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Ärzte in Foren nennen/bewerten

Dies ist eine Diskussion zu Ärzte in Foren nennen/bewerten innerhalb des Forums Arztrecht

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Alt 13.12.2010, 21:32
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Ärzte in Foren nennen/bewerten

Hallo

Nehmen wir mal an die Vereinigung A betreibt ein Forum. Es handelt sich hierbei um ein Selbsthilfeforum zu einer seltenen chronischen Krankheit.

In diesem Forum tauschen sich die Betroffenen über ihre Krankheit aus.

Wenn nun ein Arzt oder eine Klinik von einem Mitglied dieses Forums negativ bewertet wird bzw. schlecht über den Arzt/die Klinik geschrieben würde, wäre dann der Verfasser oder die Vereinigung A unter Umständen im strafrechtlichen Bereich?

Darf ein Arzt/Klinik auch gegen positive Anmerkungen vorgehen oder ist ds generell erlaubt?

Falls diese Frage hier nicht hingehört sondern eher ins Internetrecht dann bitte verschieben.

Danke
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  #2 (permalink)  
Alt 13.12.2010, 22:15
V.I.P.
 
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AW: Ärzte in Foren nennen/bewerten

Zitat:
Zitat von Bagheera48 Beitrag anzeigen
Wenn nun ein Arzt oder eine Klinik von einem Mitglied dieses Forums negativ bewertet wird bzw. schlecht über den Arzt/die Klinik geschrieben würde, wäre dann der Verfasser oder die Vereinigung A unter Umständen im strafrechtlichen Bereich?
aber nur "unter umständen", falls die äußerungen beleidigend oder verleumdend wären. ansonsten gilt freie meinugnsäußerung. "herr dr. x schien mir nicht sonderlich kompetent und außderdem hatte er eine fahne!" - wäre nicht strafrechlich zu belangen, wenn die fahne den tatsachen entspricht. die äußerung, ich hielte ihn nicht für kompetent, darf ich in jedem fall machen = freie meinungsäußerung.

Zitat:
Darf ein Arzt/Klinik auch gegen positive Anmerkungen vorgehen oder ist ds generell erlaubt?
ebenfalls nur wenn sie verleumdend oder beleidigend sein könnte - wo mir bei positivem ehen nix einfällt.
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  #3 (permalink)  
Alt 13.12.2010, 22:26
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AW: Ärzte in Foren nennen/bewerten

Schwierige Sache. Bei Schmähschriften und Beschimpfungen ist die Sache ja klar. Bei "subtileren" negativen Äußerungen ist das schon etwas schwieriger. Denn auch eine Veröffentlichung im Internet kann einem niedergelassenen Arzt oder auch eine Klinik viel Geld kosten, indem die Patienten ausbleiben. Bei Lehrer und Professoren haben die Gerichte inzwischen entschieden: das muss hingenommen werden!

Bei der Bewertung von Ärzten/Kliniken kommt erschwerend noch hinzu, dass sich vieles, sehr vieles gar nicht beweisen lässt. Es ist aber immer besser, wenn man eine Aussage auch belegen kann. Da das beim normalen Ärztebesuch mehr oder weniger unmöglich ist, sollte man besser nur vage Aussagen machen, wie z.B. "Da gefällt es mir nicht" oder "Ich fühlte mich dort nicht gut aufgehoben".

Das Ärztebewertungsportal http://www.docya.de/ ist übrigens seit langer Zeit nicht mehr erreichbar. Totgeklagt? Keine Ahnung. Anderswo findet man noch die ein oder andere Ärztebewertung. Meines Erachtens muss es solche Plattformen auch geben, wenngleich man deren Wert auch nicht überschätzen sollte. Ich bin übrigens selbst seit langer Zeit auf der Suche nach guten Ärzten, was in meiner Stadt scheinbar ein echtes Problem ist, zumindest was Allgemeinmediziner angeht.

