht

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Alt 26.01.2012, 17:19
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Question Fahrlässigkeitsfaktor ANTIBIOTIKA

Guten Tag,

... der unkritische Einsatz von Antibiotika kann zu resistenzen führen. Meines Erachtens wird diese Arznei sehr unkritisch verabreicht ohne das ein Arzt sich hierfür jemals verantworten muss. Ein Erreger der unempfänglich wird gegen Antibiotika ist
eine ernsthafte Gefahr.


b) Darüber hinaus wird immer wieder kolportiert, dass durch Kreuzinfektionen neue Krankheitserreger entstehen. Das wiederum könnte man auch der mangelhaften Krankenhaushygiene ankreiden.
> ich habe immer wieder gehört das sog. Breitband-Antibiotika
in großem Stile in Kliniken verwendet werden.
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  #2 (permalink)  
Alt 26.01.2012, 22:37
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AW: Fahrlässigkeitsfaktor ANTIBIOTIKA

In der Humanmedizin ist das Verordnen von Antibiotika nicht so oft, wie in der Tiermast.

Die Resistenzen die sich in der Humanmedizin bilden haben häufig auch damit zu tun, das die Medikamente oft bei Besserung der Beschwerden von den Patienten eigenmächtig abgesetzt werden.

Im übrigen sollten doch bitte die Forenregeln beachtet werden. Danke
__________________
Frauen sind Engel...bricht man uns die Flügel, steigen wir eben auf einen Besen und fliegen weiter...wir sind ja flexibel....
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  #3 (permalink)  
Alt 26.01.2012, 22:38
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AW: Fahrlässigkeitsfaktor ANTIBIOTIKA

Sollte da noch eine Frage kommen?
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Zitat:
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  #4 (permalink)  
Alt 27.01.2012, 19:45
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AW: Fahrlässigkeitsfaktor ANTIBIOTIKA

Zitat:
Zitat von helmes63 Beitrag anzeigen
... der unkritische Einsatz von Antibiotika kann zu resistenzen führen. Meines Erachtens wird diese Arznei sehr unkritisch verabreicht ohne das ein Arzt sich hierfür jemals verantworten muss. Ein Erreger der unempfänglich wird gegen Antibiotika ist
eine ernsthafte Gefahr.


b) Darüber hinaus wird immer wieder kolportiert, dass durch Kreuzinfektionen neue Krankheitserreger entstehen. Das wiederum könnte man auch der mangelhaften Krankenhaushygiene ankreiden.
> ich habe immer wieder gehört das sog. Breitband-Antibiotika
in großem Stile in Kliniken verwendet werden.
Was genau hat das mit Arzt- oder Medizinrecht zu tun?
__________________
Es ist keinerlei Grund für die Annahme erkennbar, die Autoren der Verfassung hätten mit ihren Worten nicht das gemeint, was sie damit gesagt haben, sondern vielmehr das genaue Gegenteil davon.
(Der US-Supreme Court in seiner Entscheidung zu den "Pentagon Papers"; New York Times Co. vs. United States, 403 U.S. 713, 1971)
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  #5 (permalink)  
Alt 27.01.2012, 21:39
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AW: Fahrlässigkeitsfaktor ANTIBIOTIKA

Vielleicht ist auch hier geplant, dass ein Sesselfurzer, der keine Ahnung von Medizin, aber viel von Politik und Bürokratie hat, den Ärzten ins Handwerk pfuschen soll?

Die SEPD und die andere Politkamarilla hat es geschafft, das Medizinwesen zu ruinieren, und dieser Prozess wird durch solche Schreckensmeldungen gegenüber der Bevölkerung verkauft. Stichwort: Schwarzen Peter auf die bösen Ärzte übertragen.
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Alt 30.01.2012, 16:33
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Question AW: Fahrlässigkeitsfaktor ANTIBIOTIKA

Der Arzt ist maßgeblich für die Anwendung bestimmter Medikamente und sollte daher auch entsprechende Risiken genau einschätzen können, die außerhalb der Präparatsbeschreibung anfallen können. In der Regel sind resistenzen auf dem Beipackzettel doch gar nicht enthalten. Daher trägt der Arzt eine hohe Mitverantwortung wenn das Malör dann tatsächlich eintritt ... zumindest moralisch ...
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  #7 (permalink)  
Alt 30.01.2012, 16:48
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AW: Fahrlässigkeitsfaktor ANTIBIOTIKA

Die Verordnung von Antibiotika ist gottlob noch ärztliche Aufgabe und kann nicht durch das Studium von Beipackzetteln ersetzt werden.

Natürlich sind Resistenzen nicht im Beipackzettel eingetragen, denn erstens müsste dann auch der Erreger eingetragen sein, zweitens hat nicht jeder Erregerstamm die gleiche Resistenz (das müsste im Antibiogramm individuell festgestellt werden).

Eine Resistenzentwicklung tritt übrigens viel häufiger durch falsche und inkonsequente Medikamenteneinnahme auf als durch "fahrlässige Verordnung". Diese Verantwortung liegt beim Patienten.

