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2 Arzt - Patient - Kontakte pro Quartal?

Dies ist eine Diskussion zu 2 Arzt - Patient - Kontakte pro Quartal? innerhalb des Forums Arztrecht

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  #1 (permalink)  
Alt 22.10.2009, 20:06
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Exclamation 2 Arzt - Patient - Kontakte pro Quartal?

Gehen wir mal davon aus, ein ( Kassen )Patient hat einen Termin bei einem Orthopäden.
Am Empfang weist ein Hinweisschild den Patienten darauf hin:

aus Kostengründen werden in dieser Praxis nur 2 Arzt - Patient - Kontakte pro Quartal genehmigt.
Sollten Sie einen weiteren Kontakt benötigen, muß dieses bei der zweiten Untersuchung mit dem Arzt besprochen und von diesem genehmigt werden.


Ist diese Einschränkung des Patienten überhaupt rechtens?
Ohne anständige Vor - und Nachsorgeuntersuchungen eines Patienten ist die Behandlung und Genesung nicht gewährleistet.
Ebenso haben chronisch Kranke Patienten dadurch nachteile.
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GTR 1000
" Eine Vision ohne Handlung ist ein Traum;
eine Handlung ohne Vision ist ein Alptraum. "
( japanisches Sprichwort )
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  #2 (permalink)  
Alt 22.10.2009, 21:24
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AW: 2 Arzt - Patient - Kontakte pro Quartal?

Darüber könnte man lange diskutieren.

Schlagworte hier sind "übermäßige Ausweitung ärztlicher Tätigkeit" und "Regelleistungsvolumen".

Für jeden Patient erhält ein Arzt nur ein bestimmtes Budget. Überschreitet er es, kriegt er nichts mehr. Durch dieses Konstrukt soll verhindert werden, dass übermäßig viel behandelt wird. Die Ärzte haben angefangen, diese Budgetierung konsequent zu sehen und auch durchzusetzen. Folge: eine Budgetüberschreitung wird mit Behandlungsverweigerung beantwortet.

Im eigentlichen Sinn ist das dann legal, wenn die Behandlung nicht wirklich notwendig ist. Ein Notfall muss auf jeden Fall behandelt werden, die Entscheidung in anderen Fällen muss im Einzelfall getroffen werden.
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  #3 (permalink)  
Alt 23.10.2009, 08:08
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AW: 2 Arzt - Patient - Kontakte pro Quartal?

Zitat:
Zitat von gilda
Als Kassenarzt hat er sich verpflichtet, an der medizinischen Versorgung von Kassenpatienten teilzunehmen. Diese kann er nur unter bestimmten Voraussetzungen verweigern.
Beispielsweise wegen §12 SGB V. Oder wegen einer übermäßigen Ausweitung seiner Tätigkeit. Oder weil seine Sprechstunde voll ist.
Zitat:
Zitat von gilda
Hat der Arzt die Behandlung eines Patienten angenommen, also mit ihm einen "Behandlungsvertrag" geschlossen, schuldet er ihm eine sorgfältige, nach den neuesten Erkenntnissen der Medizin ausgerichtete Behandlung und kann diese nicht ohne weiteres abbrechen.
Er schuldet dem Patienten eine Behandlung, die wirtschaftlich, ausreichend und zweckmäßig ist und das Maß des Notwendigen nicht überschreitet. Eine Behandlung nach den "neuesten Erkenntnissen" schuldet er nur dann, wenn diese Erkenntnisse sich als früheren Erkenntnissen überlegen erwiesen haben und wenn diese Erkenntnisse bereits in den Leistungskatalog des EBM integriert wurden. Das kann auch schon mal 10 Jahre dauern.
Zitat:
Zitat von gilda
Im Zweifelsfall sollte man derartige Fälle der Krankenkasse melden.
Und was soll die machen? Mit der Kranken Kasse besteht von Seiten des Arztes kein Vertrag.

Korrekter Ansprechpartner für solche Beschwerden ist die KV. An den wendet sich auch die Kranke Kasse.
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  #4 (permalink)  
Alt 23.10.2009, 08:45
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AW: 2 Arzt - Patient - Kontakte pro Quartal?

Zitat:
Zitat von gilda
Wirtschaftlich, ausreichend und zweckmäßig bedeutet nicht, dass der Arzt dies verweigern kann, weil er angeblich zu wenig daran verdient.
Er verweigert es auch nicht deshalb, sondern weil die übermäßige Ausweitung ärztlicher Tätigkeit nach Gesetz sanktioniert wird: §85 Absatz 4 Satz 6 SGB V.

Was wollen Sie denn? Der Arzt soll umsonst arbeiten, obwohl festgestellt wurde, dass er zu viel arbeitet?