Naja, und das fast alle Ärzte mit Kassenzulassung Privatpatienten bevorzugen ist ja ein offenes Geheimnis. Denen sollte man einfach die Kassenzulassung entziehen, dann können die den ganzen lieben langen Tag lang Privatpatienten behandeln. Aber kann man es beweisen? Meist wohl nicht. Wie viele andere Dinge.
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  #4 (permalink)  
Alt 13.12.2010, 22:47
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AW: Ärzte in Foren nennen/bewerten

Zitat:
Zitat von 2much Beitrag anzeigen
Bei Lehrer und Professoren haben die Gerichte inzwischen entschieden: das muss hingenommen werden!
Bei Ärzten wird es nichts anderes sein.

Zitat:
Das Ärztebewertungsportal http://www.docya.de/ ist übrigens seit langer Zeit nicht mehr erreichbar. Totgeklagt? Keine Ahnung.
99 Prozent aller solcher "Bewertungsportale" sind mit der heißen Nadel zusammengestrickt. In erster Linie geht es nicht um Bewertungen, sondern um Kohle aus der Werbung. Die kommt durch die Hits, aber vor allem durch die Ärzte. Die sollen nämlich anstatt einem Standardeintrag, der aus dem Arztregister abgepinnt wird, einen teuren "Sondereintrag" kaufen. Und ich kann mir auch vorstellen, dass die Bewertung in solchen Fällen äääh besser überprüft wird.

Nur ist das Problem, dass es hunderte von Bewertungsportalen gibt, die alle die Ärzte anhauen. Und weil eine derartige Übersättigung besteht, gehen alle gleich zugrunde. Und nennenswerte Anzahlen an Bewertungen gibt es kaum.

Zitat:
Meines Erachtens muss es solche Plattformen auch geben, wenngleich man deren Wert auch nicht überschätzen sollte.
Die sind zu leicht zu manipulieren. Ich kenne Ärzte, die ihren Kollegen anbieten, eine gute Bewertung zu schreiben, und ich kenne Fälle, in denen Ärzte rufschädigende Äußerungen haben löschen lassen, woraufhin schlicht neue Falschbewertungen aus dem Boden stiegen.
Zitat:
Naja, und das fast alle Ärzte mit Kassenzulassung Privatpatienten bevorzugen ist ja ein offenes Geheimnis. Denen sollte man einfach die Kassenzulassung entziehen, dann können die den ganzen lieben langen Tag lang Privatpatienten behandeln. Aber kann man es beweisen? Meist wohl nicht. Wie viele andere Dinge.
Ach, Du braucht keinen Beweis. Ich sage Dir und jedem offen: ich bevorzuge Privatpatienten. Für einen Kassenpatienten kriege ich nämlich 18 Euro pro Quartal, gleich, wie oft er kommt und was er hat. Und behandle ich zuviele Patienten, kriege ich den "Überstand" gar nicht bezahlt.

Bei einem Privatpatienten verdiene ich für die gleiche Untersuchung über 50 Euro, und kommt er nochmal, verdiene ich wieder. Und arbeite ich rund um die Uhr, verdiene ich auch so. So, wie es bei jedem Selbstständigen normal und selbstverständlich ist.

Im Übrigen: ein Kassenpatient kriegt WANZ, §12 SGB V: nur das, was unbedingt notwendig ist, das Billigste, was geht, und so wenig wie möglich. Ein Privatpatient kriegt das beste, was da ist, und gerne. Bevor Du Dich über Ärzte mokierst, mach erstmal die fertig, die so eine irrsinnige, sozialistische Gesetzgebung entworfen haben und erwarten, dass die Ärzte für lau mehr machen.

So, und nun lass mir doch die Zulassung entziehen.
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  #5 (permalink)  
Alt 13.12.2010, 23:15
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AW: Ärzte in Foren nennen/bewerten

Zitat:
Zitat von Humungus Beitrag anzeigen
Bei Ärzten wird es nichts anderes sein.
Irre ich mich jetzt oder hast nicht gerade du mal etwas anderes behauptet? Im Hinblick auf die wirtschaftliche Existenz des Arztes oder der Klinik.

