Ehefrau haftet für Wohnmobilkauf des verstorbenen Ehemanns

14.09.2015, 16:44 | Familie & Erben | Jetzt kommentieren


Ehefrau haftet für Wohnmobilkauf des verstorbenen Ehemanns
Hamm (jur). Will die Ehefrau das von ihrem inzwischen verstorbenen Ehemann bestellte Wohnmobil nicht haben, muss sie als Erbin dem Händler Schadenersatz leisten. Mit einem am Montag, 14. September 2015, bekanntgegebenen Urteil sprach das Oberlandesgericht (OLG) Hamm einer Händlerin 6.000 Euro Schadenersatz zu (Az.: 28 U 159/14).

Der Mann hatte im September 2013 die Messe „Caravan Salon“ in Düsseldorf besucht und dort bei einer Händlerin aus Kirchheim am Neckar ein Wohnmobil für etwa 40.000 Euro bestellt. Zum Abholen machte er sich mit seinem alten Wohnmobil auf den Weg, das er für 12.000 Euro in Zahlung geben wollte. Bei der Fahrt kam es zu einem Unfall. Der Mann starb später an seinen Verletzungen, das Wohnmobil hatte Totalschaden.

Die Ehefrau teilte der Händlerin mit, sie könne das Wohnmobil nicht gebrauchen und auch nicht finanzieren und trete daher vom Kaufvertrag zurück. Daraufhin verlangte die Händlerin Schadenersatz für die Nichtabnahme des Wohnmobils – nach ihren Geschäftsbedingungen 15 Prozent des Kaufpreises, also 6.000 Euro.

Das OLG Hamm sprach ihr dies nun zu. Der Mann habe einen verbindlichen Kaufvertrag abgeschlossen und sei zur Abnahme des Wohnmobils verpflichtet gewesen. Seine Frau als Erbin müsse dafür nun geradestehen. Weil sie das Fahrzeug nicht kaufen wolle, müsse sie Schadenersatz zahlen.

Dabei sei auch die Pauschalierung des Schadenersatzes zulässig gewesen, so das OLG weiter. Denn nach den vertraglichen Regelungen habe die Frau die Möglichkeit gehabt, einen geringeren Schaden nachzuweisen. Dies habe sie nicht getan. Umgekehrt habe die Händlerin vorgetragen, ihr tatsächlicher Schaden liege bei 12.000 Euro, betonte das OPLG in seinem Urteil vom 27. August 2015.


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