Bedanken Sie sich bei Ullalla Schmidt und ihren sozialistischen Spießgesellen für diese Misere. Ziel war die Vernichtung der Fachärzte (siehe oben, hier dreht es sich um einen Orthopäden). Zu schade, dass die Ärzte sich dagegen wehren können. Sie müssen sich nur (anders als früher) an das Gesetz halten und Dienst nach Vorschrift machen!
Zitat:
Zitat von gilda
Richtig, nur die KV interessiert dies erfahrungsgemäß noch weniger als die Krankenkasse
Ja, dann sollte man sich doch gleich bei seiner Mutter beschweren. Die interessiert das nämlich noch mehr als die Kranke Kasse.
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  #5 (permalink)  
Alt 23.10.2009, 09:37
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AW: 2 Arzt - Patient - Kontakte pro Quartal?

Zitat:
Zitat von gilda
Ein Vertragsarzt ist verpflichtet, gemäß des festgelegten Leistungsrahmens tätig zu werden und erwirbt im Gegenzug einen Honoraranspruch gegen die jeweilige Kassenärztliche Vereinigung.
Schön. Die Betonung auf "gemäß des festgelegten Leistungsrahmens". Und natürlich gemäß dem Gesetz, insbesondere dem §12 SGB V.

Zitat:
Zitat von gilda
Ursache für die Verweigerung von mehr als 2 Arzt-Patienten-Kontakten ist nicht § 85 SGB V, sondern die schlichte Tatsache, dass der Orthopäde eine Fallpauschale erhält und Tätigkeiten, die das Regelleistungsvolumen überschreiten zwar nicht kostenlos erfolgen, aber erheblich geringer vergütet werden.
Sie sind doch offensichtlich ein Fachmann. Wieso sagen Sie nicht, wie hoch die Vergütung ist?

Zitat:
Zitat von gilda
Als die Gesundheitsreform beschlossen wurde, hatten wir eine große Koalition - schon vergessen?
Mit einer Gesundheitsministerin mit kommunistischer Vergangenheit, die sich in der Vergangenheit weigerte, den Eid auf die Verfassungstreue zu schwören. Auch schon vergessen?

"Die Ideologie der Freiberuflichkeit muss beendet werden"

Auch vergessen?
Zitat:
Zitat von gilda
Deshalb verdienten durch die Honorarreform die Praxisärzte im ersten Quartal 2009 im Schnitt auch 7,8 % mehr als zuvor?
Ihre Betonung lässt zu wünschen übrig. Betonen wir mal "im Schnitt" und vergessen wir nicht, dass es Großpraxen und MVZs gibt, die der Traum unserer kommunistischen Gesundheitsministerin waren.
Zitat:
Zitat von gilda
Die Verteilung der Arzthonorare ist alleinige Angelegenheit der Kassenärztlichen Vereinigung.
Die KV ist eine KdöR und der Prüfung durch das Gesundheitsministerium unterworfen. KV-Vorsitzender Köhler hat selbst erwähnt, dass eine regelmäßige Konsultation durch das BMG erfolgt. Die KV ist nichts anderes als eine Marionette, und das wissen alle. Handelt die KV gegen die Interessen des BMG, wird sie ausgeloscht.

Spielen wir das Spiel doch nicht wieder so wie in dem anderen Forum...aber Vorsicht! Hier sind die rechtlichen Überlegungen im Vordergrund.

Was halten Sie eigentlich von der Aussage von Elke Ferner (MdB SEPD), die feststellte, dass für eine leistungsgerechte Bezahlung der Ärzte "locker 4-5 Milliarden" mehr aufgebracht werden müssten?
(http://www.elke-ferner.de/fileadmin/...nanzierung.pdf)
Zitat:
Zitat von gilda
Noch besser derartige Ärzte meiden. Was hat ein Patient wohl von einem Arzt zu erwarten, der allein auf seine Honoraransprüche fixiert ist.
Richtig. Lieber zum Heilpraktiker gehen. Der behandelt privat, unbudgetiert und jenseits wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die Genossen gehen als Privatversicherte natürlich weitehin zum Besten, den sie finden können. Und fahren auf Kosten des Steuerzahlers in den Urlaub nach Spanien.
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  #6 (permalink)  
Alt 23.10.2009, 11:35
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AW: 2 Arzt - Patient - Kontakte pro Quartal?

Zitat:
Zitat von gilda
Im SGV V ist nicht festgelegt, dass nicht mehr als 2 Arzt-Patienten-Kontakte im Quartal stattfinden dürfen
Nein, sondern dass eventuell schon der erste nicht Kassenleistung ist, wenn er nicht notwendig ist. Vom zweiten und dritten und den anderen ganz zu schweigen.
Zitat:
Zitat von gilda
Dann wären wir vermutlich genau wieder an dem Punkt:
Nur, dass es sich hier um ein Rechtsforum handelt. Hatte ich Ihnen nicht schon einmal gesagt, dass Sie sich da auf einem glatten Parkett bewegen?
Zitat:
Zitat von gilda
Deshalb verkneif ich mir dazu meinen Kommentar.
Ich aber nicht. Zurzeit liegt der Punktwert für Leistungen über dem Budget bei 0,7 cent. Tendenz: weiter sinkend (wenn das überhaupt noch geht).