Zitat:
99 Prozent aller solcher "Bewertungsportale" sind mit der heißen Nadel zusammengestrickt. In erster Linie geht es nicht um Bewertungen, sondern um Kohle aus der Werbung. Die kommt durch die Hits, aber vor allem durch die Ärzte. Die sollen nämlich anstatt einem Standardeintrag, der aus dem Arztregister abgepinnt wird, einen teuren "Sondereintrag" kaufen. Und ich kann mir auch vorstellen, dass die Bewertung in solchen Fällen äääh besser überprüft wird.
Von Docya wird gesagt, dass der Urheber selbst Probleme hatte einen guten Arzt zu finden. Aber es gibt viele Portale und auf einige wird das sicher zutreffen, was du sagst.

Zitat:
Und weil eine derartige Übersättigung besteht, gehen alle gleich zugrunde. Und nennenswerte Anzahlen an Bewertungen gibt es kaum.
Ja, es gibt sehr wenige Bewertungen. Und die meisten sind nicht zu gebrauchen, weil der Patient ja schließlich auch nicht die Ahnung hat um die Qualifikation eines Arztes zu prüfen. Trotzdem glaube ich nicht, dass alle zu Grunde gehen, weil es zu viele gibt. Vor Ebay gab es z.B. auch schon anderere Auktionshäuser, aber Ebay hat sich durchgesetzt. Klar, das hat was mit Geld und Marketing zu tun.

Zitat:
Die sind zu leicht zu manipulieren. Ich kenne Ärzte, die ihren Kollegen anbieten, eine gute Bewertung zu schreiben, und ich kenne Fälle, in denen Ärzte rufschädigende Äußerungen haben löschen lassen, woraufhin schlicht neue Falschbewertungen aus dem Boden stiegen.
Das ist nichts anderes wie bei den Hotel-Bewertungsportalen, da geschieht das gleiche. Wenn man aber nicht nur auf den Durchschnittswert schielt, kann man zwischen den Zeilen aber einiges herauslesen. Ich nutze solche Bewertungsportale z.B. häufig, bevor ich in ein Restaurant gehe. Und wenn da einer nur einen Beitrag geschrieben hat und der ist die reinste Lobhudelei... dann weißte Bescheid. Ist natürlich nicht immer so einfach. Aber es gibt Möglichkeiten (technischer Natur).

Zitat:
Ach, Du braucht keinen Beweis. Ich sage Dir und jedem offen: ich bevorzuge Privatpatienten. Für einen Kassenpatienten kriege ich nämlich 18 Euro pro Quartal, gleich, wie oft er kommt und was er hat. Und behandle ich zuviele Patienten, kriege ich den "Überstand" gar nicht bezahlt.

Bei einem Privatpatienten verdiene ich für die gleiche Untersuchung über 50 Euro, und kommt er nochmal, verdiene ich wieder. Und arbeite ich rund um die Uhr, verdiene ich auch so. So, wie es bei jedem Selbstständigen normal und selbstverständlich ist.

Im Übrigen: ein Kassenpatient kriegt WANZ, §12 SGB V: nur das, was unbedingt notwendig ist, das Billigste, was geht, und so wenig wie möglich. Ein Privatpatient kriegt das beste, was da ist, und gerne. Bevor Du Dich über Ärzte mokierst, mach erstmal die fertig, die so eine irrsinnige, sozialistische Gesetzgebung entworfen haben und erwarten, dass die Ärzte für lau mehr machen.

So, und nun lass mir doch die Zulassung entziehen.
Was soll ich dazu sagen? Finde ich nicht in Ordnung. Wofür hast du denn die Kassenzulassung, wenn das doch alles nur schlecht bezahlte Arbeit ist? Aber klar, weil es nicht den ganzen Tag Privatpatienten regnet. Meines Erachtens kann es nicht sein, dass ich, der letztlich ebenso viel zahlt oder sogar mehr als ein Privatpatient, wesentlich später einen Termin kriege und dann auch noch wesentlich länger warten muss, obwohl ich genauso krank bin. Du darfst auch nicht vergessen: die Kassenpatienten sind auch nicht freiwillig Menschen zweiter Klasse!

