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Erbschaftssteuer: Was muss ich als Erbe zahlen?

13.05.2011, 11:11 | Familie & Erben | Jetzt kommentieren


Wer von einem Verstorbenen mit Barvermögen, Wertgegenständen oder Immobilien bedacht wurde, der muss in Deutschland Erbschaftssteuer zahlen.

Bei der Erbschaftssteuer gelten drei verschiedene Steuerklassen. Die erste umfasst den Ehegatten, Kindern und Enkel sowie die Eltern und Großeltern des Erblassers. In der Steuerklasse II werden die Geschwister und deren Kinder mit den Stiefkindern und Stiefeltern zusammengefasst. Auch geschiedene Ehegatten gehören zur Steuerklasse II.

Für die verschiedenen Steuerklassen gelten bei der Erbschaftssteuer unterschiedliche Freibeträge:

Die Ehegatten der Verstorbenen können bis zu 307.000 Euro erben, ohne dafür Steuern zahlen zu müssen. Bei den Kindern und Enkeln bleiben 205.000 Euro steuerfrei. Diejenigen, die zur Steuerklasse II gehören, können 10.300 Euro steuerfrei erben. Über diese Freibeträge wird im Bundestag im Rahmen angekündigter Gesetzesänderungen immer wieder diskutiert.

Daneben steht den Kindern des Erblassers ein so genannter Versorgungsfreibetrag zu. Dieser ist in verschiedene Altergruppen unterteilt. Hier war die Überlegung des Gesetzgebers, dass man den Anteil steuerfrei belassen müsse, den der Erblasser als Unterhaltsleistungen für das Kind hätte aufbringen müssen, wenn er noch leben würde. Maßgeblich für die Erbschaftssteuer ist der Betrag, der übrig bleibt, wenn sämtliche Verbindlichkeiten des Verstorbenen abgedeckt worden sind und auch angemessen für sein Begräbnis und die Regelung des Nachlasses gesorgt wurde.

Die Erbschaftssteuer wird in dem Moment fällig, in dem man das Erbe antritt. Das ist bei Erbengemeinschaften immer dann der Fall, wenn beim Gericht ein Erbschein beantragt wird. In die Steuer werden auch geldwerte Leistungen einbezogen, die zum Beispiel darin bestehen können, dass einem Erben ein mietfreies Wohnrecht eingeräumt wird. Materielle Güter werden immer nach dem Zeitwert berechnet.

Ausnahmen stellen Immobilien dar, bei denen der Verkehrswert zum Zeitpunkt des Ablebens des Erblassers zur Bemessungsgrundlage wird. Bei hochwertigen Sammlerstücken wird der Wert zugrund gelegt, der bei einem Verkauf unter marktüblichen Bedingungen zu erzielen wäre. Eine Ausnahme stellen bei der Besteuerung auch der Hausrat und die Bekleidung dar. Sie bleiben bei Erben der Steuerklasse I bis zu etwas über vierzigtausend Euro steuerfrei.

Quelle: Juraforum.de


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