Dies ist eine Diskussion zu Pokerspielen mit Kindern? innerhalb des Forums Aktuelle juristische Diskussionen und Themen
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| Pokerspielen mit Kindern? Ist es rechtlich unbedenklich, in einer öffentlichen Jugendeinrichtung mit Kindern zwischen 12 und 16 dieses Pokerspiel mit Spielchips (ohne realen, geldwerten) Einsatz zu spielen, es ihnen beizubringen und sogar Turniere abzuhalten? Soweit mir bekannt ist, handelt es sich um ein Glücksspiel und kann durchaus süchtig machen. Jemand behauptete es wäre (inzwischen?) offiziell als Sport anerkannt und unbedenklich... |
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| AW: Pokerspielen mit Kindern? *hochschieb* Hat niemand eine Idee, Einschätzung, Kommentar? |
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| AW: Pokerspielen mit Kindern? Moin, Die rechtlichen Grenzen zeigt der § 284 StGB. Daher wäre ich sehr vorsichtig, dieses in einer öffentlichen Jugendeinrichtung anzubieten. Zur Definition "Glücksspiel" gibt Wikipedia einiges her. Notfalls sollte man sich eine behördliche Genehmigung holen. Gruß Aspirinho
__________________ Zum Abbau der Bürokratie fehlen uns die nötigen Beamten! --------------------------------------------------------------------------------------- Streite Dich niemals mit einem Idioten, denn er zieht Dich auf sein Niveau herunter und schlägt Dich dann dort mit seiner Erfahrung.... |
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| AW: Pokerspielen mit Kindern? Dieser Paragraph bezieht sich aber recht allgemein nur auf "Glücksspiel". Daher wäre erstmal zu klären, ob a) Poker ohne Einschränkung als Glücksspiel gilt und b) es relevant ist, dass ohne Einsatz und Gewinn gespielt wird. Es steht auch die Behauptung im Raum, dass Poker ein Sport wäre (Schach ist auch ein Sport). Für weitere (auch nicht untermauerte) Meinungen wäre ich sehr dankbar. |
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| AW: Pokerspielen mit Kindern? Letztlich ist es egal, ob Bingo, Monopoly oder Pokerspiel. Solange es nicht um echtes Geld geht, sondern um den Gemeinschaftsinn und den Spass. Tatsächlich ist Pokern, wie auch Schach ein Spiel welches die "grauen Zellen" anstrengt. Selbstverständlich wird z.B. beim Pokern letztlich der mit mathematischen Kenntnissen und Geübtere zwangsläufig die besseren Chancen haben. Aus diesem Blickwinkel, sogar pädagogisch wertvoller als "Mensch ärgere Dich nicht" PS. Dieses gilt beinahe für alle Kartenspiele! Lg. aus München
__________________ Gott soll all die mit Blindheit beschlagen, welche meine Meinung ernst nehmen. oder mich gar positiv bewerten >freuCeterum censeo Carthaginem esse delendam. ![]() Kritik oder Beschimpfungen werden sinngemäß abgearbeitet ![]() http://www.youtube.com/watch?v=e2Qpmie5Gd0&NR=1 oder http://www.youtube.com/watch?v=XkiqvPsaKAQ&NR=1 |
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| AW: Pokerspielen mit Kindern? Habe hier mal einen interessanten Artikel dazu gefunden: klick . Nach den darin genannten Urteilen fällt Poker zwar unter Glücksspiel, die Rechtssprechung sieht den Tatbestand des § 284 StGB jedoch nur dann als erfüllt an, wenn ein nicht unerheblicher Einsatz geleistet werden muss (wenn ich das jetzt nach Überfliegen des Textes richtig erfasst hab ) |