Der Orthopäde kriegt nichts, wenn er einen Patienten mehr als einmal im Quartal sieht. Und sieht er einen Patienten ab dem 60. Lebensjahr, und sein Budget ist überschritten, kriegt er...

...na, warum wollten Sie das wohl nicht sagen?

...etwa 4 Euro für den Erstbesuch.
Zitat:
Zitat von gilda
Auch wenn man mitunter lange suchen muss, es gibt sie noch - die engagierten Kassenärzte
Noch. Das sind die Idealisten, die entweder reich geerbt haben oder von BWL nix verstehen. Oder die, die sich über ein großes Privatklientel finanzieren und die Kassenpatienten pro bono mitnehmen.

Im Übrigen haben Sie Ihre alte Angewohnheit, Fragen lieber auszuweichen, wenn sie unangenehm sind, nicht geändert. Es fällt weiterhin auf. Wie war das noch mit Ferner und der leistungsgerechten Bezahlung von Ärzten? Aber Verfassungstreue kann man so manchem Genossen nicht unbedingt nachsagen. Auch übrigens, wenn es um den Versuch geht, Meinungsfreiheit einzuschränken.
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  #7 (permalink)  
Alt 23.10.2009, 13:51
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AW: 2 Arzt - Patient - Kontakte pro Quartal?

Zitat:
Zitat von gilda
Schließt aber nicht aus, dass auch mal zwei oder drei oder vier notwendig sind.
Stimmt. Notwendige Untersuchungen und Behandlungen müssen durchgeführt werden.
Zitat:
Zitat von gilda
Werde ich jetzt verklagt?
Nein. Aber nicht wundern, wenn Sie ausrutschen.
Zitat:
Zitat von gilda
Er bekommt die Pauschale pro Patient für alle Besuche, die innerhalb dieses Quartals notwendig sind, egal ob es einer, zwei, drei oder mehr sind. Dazu kann er Zusatzpauschalen abrechnen. Lediglich wenn er sein Gesamtbudget (das aller Patienten) überschritten hat, bekommt er weniger. Sie erwecken hier einen falschen Eindruck.
Zusatzpauschalen in der Orthopädie? Extrabudgetär? Bei Standarduntersuchungen? Lassen Sie mal hören...

Und das Gesamtbudget ist mittlerweile so berechnet, dass es bei vielen Ärzten bereits zur Hälfte des Quartals erreicht ist.

Bei so mancher Fachgruppe ist das Budget pro Patient niedriger als die Grundpauschale. Wir sind hier automatisch in einem Bereich, in dem der Arzt streng genommen unwirtschaftlich arbeitet, sobald er einen Patienten behandelt!

Welcher Eindruck ist hier also falsch?
Zitat:
Zitat von gilda
Vielleicht aber auch einfach nur Ärzte, die sich nicht bei der Berufswahl vergriffen haben
Stimmt. Nach der Pleite gibts immer eine zweite Chance.
Zitat:
Zitat von gilda
Ich teile nicht die Meinung von Ferner. Ich bin durchaus dafür, dass Ärzte leistungsgerecht bezahlt werden.
Schön. Machen Sie etwas dafür. Das jetzige System ist auch rechtlich eine Katastrophe, und die immer wieder neu hinzugefügten Paragraphen ergeben einen Flickenteppich, der nicht nur undurchschaubar ist, sondern auch eine Garantie für Regresse und unzufriedene Patienten.
Zitat:
Zitat von gilda
Bei der Leistung, die so mancher Arzt derzeit erbringt, wären dann allerdings einige ein Fall fürs Sozialamt
Who pays peanuts gets monkeys. So mancher Arzt, der für besonders hohe Qualität steht, wendet sich vom Kassensystem ab. Oder geht ins Ausland.
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  #8 (permalink)  
Alt 23.10.2009, 20:30
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AW: 2 Arzt - Patient - Kontakte pro Quartal?

Zitat:
Zitat von gilda
Noch besser derartige Ärzte meiden. Was hat ein Patient wohl von einem Arzt zu erwarten, der allein auf seine Honoraransprüche fixiert ist.


Da muss ich voll und ganz zustimmen. Einem solchen Arzt würde ich den Rücken zukehren. Es gibt genügend andere Orthopäden.
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  #9 (permalink)  
Alt 23.10.2009, 20:32
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AW: 2 Arzt - Patient - Kontakte pro Quartal?

[QUOTE=gilda
Das ist Ihre Schlussfolgerung daraus. Meine wäre einen anderen Arzt aufzusuchen. Auch wenn man mitunter lange suchen muss, es gibt sie noch - die engagierten Kassenärzte[/QUOTE]

Auch da meine Zustimmung. Irgendwo muss jetzt mein Pünktchen hin...
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  #10 (permalink)  
Alt 23.10.2009, 20:35
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AW: 2 Arzt - Patient - Kontakte pro Quartal?

[QUOTE=gilda]
Vielleicht aber auch einfach nur Ärzte, die sich nicht bei der Berufswahl vergriffen haben


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