Unsere Politikerpfeifen kriegen schon auch ihr Fett weg von mir, keine Sorge. Kann mich nicht erinnern, die je geschont zu haben.
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  #6 (permalink)  
Alt 14.12.2010, 00:26
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AW: Ärzte in Foren nennen/bewerten

Was jedes anderes Medium (nicht) darf, sollte ebenso im Internet (nicht) erlaubt sein. Und selbst das öffentlich-rechtliche Fernsehen erlaubt sich gelegentlich negative Äußerungen über Ärzte.
Die Selbsthilfe-Foren bringen doch eher erstmal Hilfe, dadurch dass sich die Betroffenen nicht so unverstanden, hilflos und allein fühlen. Und so, wie unser hervorragend aufgestelltes Sozialsystem funktioniert, ist es ja auch nötig, mal Informationen auszutauschen, wo man überhaupt Hilfe (z.B. einen Facharzt) findet. Dummerweise bekommen ja vor allem die als allgemein gut angesehenen Ärzte so die Praxis eingerannt, dass sie wahnsinnig sein müssten, selbst noch im Netz zu werben.
Ja, und wenn Dein Arzt dann zu dem Schluss kommt, das ist jetzt nichts mehr, was man so mal ambulant behandeln kann, steht der gute genauso doof wie der schlechte da. Sich mit den Leistungsträgern anzulegen, hat irgendwie das Gefühl von Don Quichotte gegen die Windmühle.

Die sonstigen Bewertungen, auf die man beim Doktor ergoogeln trifft, sind ja sowas von ... nee, da kann man doch gar nichts drauf geben! Ich seh da nicht hin, mir reicht es, wenn es Adresse, Telefon und netterweise noch Sprechzeiten gibt.

2much: Ich kenn da einen, der hat einen ganz einfachen Trick angewendet: Er sah ganz einfach sowas von beinahe tot aus, dass sich kein Arzt getraut hat, ihn wegzuschicken, weil er gleich vor der Haustür endgültig liegen bleiben könnte, was ja nun wirklich geschäftsschädigend sein könnte. Mit den behandelnden Ärzten ist er seitdem zufrieden, mit der Aufenthaltsdauer im Wartezimmer meist nicht so sehr, er fühlt sich aber als Kassenpatient auch gar nicht so schlecht behandelt. Vielleicht hat er ja auch Krankheiten, die privat auch nicht besser (nur etwas eleganter) behandelt werden können.
Einen Haken hat die Sache aber: Die von ihm angewandte Methode, zu dem "beinahe tot aussehen" zu kommen, ist nicht unbedingt nachahmenswert.
Humungus: Was ist WANZ? Kann man das essen?
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Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst!

Geändert von motzmecker (14.12.2010 um 00:34 Uhr). Grund: Hälfte vergessen
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  #7 (permalink)  
Alt 14.12.2010, 00:37
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AW: Ärzte in Foren nennen/bewerten

Zitat:
Zitat von motzmecker Beitrag anzeigen
Was ist WANZ? Kann man das essen?
wirtschaftlich
ausreichend
notwendig
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  #8 (permalink)  
Alt 14.12.2010, 00:54
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AW: Ärzte in Foren nennen/bewerten

Zitat:
Zitat von motzmecker Beitrag anzeigen
Die Selbsthilfe-Foren bringen doch eher erstmal Hilfe, dadurch dass sich die Betroffenen nicht so unverstanden, hilflos und allein fühlen.
Wie leider oft bei Ärzten. Es gibt auch gute und sehr gute Ärzte, sowohl menschlich als auch fachlich. Beides ist aber ein mittleres Staatsgeheimnis. Ob Ärzte oder Zahnärzte, selbst Kassen und kassenärztliche Vereinigungen sind nicht in der Lage Auskunft zu geben. Die können einem vielleicht sagen, dass ein Zahnarzt auch Angstpatienten behandelt. Aber ob er dazu auch wirklich befähigt ist, ist eine andere Frage. Es fehlt einfach an Transparenz. Zum Beispiel auch was die Wartezeiten angeht. Manchmal liegt es (vielleicht) nicht an den vorgezogenen Privatpatienten, sondern auch am schlechten Praxismanagement (was m.E. in geschätzten 80% der Fälle zu verbessern ist).
Zitat:
Die sonstigen Bewertungen, auf die man beim Doktor ergoogeln trifft, sind ja sowas von ... nee, da kann man doch gar nichts drauf geben! Ich seh da nicht hin, mir reicht es, wenn es Adresse, Telefon und netterweise noch Sprechzeiten gibt.
Ich lese die Bewertungen schon noch, aber auf Dreizeiler gebe ich längst nichts mehr - egal ob ein Arzt oder ein Restaurant bewertet wird.