Vielleicht unterhalten wir uns lieber darüber, wie das Gesundheitswesen durch falsche Politik zerstört wurde, denn das ist für wesentlich größere Schäden verantwortlich als falsche Antibiotikaverordnung.

Der Einzelfall ist interessant, ein generalisierter Vorwurf, möglichst noch durch Statistiken gedeckt, ist zu pauschal.
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Geändert von Humungus (30.01.2012 um 17:12 Uhr).
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  #8 (permalink)  
Alt 30.01.2012, 19:06
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AW: Fahrlässigkeitsfaktor ANTIBIOTIKA

Ich hab´s heute erst wieder beim Kinderarzt erlebt, dass er sich sofort gerechtfertigt hat, warum ein Antibiotikum jetzt nix bringen würde. Daran merkt man, dass der Ruf nach Antibiotika meist vom Patienten ausgeht und oft gar nicht vom Arzt. Ich hatte nicht mal nach dem Zeug gefragt, ich nehme oder verabreiche das nur als letzte Möglichkeit, trotzdem rechtfertigt sich der Arzt praktisch jedes Mal, warum das noch keinen Sinn machen würde und zwar völlig ungefragt.
Vielleicht sollten die Patienten mal lernen das ein Antibiotikum kein Allheilmittel ist, gegen Viren ist es wirkungslost und viele Krankheiten werden eben durch Viren ausgelöst und nicht durch Bakterien. Mitdenken muss jeder, nicht immer die Verantwortung an andere abgeben!

Hugh, ich habe gespochen!
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Zitat:
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  #9 (permalink)  
Alt 30.01.2012, 20:56
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AW: Fahrlässigkeitsfaktor ANTIBIOTIKA

Hm, ich kann aus meiner Übersicht bestätigen, dass in einem von einem möglichen Fall (also fast mehr als 100%) unfallchirurgischer Behandlung auf Verdacht und ohne vorherige Absprache mit dem zu diesem Zeitpunkt bewusstlosen Patienten prophylaktisch Antibiotika verabreicht wurden.
Die behandelnden Ärzte wussten das aber im Nachhinein mit der wesentlich größeren Gefahr durch eine (schon erfolgte / noch mögliche) Infektion für den Patienten zu begründen und boten auch an, die Weiterverabreichung sofort abzubrechen. Der möglichen Unnötigkeit und Gefahr einer Resistenz waren sie sich bewusst, sie wiesen sogar selbst darauf hin. Diese schätzten sie aber wesentlich kleiner ein.

Zum Mangel an Hygiene in Krankenhäusern selbst kann ich wenig beitragen. Dem äußeren Anschein nach gehört aber das wirtschaftliche Managment auf den Prüfstand. Dort, wo z.B. Mahlzeiten immer komplett von externen Dienstleistern vorgefertigt und portioniert angeliefert werden, sehe ich sehr große Wahrscheinlichkeit, die Sparsamkeit zu weit zutreiben. Schließlich hat der Dienstleister auch immer unter enormem Kostendruck und Fachkräftemangel zu leiden.
__________________
Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst!
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  #10 (permalink)  
Alt 30.01.2012, 22:52
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AW: Fahrlässigkeitsfaktor ANTIBIOTIKA

Zitat:
Zitat von motzmecker Beitrag anzeigen
Hm, ich kann aus meiner Übersicht bestätigen, dass in einem von einem möglichen Fall (also fast mehr als 100%) unfallchirurgischer Behandlung auf Verdacht und ohne vorherige Absprache mit dem zu diesem Zeitpunkt bewusstlosen Patienten prophylaktisch Antibiotika verabreicht wurden.
Die behandelnden Ärzte wussten das aber im Nachhinein mit der wesentlich größeren Gefahr durch eine (schon erfolgte / noch mögliche) Infektion für den Patienten zu begründen und boten auch an, die Weiterverabreichung sofort abzubrechen. Der möglichen Unnötigkeit und Gefahr einer Resistenz waren sie sich bewusst, sie wiesen sogar selbst darauf hin. Diese schätzten sie aber wesentlich kleiner ein.
Besonders bei Unfällen ist das Gewebe häufig kontaminiert. Insbesondere, wenn zu befürchten ist, dass auch Knochen betroffen ist, ist eine prophylaktische Antibiotikagabe sinnvoll, um keine Osteomyelitis zuzulassen, die im Nachhinein schwierig zu beherrschen ist.

Natürlich gilt auch in der Medizin: Einzelfallbetrachtung!

Ich möchte gerne die Miene des Patienten sehen, der sich eine Lungen-/Knochen-/Bauchfell-/Hirnhautentzündung und Konsorten einfängt, wenn der Arzt sagt: "Tja, wir wollten eine Resistenzentwicklung vermeiden!"

Zitat:
Schließlich hat der Dienstleister auch immer unter enormem Kostendruck und Fachkräftemangel zu leiden.
Wie ein Unternehmer und Krankenhauskettenbetreiber sinngemäß sagte: ein Krankenhaus muss laufen wie eine Fabrik.

Wer möchte gerne Ware sein? Statistisch aufbereitet?
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