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| AW: Pokerspielen mit Kindern? Vielen Dank, der Artikel ist schonmal sehr hilfreich, was die generelle Legalität angeht. Nun bleibt nur noch die Frage nach dem Jugendschutz. Dazu befand sich auch folgender Satz in dem Artikel: Zitat: "Außerdem wird in der Regel eine verbindliche Zusage des Veranstalters zur Einhaltung der Jugendschutzvorschriften erwartet. " Tja, nur wie lauten diese? Auch wenn man nur wertlose Spielchips (die man am Ende ohne Gegenleistung wieder zurückgibt) gewinnen kann, ist es doch ein durchaus süchtigmachendes Spiel. Man versucht möglichst viel Chips, also virtuellen Reichtum zu erlangen. Da ist der Schritt zu echten Einsätzen (evtl in privatem Rahmen mit Freunden und durchaus illegal) nicht weit. Ein Spiel ohne Einsätze und Gewinne sehe ich mit Volljährigen nun als legal an, bei Minderjährigen sehe ich aber noch nicht so klar (Förderung einer zukünftigen Spielsucht?). Hat evtl. noch jemand weitere Texte zu diesem Thema? Man möchte sich ja nicht in die Nesseln setzen, aber auch nicht wegen Unsicherheit prinzipiell das Spielen untersagen. |
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| AW: Pokerspielen mit Kindern? Hallo Comicer, auch ich habe mal ein paar Anregungen. Zitat:
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Generell: Ich spiele selbst Poker und habe als Sporttrainer auf der anderen Seite ziemlich viel mit Kindern zu tun. Meine Erfahrung hierzu: Gerade die 12-14 Jährigen werden gerade mal die Regeln verstehen, für die Feinheiten reichts es (natürlich) noch nicht. Diesen wird das Spiel schnell langweilig werden, da sie auch oft warten müssen, man ist sozusagen selten dran. Die echte Gefahr sehe ich bei den Älteren, die auch vorm Fernseher sitzen und mitbekommen, dass man schnell zu viel Geld kommen kann. Ob hier der Verstand dazu reicht zu wissen, dass auf diese 2, die es geschafft haben, 2.000.000 andere kommen, die nun alle Pleite sind, ist die große Frage. Meine Meinung daher: Finger davon ! Selbst wenn es rechtlich ok sein mag, hat es in einer Jugendeinrichtung nichts verloren. Gruß, Alb
__________________ Gegner der Satzzeicheninflation ! Ein Fragezeichen oder Ausrufezeichen hinter einem Satz reicht aus ! |
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| AW: Pokerspielen mit Kindern? Danke für diese Einschätzung. Ich sehe es moralisch ebenso, die Verantwortlichen leider nicht. Bisher ist es nur ein fiktiver Fall, aber Planung besteht definitiv. Deshalb hatte ich gehofft mit gesetzlichen Argumenten kommen zu können, da alle anderen als "Meckerei" und "engstirnig" gesehen werden ![]() Wie leicht Jugendliche jedoch beeinflusst werden können, seh ich schon daran dass oft auf einer Turnmatte irgendwelche Wrestlingmoves ausprobiert werden und die "Gewinner" sich toll finden und mit den Stars identifizieren. |
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| AW: Pokerspielen mit Kindern? Zitat:
Das ist aber gerade der Punkt: Eigenverantwortung derer, die auf die Sozialisation der Kinder/Jugendlichen Einfluss haben. Dabei hilft natürlich "verbieten" gar nix. Macht die Sache eher interessanter. Wenn also dieser "Plan" von den Kindern/Jugendlichen angestoßen wurde, hilft Aufklärungsarbeit rund um da Geschehen weiter, als die Einschränkung desselben. Im Übrigen habe ich seinerzeit von meinen Eltern mal einen kleinen Roulettkessel mit Zubehör geschenkt bekommen. Nicht nur, daß ich heute nicht Spielsüchtig bin, das Ding hat mein Interesse kaum ein paar Wochen überdaurt und lag dann in der Ecke. Was ich damit (nicht als erster hier...) sagen will: Wenn die Kids rechtzeitig begreifen, daß di Chancen, zu gewinnen, sehr klein und im Endeffekt eben Zufallsabhängig sind, werden sie daran nicht nur das Interesse verlieren (warum nach wertlosen Chips hecheln, wa ja nur anstrengend ist), sondern auch später auf Grundlag dieser erkenntnis nicht so leicht in die Fänge leichter Gewinnerwartung geraten. Sie können also spielerisch die ware Natur des Glücksspiels begreifen. Man sollte es insofern als Chance sehen - nicht ohne den Überblick zu behalten und ggf. lenkend einzuwirken. |
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