Zitat:
Einen Haken hat die Sache aber: Die von ihm angewandte Methode, zu dem "beinahe tot aussehen" zu kommen, ist nicht unbedingt nachahmenswert.
Muss nicht sein Aber das scheint in der Tat ein Problem zu sein: die Jammerlappen und Waschweiber kommen nach meinem subjektiven Empfinden immer besser weg. Wer vor der Terminvergabe die Frage "Haben Sie Schmerzen?" verneint, der ist selbst schuld und darf schon mal länger auf einen Termin warten.

Langsam kriege ich Lust ein Ärztebewertungsportal aufzumachen.
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  #9 (permalink)  
Alt 14.12.2010, 07:53
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Zitat:
Zitat von 2much Beitrag anzeigen
Irre ich mich jetzt oder hast nicht gerade du mal etwas anderes behauptet? Im Hinblick auf die wirtschaftliche Existenz des Arztes oder der Klinik.
Dass schlechte Kritiken die Existenz eines Arztes gefährden können, ist klar. Dass Ärzte dagegen vorgehen werden, auch. Nur: es herrscht Meinungsfreiheit. Man kann es vergleichen wie mit ebay: da werden schlechte Kritiken auch mit einem Anwaltsschreiben beantwortet. Und nur wenige werden dann die Kritik nicht zurückziehen. Bei Bewertungsportalen muss man allerdings vorher den Rezensenten herauskriegen.

Zitat:
Von Docya wird gesagt, dass der Urheber selbst Probleme hatte einen guten Arzt zu finden.
Mir kommen die Tränen. Wahrscheinlich hätte er Probleme gehabt, einen guten Koch zu finden, wenn er ein Restaurantportal herausgegeben hätte. Das sind derartige Plattitüden, dass sie zu RTL passen.

Zitat:
Trotzdem glaube ich nicht, dass alle zu Grunde gehen, weil es zu viele gibt. Vor Ebay gab es z.B. auch schon anderere Auktionshäuser, aber Ebay hat sich durchgesetzt. Klar, das hat was mit Geld und Marketing zu tun.
Eben. Und wenn die politisch gesteuerten Portale der Krankenkassen herauskommen, kann man die anderen sämtlich vergessen.

Zitat:
Wofür hast du denn die Kassenzulassung, wenn das doch alles nur schlecht bezahlte Arbeit ist? Aber klar, weil es nicht den ganzen Tag Privatpatienten regnet.
Genau. Reine Privattätigkeit kann man nur in wenigen Gegenden Deutschlands machen - natürlich mit keiner oder nur wenigen Helferinnen (aber Arbeitsplätze sind der Politik eh egal). Darum ist das Argument, widerspenstige Ärzte sollten doch die Zulassung abgeben, absolut hirnlos. 90 Prozent aller deutschen Landstriche wären dann nämlich nicht versorgt, bzw. die Leute würden die Krankenkassen abbrennen.

Zitat:
Meines Erachtens kann es nicht sein, dass ich, der letztlich ebenso viel zahlt oder sogar mehr als ein Privatpatient, wesentlich später einen Termin kriege und dann auch noch wesentlich länger warten muss, obwohl ich genauso krank bin.
Erstens zahlst Du weniger als Kassenpatient, denn der Private zahlt in der Jugend wenig, im Alter aber wesentlich mehr. Ein Kassenrentner zahlt vielleicht 300 Euro, ein Privatrentner teilweise 1000. Und zweitens musst Du die Krankenkassen fragen, was sie mit dem Geld machen. Man sollte als erstes alle Krankenkassen bis auf eine streichen, dann würde viel Verwaltungsgeld frei werden. Und dann muss Schluss mit Kochkursen, Wellness in Sri Lanka und Fernsehwerbung sein.

