Dies ist eine Diskussion zu Zermürbende Jobsuche innerhalb des Forums Allgemeines zum Thema "Recht als Beruf"
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| Zermürbende Jobsuche ich hoffe so sehr, dass mir jemand von Euch weiterhelfen kann! Ich befinde mich momentan in einer Situation, die wohl einige Jungjuristen nachvollziehen können. Seit einem Jahr fertig mit der Ausbildung, LL.M gemacht, und jetzt geht überhaupt nichts weiter. Meine Bewerbungen scheinen durch die Bank weg nicht das geringste Interesse zu wecken. Das letzte Jahr habe ich mit (juristischen) Praktika überbrückt, die schon Spass gemacht haben, aber zeitlich natürlich begrenzt und auch nicht unbedingt allzu anspruchsvoll waren. Jetzt befinde ich mich langsam an einem Punkt, an dem ich nicht mehr weiter weiß. Früher dachte ich, der Anwaltsberuf sei mein Traum, mein Ziel. Aufgrund der negativen Resonanz meiner Bewerbungen zweifle ich daran aber mittlerweile sehr, sehr stark. Hinzu kommt noch, dass ich nur zwei ausreichende Examina habe, wobei mich vor allem die Ergebnisbekanntgabe bzgl. dem zweiten Examen massiv deprimiert haben. Ich dachte und denke irgendwo, dass man mit so schlechten Noten überhaupt nicht offiziell als Jurist auftreten darf. Also hab´ ich schon mal massive Minderwertigkeitskomplexe gegenüber anderen besseren Juristen. Was mich weiter beschäftigt und wo ich überhaupt nicht mehr weiterkomme -, ist die Frage, was ich eigentlich machen soll mit meiner Ausbildung, d.h. wo außer bei Unternehmen oder Kanzleien kann ich mich noch bewerben? Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass ich auch als Einsteigerin in einen ausbildungsfremden Beruf nicht gefragt bin. Da warten schon tausend andere, besser Qualifizierte auf ihre Chance. Hat irgendjemand von Euch eine konstruktive Idee, wie ich diese Situation durchstehen kann ohne durch zu drehen? Es ist peinlich, anderen gegenüber das Gefühl zu haben, die ganze Ausbildung, das ganze Streben sei umsonst gewesen und man kann nichts selber auf die Beine stellen. Außerdem macht es einen verrückt, auf einmal total unbeschäftigt dazustehen. Früher hieß es immer lernen, lernen, fürs Examen. Jetzt ist nichts mehr da. Ich komme mir echt dumm vor, wie ich das so schreibe, weil man den Eindruck gewinnen könnte, da vergeudet jemand seine Zeit, die man z.B. in einen sozialen Dienst investieren könnte, z.B. irgendwo helfen, wo wirklich Not am Mann ist. Aber wie sollte das gehen? Für jeden Handgriff ob bezahlt oder unbezahlt wird erstmal eine Ausbildung verlangt. Oh je, ich bin so hin und her gerissen. Desperate Vielen Dank schon mal für jede Hilfestellung! |
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| Zunächst musst du dir klar machen, dass du nicht alleine bist. Da draußen lauert ein ganzes Heer arbeitsloser Juristen auf seine Chance. Einige sind höher, andere weniger qualifiziert als du. Das klingt jetzt erst mal unglaublich unfair - ist es auch, und dennoch nichts weiter als das selbe Schicksal, dass derzeit fast alle Berufsgruppen erleiden. Aber das alles weißt du ja vermutlich selber. Ok, daher jetzt mal was Konstruktives (wenn auch nicht unbedinkt Originelles): Warum machst du dich nicht "einfach" selbständig, anstelle auf ein Jobangebot zu warten? Wenn du kein "Einzelkämpfer" bist, suche dir einen weiteren arbeitslosen Juristen, oder gleich mehrere! Dann bei der Anwaltskammer nachgefragt, WO in Deutschland die Anwaltsdichte (unter Beachtung der regionalen Einkommensituation) noch nicht so dramatisch ist (die Unterschiede sind ja gewaltig, gehe nicht nach Frankfurt, Hamburg oder Berlin!) und los geht´s. Hilfreich kann der so genannte Existenzgründerzuschuss sein. Wenn Anwalt immer dein Traumberuf war, wirst du´s schaffen, garantiert! Gruß, fob |
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| Danke für die aufmunternden Worte! Ist halt alles nicht so einfach; sich von heute auf morgen selbständig machen sicherlich auch nicht gerade easy und will wohl gut geplant sein, damit es nicht (wieder) einen "Reinfall" gibt. |
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