Zitat:
Du darfst auch nicht vergessen: die Kassenpatienten sind auch nicht freiwillig Menschen zweiter Klasse!
Weiß ich, weiß ich. Darum finde ich die ganze Sache widerwärtig. Ich war lange genug Kassenpatient und hab zweitklassige Behandlung am eigenen Leib erlebt. Der Zorn der Bevölkerung sollte sich gegen diejenigen richten, die ihn verursacht haben. Aber unsere Politiker sind geschickt darin, niedere Triebe zu befriedigen und beispielsweise mit Neid auf die Ärzte zu arbeiten.
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  #10 (permalink)  
Alt 14.12.2010, 10:50
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Zitat:
Zitat von Humungus Beitrag anzeigen
Mir kommen die Tränen. Wahrscheinlich hätte er Probleme gehabt, einen guten Koch zu finden, wenn er ein Restaurantportal herausgegeben hätte. Das sind derartige Plattitüden, dass sie zu RTL passen.
Was wäre denn besser? Wenn er selbst Arzt wäre? Wenn er aus rein wirtschaftlichen Gründen ein Portal eröffnet?

Zitat:
Darum ist das Argument, widerspenstige Ärzte sollten doch die Zulassung abgeben, absolut hirnlos. 90 Prozent aller deutschen Landstriche wären dann nämlich nicht versorgt, bzw. die Leute würden die Krankenkassen abbrennen.
Das bedeutet 90% aller Ärzte sind widerspenstig in besagten Landstrichen?

Zitat:
Und zweitens musst Du die Krankenkassen fragen, was sie mit dem Geld machen.
Du, das weiß ich zum Teil und das reicht mir. Bei den Kassen gibt es z.B. diese "vollklimatisierten" Raucherhäuschen, wie sie ansonsten wohl nur der Bundestag hat. Die Bekannten, die bei Krankenkassen arbeiten, verdienen sich sämtlichst dumm und dämlich.

Zitat:
Man sollte als erstes alle Krankenkassen bis auf eine streichen, dann würde viel Verwaltungsgeld frei werden.
Vielleicht nicht alle bis auf eine, aber die hohe Zahl an Krankenkassen ist reine Geldverschwendung, da gebe ich dir absolut recht.

Zitat:
Der Zorn der Bevölkerung sollte sich gegen diejenigen richten, die ihn verursacht haben.
Sicher, aber so funktioniert es nicht - tut es nie, auch nicht in anderen Fällen. Mal abgesehen davon: was soll der Bürger denn tun? Mit Mistgabeln den Bundestag stürmen? Nein, die Bürger werden sich im Internet, am Stammtisch und in persönlichen Gesprächen Luft machen. Politiker kriegen das auch mit, ganz sicher, z.B. über abgeordnetenwatch.de

Aber trotzdem finde ich dies als Begründung für die Ungleichbehandlung nicht okay. Ebenso wenig wie wenn einer seine Schwarzarbeit damit begründet, dass er (warum auch immer) weniger Lohn kriegt. Oder ist es moralisch okay, wenn z.B. ein ZAF-Arbeiter schwarz arbeitet? Verständlich wäre es schon, aber wer erwischt wird muss mit Konsequenzen rechnen - zumindest der Zeitarbeiter.

Letztlich könnte auch die Ärzteschaft bzw deren Standesvereinigungen etwas tun. Sprich aktiv werden für sich und die Patientenschaft. Und wenn die kassenärztliche Vereinigung selbst ein Portal errichtet und so den Dialog fördert.

Generell bin ich der Meinung, dass jeder (ob Arzt, Restaurant oder Ebay-Verkäufer) mit den Bewertungen klar kommen muss, solange es nicht üble Schmähschriften sind. Es können ja durchaus auch positive Bewertungen sein! Wenn da jede hundertste Bewertung negativ ist, interessiert das doch keinen. Wenn natürlich nur jede hundertste positiv ist, sieht es anders aus. Dann sollte man sich aber mal fragen, woher das kommt.
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